Plastik-Wiederverwertung

Pepsi & Co: Ein natürlich vorkommendes Enzym soll das Plastik von Großkonzernen recyceln

Durch Carbios recycelte PET-Flaschen © Jérôme Pallé / Carbios
Durch Carbios recycelte PET-Flaschen © Jérôme Pallé / Carbios

Das Recycling von Plastik stellt eine große Herausforderung dar. Das umweltschädliche Material braucht äußerst lange für den biologischen Abbau. Das französische Startup Carbios will mit einem mutierten, bakteriellen Enzym die Lösung gefunden haben. Das Enzym soll Plastik von PET-Flaschen in ihre ursprünglichen Moleküle zersetzen und so wieder hochwertiges Material schaffen. Dieser Lösungsansatz des Startups hat nun mehrere internationale Großkonzerne überzeugt. So haben sich nun die Unternehmen PepsiCo, L’Oréal, Nestlé Waters und Suntory Beverage & Food Europe zu einem  Konsortium zusammen geschlossen, um mit dem Startup zusammen zuarbeiten. Jetzt haben sie ihre ersten, mit der Carbios-Methode recycelten PET-Flaschen vorgestellt.

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Enzym zerlegt PET-Kunststoff

Seit der Gründung im Jahr 2011 arbeitet das französische Startup Carbios nun schon an ihrer Version. In dieser Zeit hat das Startup ein in Komposthaufen natürlich vorkommendes Enzym erforscht, das normalerweise die Blattmembranen abgestorbener Pflanzen abbaut. Durch die Anpassung dieses Enzyms hat es das Jungunternehmen nach eigenen Angaben geschafft, dass es jede Art von PET-Kunststoff in seine molekularen Bausteine zerlegt. Es sei möglich, diese Bausteine dann wieder zu hochwertigem Kunststoff zu verarbeiten. Die Möglichkeit, Plastikflaschen wiederzuverwerten, soll die gewaltigen Kunststoff-Abfallmengen reduzieren.

Eine von der Universität Toulouse geleitete Studie hat bestätigt, dass der Recycling-Vorgang von Carbios funktioniert. Das Konsortium der Großkonzerne hilft Carbios bei der Forschung und Entwicklung und testet das Recycling bei ihren eigenen Plastikbehältern. „Die Technologie erlaubt es uns, Materialien einzusetzen, die wir sonst nicht nutzen können. Es gibt Unmengen an PET-Abfall, der bislang immer nur auf der Mülldeponie landet“, sagt Ron Khan von PepsiCo.

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Carbios plant industrielle Anlage

Getränkegigant PepsiCo testet die Carbios-Lösung mit Flaschen der Marke Pepsi Max. Beauty-Konzern L’Oréal benutzt sie bei der Hautpflegemarke Biotherm, Nestlé Waters beim Wasser-Brand Perrier und Suntory beim Orangen-Getränk Orangina. Das Konsortium arbeitet zusammen mit Carbios an der Skalierung der Innovation, um die globale Nachfrage nach nachhaltigen Verpackungslösungen zu befriedigen.

Laut der Untersuchung der Universität Toulouse läuft das Recycling-Verfahren sehr schnell ab. Innerhalb von 16 Stunden baue das Enzym etwa 97 Prozent des Kunststoffs ab. Das mache diese Methode um 10.000 Mal effizienter als jede andere getestete Methode zum Kunststoff-Recycling.  Im September 2021 will Carbios den Bau einer Demonstrationsanlage anfangen. Im Jahr 2025 will das Startup außerdem eine industrielle Anlage mit einer Kapazität von 40.000 Tonnen starten. Somit könnte das Startup dann dafür sorgen, dass die Menge an Plastikabfällen tatsächlich signifikant schrumpft.

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