Direct Listing

Starkes Börsendebüt für Big-Data-Unternehmen Palantir

Alex Karp, CEO von Palantir. © Palantir
Alex Karp, CEO von Palantir. © Palantir

Mit einem Direct Listing hat das US-Unternehmen Palantir Technologies rund um Mitgründer Peter Thiel und CEO Alex Karp sein Börsendebüt an der Wall Street hingelegt. Anleger zeigten sich durchaus euphorisch und haben die Bewertung des Unternehmen durch starke Zukäufe der Aktie auf etwa 16 Milliarden Dollar gehoben. Je Aktie bezahlt man derzeit etwa zehn Dollar.

Damit hat Palantir, das als Geheimnis umwitterte Firmen mit Kunden wie CIA, FBI, NSA, US Navy und Pentagon gilt, einen erfolgreichen Schritt gesetzt. Allerdings ist die Bewertung des Unternehmens auch schon mal bei über 20 Milliarden Dollar gelegen. Nachdem die Big-Data-Firma wie berichtet vor dem Börsengang seine Zahlen offen legen musste, wurde auch klar, dass es bisher hohe Verluste geschrieben hat.

Im Geschäftsjahr 2019 fiel ein Verlust von rund 590 Millionen Dollar. Dieses Jahr soll der Umsatz aber auf mehr als eine Milliarde Dollar steigen. Neben lukrativen neuen Kunden aus dem Behördenbereich kommt die Hälfte der Kundschaft von Palantir aber aus der Privatwirtschaft – etwa Ferrari oder Airbus.

Mit dem Direct Listing ist Palantir Vorreitern wie Spotify und Slack gefolgt und hat eine kostengünstigere Alternative zum IPO gewählt. Bei der Direktlistung werden keine neuen Anteile an einem Unternehmen verkauft, aber die bestehenden Shareholder haben die Möglichkeit, ihre Anteile am öffentlichen Markt zu handeln. Bei Palantir war bisher Peter Thiel der größte Teilhaber.

Kritiker des Unternehmens stoßen sich daran, dass die Software von Palantir etwa von der US-Einwanderungsbehörde ICE (Immigration and Customs Enforcement) eingesetzt wird, um nicht dokumentierte Migranten ausfindig zu machen. Dagegen sind bereits Aktivisten auf die Straße gegangen und haben Mitarbeiter intern protestiert. Thiel wiederum, der Donald Trump unterstützte, sagte, dass interessierte Investoren, die sich an seinen Ansichten stoßen, eine andere Firma für ihre Investments suchen sollten.

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