Energieunternehmen

Steuer auf Zufallsgewinne: Bis zu 65 Prozent Abschöpfung für Öl- und Gaskonzerne

Vizekanzler Werner Kogler und Finanzminister Magnus Brunner: Steuer für Zufallsgewinne © APA/GEORG HOCHMUTH
Vizekanzler Werner Kogler und Finanzminister Magnus Brunner: Steuer für Zufallsgewinne © APA/GEORG HOCHMUTH

Eine Abschöpfung der Zufallsgewinne von Energieunternehmen: Das hat die Bundesregierung angesichts der Energiekrise beschlossen. Vizekanzler Werner Kogler (Grüne) und Finanzminister Magnus Brunner (ÖVP) gaben am heutigen Freitag Details zum geplanten Energiekrisenbeitragsgesetz bekannt. Es ist laut ORF vorgesehen, dass bei Öl- und Gasfirmen Teile des Gewinns abgeschöpft und bei Stromerzeugern die Erlöse gedeckelt werden. Insgesamt könnte es bei Öl- und Gaskonzernen zu Abschöpfungen von bis zu 65 Prozent der Zufallsgewinne kommen.

EU-Staaten wollen Gaspreisdeckel einziehen

Steuer sinkt bei Investitionen in Erneuerbare

Das Energiekrisenbeitragsgesetz soll nun im Nationalrat per Initiativantrag eingebracht werden. Aus dieser Maßnahme sollen Einnahmen von zwei bis vier Milliarden Euro resultieren. Vor allem zur Unterstützung von Haushalten und Firmen gegen die hohen Energiekosten sollen diese Einnahmen zur Verfügung stehen. Konkret soll bei Öl- und Gasfirmen der Durchschnittsgewinn der vier Jahre 2018 bis 2021 als Basis dienen. Liegt der aktuelle Gewinn um mehr als 20 Prozent über diesem Durchschnitt, soll es zu Abschöpfungen in Höhe von 40 Prozent kommen.

Da aber zugleich die Körperschaftssteuer auf diesen Gewinn weiter fällig wird, komme es letztlich zu einer Abgabe von 65 Prozent dieser Gewinne, erläuterte Kogler am Freitag. Falls Firmen nachweisen können, dass sie in erneuerbare Energie investieren, sinkt die Abschöpfung von 40 auf 33 Prozent. Letztere Ausnahme soll als ein Anreiz für Investitionen in sauberen Strom fungieren.

Energiekrise: Nachfrage nach fossilen Brennstoffen hat Zenit erreicht

Preisdeckel für Stromunternehmen

Bei stromerzeugenden oder mit Strom handelnden Firmen soll es wiederum einen Preisdeckel von 180 Euro pro Megawattstunde geben. Dieser maximale Erlös sinkt auf 140 Euro pro Megawattstunde, wenn keine Investitionen in erneuerbare Energien nachgewiesen werden können. Auch werde eine Untergrenze gelten, um kleine Erzeuger zu schützen, die Details müssten aber erst festgeschrieben werden, auch wenn es dazu eine politische Einigung gebe, so Magnus Brunner.

Die Maßnahmen sind bis Ende 2023 befristet und gelten für die Gewinnabschöpfung bei fossilen Unternehmen rückwirkend ab 1. Juli, für die Obergrenze bei Stromerzeugern ab 1. Dezember. Es seien „außergewöhnliche Maßnahmen“ in „außergewöhnlichen Zeiten“, sagten Kogler und Brunner. Das Paket werde „mehr Gerechtigkeit in die Szenerie der Verwerfung einfließen lassen“, sagte Kogler, der die „sehr guten und konstruktiven Gespräche“ mit dem Koalitionspartner ÖVP lobte.

Wien Energie plant bis 2026 erste Tiefengeothermie-Anlage der Stadt

Solidaritätsabgabe für OMV und Co

Bei Stromerzeugern hat dem Kurier zufolge die EU folgenden Richtwert vorgegeben: Strompreise von über 180 Euro pro Megawattstunde sollen zu 100 Prozent abgeschöpft werden. Dabei handelt es sich aber um keine fixe Grenze. Die Staaten soll also eigenständig regeln, ob sie mehr oder weniger Geld abschöpfen. Unternehmen wie die OMV, die Öl oder Gas produzieren, sollen zudem eine Solidaritätsabgabe leisten. Das betrifft Gewinne, die 20 Prozent über dem Durchschnittsgewinn der vergangenen vier Jahr liegen. Diese sollen zu 33 Prozent abgeschöpft werden.

Werbung
Werbung

Specials unserer Partner

Jobs

Die besten Artikel in unserem Netzwerk

Deep Dives

#glaubandich-Challenge 2023

Der größte Startup-Wettbewerb Österreichs

Podcast: Mit den smartesten Köpfen im Gespräch

Der Podcast von Trending Topics und Tech & Nature

Investment-Tracker 2022

Alle Finanzierungsrunden (€ 1 Mio. +) in österreichische Startups und Scale-ups

Europe's Top Unicorn Investments 2022

The full list of companies that reached a valuation of € 1B+ this year
© Behnam Norouzi on Unsplash

Crypto Investment Tracker 2022

The biggest deals in the industry, ranked by Trending Topics
Burning Money. © Jp Valery on Unsplash

Megatrend Inflation

Die Geldentwertung & die Mittel dagegen

NFTs

Der Boom, das Business & die Blase

Digitale Identität

Der große Themenschwerpunkt zur (de-)zentralen Zukunftstechnologie
ThisisEngineering RAEng on Unsplash

Technology explained

Powered by PwC
Die Finalisten des i2b-Wettbewerbs auf der Bühne des Erste Campus. © Trending Topics

i2b Businessplan-Initiative

Österreichs größter Businessplan-Wettbewerb

Weiterlesen