Pioneers Festival

Viv: Erfinder der Apple-Sprachsteuerung Siri stellt Künstliche Intelligenz in Wien vor

Dag Kittlaus und Adam Cheyer (hinten) von Viv. © Jakob Steinschaden
Dag Kittlaus und Adam Cheyer (hinten) von Viv. © Jakob Steinschaden

Im Rahmen des Wiener Pioneers Festival, das dieser Tage in Wien stattfindet (TrendingTopics.at berichtete), haben der Erfinder der Apple-Sprachsteuerung Siri, Adam Cheyer, und sein Businesspartner Dag Kittlaus ihre neue Künstliche Intelligenz Viv live vorgestellt. “Wann spielt M83 in San Francisco?”, “Schick meiner Schwester einen Strauß Blumen” oder “Zeig mir einen Flug mit Fensterplatz von New York nach San Francisco drei Tage nach nächsten Freitag” – solche gesprochene Nutzer-Anfragen, die per Smartphone-App erkannt werden, kann Viv nicht nur verstehen, sondern auch entsprechend verarbeiten.

Zwar soll Viv erst Ende des Jahres in Nordamerika starten, doch wollen Cheyer und Kittlaus ihre Software weltweit verfügbar machen. In den USA arbeitet man derzeit zu Testzwecken mit Partner wie Ticketmaster, ProFlowers oder Uber zusammen, um bei Anfragen nach Blumen, einem Konzerticket oder einer Fahrt entsprechende Services gleich auch buchen zu können. Mit der Paypal-Tochter Venmo gibt es ebenfalls eine Kooperation: So muss der Nutzer lediglich den Namen einer Person und einen Geldbetrag nennen, um diesen in Sekunden überweisen zu können.

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Rennen gegen Google und Facebook

“Man könnte glauben, dass die App-Ökonomie nicht zu stoppen ist. Aber alle zehn Jahre kommt ein neues Paradigma, wie wir mit Computern interagieren”, so Kittlaus bei der Präsentation, die gut, aber nicht perfekt verlief (dem Smartphone fehlte bei der Demo GPS). Er geht davon aus, dass man in fünf Jahren nicht mehr einzelne Apps auf Smartphones für verschiedene Aufgaben nutzen wird, sondern seine Anfragen einfach per Spracheingabe tätigen wird.

So sieht die App von Viv auf iOS aus - und kommt Ende des Jahres auf den Markt. Dag Kittlaus und Adam Cheyer (hinten) von Viv. © Jakob Steinschaden
So sieht die App von Viv auf iOS aus – und kommt Ende des Jahres auf den Markt. Dag Kittlaus und Adam Cheyer (hinten) von Viv. © Jakob Steinschaden

„Jeder wird nur einen einzigen virtuellen Assistenten haben und nicht ständig überlegen müssen, wo man welchen Bot benutzen kann“, so Kittlaus. Natürlich würden auch viele andere Tech-Konzerne, allen voran Google (Google Assistent“) und Facebook („M“), an einer solchen Künstlichen Intelligenz arbeiten, die dem Nutzer als digitaler Assistent gegenübertritt und mit der man ganz natürlich sprechen kann – gegen diese muss sich Viv durchsetzen.

Mehrere virtuelle Assistenten würden aus Nutzersicht keinen Sinn machen. Denn diese müssen den genau Menschen kennenlernen können und auf jedem Gerät verfügbar sein, die der User hat. Die Technologie von Viv solle sich von der Konkurrenz unterscheiden. Anstatt sämtliche möglichen Antwortmöglichkeiten auf eine Nutzerfrage durchrattern zu müssen, werde für jede Anfrage in Millisekunden ein eigenes Programm geschrieben, dass die Antwort selbstständig liefern kann.

„Neuer Marktplatz“

Essenziell für den Erfolg einer Künstlichen Intelligenz sei aber, so Cheyer, dass andere Services anknüpfen können. “Das wird ein komplett neuer Marktplatz, an dem viele neue Services andocken werden”, so Cheyer. Entwickler müssten lediglich JacaScript, HTML und CSS beherrschen, um ihre Dienste bei Viv integrieren zu können.

Verläuft alles nach Plan, soll Viv nicht nur als Smartphone-App auf den Markt kommen, sondern in sämtliche Objekte des Alltags integriert werden, die vernetzt sind – etwa in Autos, Flat-TVs oder gar Geräten in der Küche. Vorerst gilt es aber, Viv als funktionierende Plattform aufzubauen. Drei Start-ups vom Pioneers Festival gibt Cheyer die Möglichkeit, vorab Zugang zu bekommen – Bewerbungen richtet man an pioneers@viv.ai.

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