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Die Bitpanda-Gründer im Interview: „Es kann nicht sein, dass man immer nur unter Höchststeuersatz investieren kann“

Christian Trummer, Paul Klanschek, Eric Demuth. © Bitpanda
Christian Trummer, Paul Klanschek, Eric Demuth. © Bitpanda

Das Voting ist zu Ende, das finale Ergebnis steht: Die Gründer von Bitpanda sind unsere Founder des Jahres 2021! Wir haben mit zwei der drei Gründer, mit Eric Demuth und Paul Klanschek, über das vergangene Jahr, kommende Herausforderungen, neue Steuern und den Standort Österreich gesprochen.

Trending Topics: Gratulation zum 1. Platz im Ranking! Ihr geht ja in Preisen unter – was bedeuten sie euch?

Eric Demuth: Es ist natürlich immer schön, Anerkennung zu bekommen. Man macht das alles nicht nur dafür, aber es ist sicher gut für Team und Außenwirkung. Gute Zahlen sind uns wichtiger.

Was sind die großen Challenges für euch nächstes Jahr?

Paul Klanschek: Zunächst einmal wird Bitpanda in der Außenwirkung sehr viel präsenter werden. In den letzten Jahren haben wir uns primär auf Produktinnovationen fokussiert, nun haben wir das Team parat, um extrem stark öffentlich mit Marketing und Kooperationen aufzufallen. Bitpanda soll für alle Investor:innen in Europa die erste Anlaufstelle werden.

Die Krypto-Industrie hat 2021 große Investments gesehen, es gibt auch immer mehr Übernahmen. Sind auch bei euch Zukäufe geplant?

Demuth: Je mehr interessante Firmen auf den Markt kommen, desto mehr wird M&A auch für uns interessant. Wir schauen uns durchaus seit einiger Zeit auch entsprechende Möglichkeiten an.

2022 kommt die neue Krypto-Steuer. Wie wünscht ihr euch die Neuregelung?

Klanschek: Grundsätzlich ist es eine coole Sache, dass Krypto nicht einfach nur wie Briefmarken oder etwas anderes, das man sammelt, gilt, sondern als echtes investierbares Asset. Wir hoffen, dass unser Feedback und das der Krypto-Community noch aufgenommen werden. Wenn man das smart umsetzt, dann kann das ein großer Vorteil für Österreich sein.

Was passiert am Standort Wien?

Demuth: Wir haben den Umzug in Bitpanda’s neues und 8.000 m2 großes Headquarter kurz vor Weihnachten gestartet. Die offizielle Eröffnung wird Corona-bedingt aber irgendwann im ersten Quartal stattfinden. Aufgrund der Pandemie haben wir derzeit natürlich nicht den größten Stress, 650 Leute umgehend in unsere Büros zurückzuholen.

Zum Standort Österreich: Was sind die wichtigen Hebel, die man nun endlich in Bewegung setzen muss?

Klanschek: Österreich muss dringend einen Weg finden, Fach- und Schlüsselkräfte ins Land zu bekommen. Dies gilt insbesondere für die Tech-Expert:innen, die es hier nur vereinzelt gibt. Für uns ist es kaum möglich, Spitzenkräfte aus den USA in Österreich anzustellen, hier greifen wir dann auf Standorte wie London, Berlin oder Amsterdam zurück. Zudem dauern jene Prozesse noch viel zu lang. Zudem müssen für Österreicher:innen Anreize geschaffen werden, dass man außerhalb der normalen Pension angespart werden kann. Es kann nicht sein, dass man immer nur unter Höchststeuersatz investieren kann, und man beim Wechsel von einem ins andere Investment auch noch doppelt abgestraft wird. Natürlich will da keiner investieren, natürlich geben die Leute ihr Geld lieber aus. Das Steuerrecht muss sich dahingehend ändern.

Welche Lösung gibt es eurer Meinung nach?

Klanschek: Eines von zehn Konzepten, dass es in anderen Ländern gibt, einfach kopieren. Man muss die Möglichkeit bekommen, Teile des Gehalts steuerschonend oder sogar steuerfrei für die Pension anzulegen. Man muss langfristig anlegen können, aber das gibt es in Österreich nicht. Ab dem ersten Euro ist man sofort in der Höchst-KESt drinnen, und es gibt keine Ausweichmöglichkeit außer Lebensversicherungen, die man von Berater:innen angedreht bekommt.

Krypto wird nachgesagt, eine Absicherung gegen die Inflation zu sein. Stimmt das?

Klanschek: Ja es stimmt, die Inflationsrate ist auf dem höchsten Stand seit Jahrzehnten. Aber das wird nicht so bleiben, das ist dem Schock der Corona-Krise geschuldet. Die Geldpolitik ist der Auslöser dafür, aber die EZB wird kein Problem damit haben, die Inflation wieder in Richtung zwei Prozent zu bekommen.

Ob Krypto ein Hedge gegen die Inflation ist? Die meisten Krypto-Assets sind deflationär, weil die Token-Menge wegen Burn-Mechanismen oder Verlusten gleich bleibt oder sinkt. Doch Krypto-Assets sind viel zu volatil, um ein Inflations-Hedge zu sein. Als Kaufkraft erhaltende Maßnahme über die nächsten Jahre ist es eine tolle Asset-Klasse, zumindest historisch gesehen. Das heißt aber nicht, dass das in Zukunft weiter so ist.

Wie investiert ihr selbst? Ein Drittel Aktien, ein Drittel Immobilien, ein Drittel Edelmetalle?

Demuth: Grundsätzlich setzen wir auf langfristige Investmentstrategien, dazu gehören unter anderem auch ETFs und diverse Tech-Aktien.

Voting: Das sind die besten Gründer:innen des Jahres

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