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Vier Faktoren, die über Scheitern oder Erfolg beim Gründen entscheiden

Daniel Borza © Weinwurm Fotografie
Daniel Borza © Weinwurm Fotografie

Eine Idee zu haben ist eines – sie konsequent umzusetzen etwas völlig anderes. Daniel Borza, Gründungsberater der Wirtschaftskammer Wien, erklärt, worauf es beim Gründen wirklich ankommt: von der inneren Haltung über verborgene Fallen bis hin zur Frage, wie man ein tragfähiges Team aufbaut.

Leidenschaft und Umsetzungsstärke als Fundament

Wer gründet, braucht laut Borza vor allem zwei Dinge. Erstens echte Begeisterung: „Eine Gründung darf sich nicht wie ein gewöhnlicher Job anfühlen, sondern sollte als persönliches Anliegen verstanden werden.“ Nur ein starker innerer Antrieb halte Gründer:innen auch in schwierigen Phasen auf Kurs.

Zweitens zählt die Fähigkeit zur strukturierten Umsetzung. „Eine gute Idee entfaltet ihren Wert erst dann, wenn sie strukturiert realisiert wird.“ Klare Ziele, durchdachte Zeitplanung und konsequente Organisation machen Fortschritte sichtbar und treiben Vorhaben Schritt für Schritt voran. Borza fasst es knapp zusammen: Echte Begeisterung und starke Umsetzungskompetenz bilden die Grundlage für unternehmerischen Erfolg.

Fallen im Gründertum – selten sichtbar, immer gefährlich

Wer im Unternehmertum nach klar erkennbaren Fallen sucht, sucht vergeblich. „Die Vorstellung, es gebe im Unternehmertum klar erkennbare Fallen, ist trügerisch“, sagt Borza. „Fehler entstehen nicht auf dem Papier, sondern in Entscheidungen.“

Märkte verändern sich permanent, Entwicklungen bleiben kaum vorhersehbar. Gründer:innen müssen lernen, unter Unsicherheit zu handeln – und dabei beweglich zu bleiben.

Timing entscheidet

Nicht nur das „Was“ zählt, sondern vor allem das „Wann“. „Das richtige Timing kann über Erfolg oder Misserfolg bestimmen“, betont Borza. Zu früh zu starten sei ebenso riskant wie zu spät zu reagieren. Unternehmertum sei daher weniger eine Frage der perfekten Idee als vielmehr die Fähigkeit, im richtigen Moment die richtigen Entscheidungen zu treffen.

Wer konkrete Orientierung sucht, dem empfiehlt Borza eine Erstberatung beim Gründerservice der WKO: Dort werden die wichtigsten Aspekte der Gründungsphase verständlich erklärt, und Gründer:innen erfahren, worauf besonders zu achten ist.

Das richtige Team zusammenstellen

Auch beim Teamaufbau gibt Borza klare Leitlinien vor: fachliche Breite ist entscheidend. Branchenwissen, solides Wirtschaftsverständnis, Vertriebskenntnisse und Führungskompetenz sollten von Anfang an im Team verankert sein. Ebenso wichtig: Von Beginn an klar definieren, welche Ziele verfolgt werden.

Neben dem fachlichen Profil spielt die zwischenmenschliche Chemie eine tragende Rolle. Zusammenarbeit und Empathie müssen möglichst reibungslos funktionieren. Borza gibt jedoch zu bedenken: „Ein echtes Geheimrezept gibt es hier leider noch nicht.“

Leidenschaft, Entscheidungsstärke, das richtige Timing und ein gut zusammengestelltes Team – diese vier Faktoren durchziehen Borzas Antworten wie ein roter Faden. Wer gründen will, tut gut daran, alle vier ernst zu nehmen – und sich frühzeitig professionelle Beratung zu holen.

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