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Von der Idee zum Scaleup: Wie StartupNOW österreichische Startups auf Wachstumskurs bringt

Kambis Kohensal im Interview über StartupNOW. © Nadine Studeny
Kambis Kohensal im Interview über StartupNOW. © Nadine Studeny

Die Wirtschaftskammer Österreich setzt mit StartupNOW auf eine klare Botschaft: Nicht bloß mehr Gründungen zählen, sondern mehr Unternehmen, die skalieren und international wachsen. Kambis Kohansal Vajargah, Head of Startup-Services und Deputy Head des Gründerservice der WKO, erklärt im Interview, wie die Initiative aufgestellt ist, warum Internationalisierung meist am Menschen scheitert und was Investor:innen bei Pitches wirklich suchen.

Zwei Seiten einer Medaille: StartupNOW und das Gründerservice

StartupNOW ist kein eigenständiges Silo, sondern greift bewusst in das bestehende Gründerservice ein. „StartupNOW sowie die damit verbundenen Startup-Services sind integriert in das Gründerservice“, sagt Vajargah. Während das Gründerservice jährlich zehntausende Menschen beim Schritt in die Selbstständigkeit begleitet, setzt StartupNOW gezielt dort an, wo aus einer Gründung skalierbares Unternehmertum entsteht.

Die Initiative begleitet Gründer:innen entlang der gesamten Journey – von der ersten Idee über rechtliche und steuerliche Fragen bis hin zu Finanzierung, Internationalisierung und Skalierung. Zusätzlich bringt StartupNOW gezielt das Ökosystem zusammen: Investor:innen, Corporates und internationale Netzwerke. Das erklärte Ziel lautet: „Wir wollen nicht nur mehr Gründungen, sondern mehr erfolgreiche Scale-ups.“

Lokale Teams als Schlüssel zur Internationalisierung

Eine internationale Expansion ist für viele Startups eine große Herausforderung. Meistens sind menschliche Fehler der Grund dafür, dass manche keinen Erfolg haben. „Internationalisierung scheitert selten am Produkt, sondern meist am fehlenden lokalen Verständnis“, betont Vajargah. Der häufigste Fehler: der Glaube, einen neuen Markt remote steuern zu können.

Die erfolgreichsten Unternehmen investieren früh in lokale Kompetenz, also Menschen vor Ort mit Marktverständnis und Netzwerk, kombiniert mit eigenen Schlüsselpersonen aus dem Kernteam. Dazu braucht es die Fähigkeit, kulturell zu übersetzen, zwischen Headquarter und neuem Markt. Kambis Kohansal Vajargah rät: „Lieber früh ein kleines, starkes lokales Team aufbauen, als später viel Kapital in einen schwer korrigierbaren Markteintritt zu investieren.“

Was Investor:innen bei Pitches wirklich suchen

Fast alle Fragen bei Pitching-Vorträgen drehen sich um drei Dinge: Problem, Markt und Umsetzung. Ist das Problem wirklich relevant und die Lösung klar besser? Wie groß ist der Markt und wie lässt er sich skalieren? Wie verdient das Unternehmen Geld – und warum ist genau dieses Team in der Lage, das umzusetzen?

Die schwierigsten Fragen kommen laut Vajargah meist zu Wettbewerb, Go-to-Market und Finanzierung. Was viele dabei unterschätzen: „Investor:innen suchen keine perfekten Antworten, sondern klares Denken und Ehrlichkeit.“ Vorbereitung bedeutet daher nicht, Antworten auswendig zu lernen, sondern das eigene Geschäftsmodell so tief zu verstehen, dass man es auch unter Druck überzeugend erklärt.

Krisen als Beschleuniger: Internationalisierung im Wandel

Die Krisen der vergangenen Jahre haben Internationalisierungsprozesse kurzfristig erschwert – durch Unsicherheit, geopolitische Spannungen und vorsichtigere Investor:innen. Gleichzeitig haben sie einen Trend verstärkt: Internationalisierung passiert heute schneller und oft von Anfang an. Digitale Geschäftsmodelle, Remote-Arbeit und globale Kapitalmärkte führen dazu, dass viele Startups gar nicht mehr national denken.

Was sich verändert hat, ist ein stärkerer Fokus auf resiliente Märkte, mehr Diversifikation und bewusstere Standortentscheidungen. Vajargah bringt es auf den Punkt: „Die Zukunft gehört den Startups, die global denken, aber lokal intelligent handeln. Denn Internationalisierung ist kein einzelner Schritt, sie ist eine Fähigkeit.“

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