EU droht Meta mit Zwangsmaßnahmen wegen AI-Blockade in WhatsApp
Die Europäische Kommission verschärft den Druck auf Meta, berichtet Golem. Der Konzern gibt nach vorläufigen Erkenntnissen der Wettbewerbshüter nur seiner eigenen AI Zugang zu WhatsApp und blockiert damit Konkurrenten. Die Behörde droht nun erneut mit einstweiligen Maßnahmen, um „schweren und irreparablen Schaden für den Markt“ zu verhindern. Meta könnte die Zwangsmaßnahmen noch abwenden, doch die laufende Untersuchung ist nicht abgeschlossen. Eine gesetzliche Frist für das Ende der Ermittlungen existiert nicht.
WhatsApp lässt nur Meta-AI zu
Seit Dezember 2025 untersucht die EU-Kommission den Fall. Meta hatte im Oktober 2025 angekündigt, Konkurrenzanbieter von KI faktisch vom Messengerdienst auszuschließen. Seit Jänner 2026 setzt der US-Konzern dies trotz laufender Untersuchung um. Anfang Februar 2026 drohte die EU bereits mit Zwangsmaßnahmen. Meta kündigte daraufhin Anfang März Änderungen an. Diese kämen jedoch faktisch dem bisherigen Zugangsverbot gleich, schreibt die Kommission nun.
Für WhatsApp-Nutzer:innen steht ausschließlich Metas eigene KI (Meta AI) zur Verfügung. Der KI-Chatbot fasst Texte zusammen, übersetzt, erstellt Content und beantwortet Fragen. Dabei greift er auf aktuelle Informationen aus dem Internet zu. Er funktioniert ähnlich wie ChatGPT, Gemini und andere KI-Modelle. Wer die KI nutzen möchte, startet in der App einen Chat mit ihr. Alternative KI-Assistenten haben keine Chance, sich über die WhatsApp-Schnittstelle zu integrieren.
Die angekündigten einstweiligen Maßnahmen würden so lange in Kraft bleiben, bis die Kommission ihre Untersuchung abgeschlossen und eine endgültige Entscheidung über das Verhalten von Meta getroffen hat. Der Zeitrahmen bleibt offen.
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Mehrere EU-Verfahren gegen Meta am Laufen
Ein Meta-Sprecher hatte im Februar 2026 mitgeteilt, es gebe für die EU keinen Grund einzugreifen. „Es gibt viele KI-Optionen, die über App-Stores, Betriebssysteme, Geräte, Websites und Industriepartnerschaften genutzt werden können“, argumentierte der Sprecher. Die EU-Kommission gehe „fälschlicherweise davon aus, dass die Schnittstelle bei WhatsApp ein wichtiger Vertriebskanal für diese Chatbots sei.“
Gegen Meta laufen bereits mehrere Verfahren der EU wegen Verstößen gegen europäische Digitalgesetze. Dem Facebook-Konzern drohen etwa wegen mangelnder Datentransparenz und des Umgangs mit illegalen Inhalten auf seinen Plattformen hohe Geldstrafen, teilte die Kommission Ende Oktober mit. Der WhatsApp-Fall fügt sich in eine Serie von Konflikten zwischen Brüssel und dem Tech-Giganten ein.


