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Kollega: Neue KI-Agenten aus Linz sollen mit „Gehalt“ bezahlt werden

2025 wurde es doch nicht, aber 2026 schickt sich an, nun wirklich das Jahr der KI-Agenten zu werden. Nach dem Hype rund um OpenClaw und Launches von KI-Agenten etwa von der Manus-Tochter Meta oder von Notion kommt nun der nächste KI-Agent aus Österreich auf denMarkt.

Das Linzer KI-Startup 506 hat mit myKollega.ai ein Produkt entwickelt, das künstliche Intelligenz nicht als Werkzeug, sondern als eigenständige Arbeitskraft positioniert. Die sogenannten „Kollegas“ sollen Unternehmen dabei helfen, Personalengpässe zu überbrücken und Aufgaben zu übernehmen, für die sich keine Mitarbeiter finden lassen oder eine Vollzeitstelle wirtschaftlich nicht darstellbar ist.

Eigenständige Prozessbearbeitung statt Chatbot

Anders als herkömmliche KI-Assistenten arbeiten die Kollegas nach Unternehmensangaben selbstständig in definierten Fachbereichen wie Vertrieb, Kundenservice, Sachbearbeitung, Einkauf oder IT-Service. Das System liefert dabei keine Textvorschläge, sondern abgeschlossene Arbeitsergebnisse innerhalb bestehender Unternehmensprozesse. Mit jeder erledigten Aufgabe baut der KI-Agent Unternehmenswissen auf, das auch bei Personalwechseln erhalten bleibt.

CEO Gerhard Kürner erläutert das Konzept anhand eines konkreten Beispiels:

„Ein Interview wird aus Web- und Archivartikeln recherchiert, daraus werden drei Interviewfragen abgeleitet, mit denen die ITV-Person angerufen und interviewt wird. Das Interview wird zu einem Artikel verarbeitet, der per E-Mail versendet und auf der Website publiziert wird. Der publizierte Artikel hat einen Wert und von diesem Wert erhält Kollega einen Bonus. Finale Prozessergebnisse lassen sich viel einfacher kalkulieren und gerade hier kann Kollega einen Bruchteil der existierenden Prozesskosten einsparen und Geschwindigkeit bringen.“

Preisgestaltung nach Aufgabenkomplexität

Das Unternehmen verzichtet auf klassische Lizenzmodelle und orientiert sich stattdessen an Gehaltsstrukturen. Zum Pricing erklärt Kürner:

„Das Pricing hängt vom zu lösenden Job ab und liegt zwischen geringfügiger Beschäftigung (550 Euro) und Facharbeiter (x.000 Euro) mit oder ohne Bonus. Aktuell liegen die Jobs, die Kollega übernimmt, im Bereich von 2.500 Euro mit oder ohne Bonus (Prozessketten mit Systemzugriffen und Rückfragen von Kollega).“

Dreistufiges Einstellungsverfahren

Der Einsatz eines Kollegas folgt einem strukturierten Prozess, der an klassische Personalprozesse angelehnt ist:

  1. Vorstellungsgespräch: Kostenlose Klärung von Stelle, Aufgaben und Erwartungen
  2. Probezeit: Festes Einstiegsgehalt, Aufbau der Wissensbasis, jederzeit kündbar
  3. Festanstellung: Gehalt nach Leistungsprofil plus Erfolgsprämie pro Aufgabe

Jeder Kollega erhält dabei eine verantwortliche Führungskraft im Unternehmen, die die Einschulung begleitet, Aufgaben definiert und Ergebnisse prüft.

Datenschutz und technische Basis

506.ai setzt nach eigenen Angaben ausschließlich in Europa gehostete KI-Modelle wie Claude Sonnet oder Claude Opus von Anthropic oder Kimi K2.5 von Moonshot Ai aus China ein. Das Unternehmen betont die vollständige DSGVO-Konformität mit EU-Servern und garantiert, dass keine Daten an Dritte weitergegeben werden. Sämtliches angelernte Wissen verbleibe innerhalb der Unternehmensgrenzen. Kürner weist allerdings darauf hin, dass bei kleineren Modellen Vorsicht geboten ist, wenn der Aufgabenbereich Web-Aktivitäten umfasst, da diese bei Prompt Injection nicht sehr robust seien.

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