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Chinesische Firmen bringen erstes Serienfahrzeug mit Natrium-Ionen-Akku

Changan car equipped with Naxtra battery. © CATL
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Die „Salz-Batterie“ kommt in Fahrt: Der chinesische Automobilhersteller Changan hat gemeinsam mit dem Batterieproduzenten CATL das weltweit erste Serienfahrzeug mit Natrium-Ionen-Batterie präsentiert. Das Modell Nevo A06 soll Mitte 2026 in den Verkauf gehen und markiert einen wichtigen Schritt in der Diversifizierung der Batterietechnologien für Elektrofahrzeuge. CATL fungiert dabei als exklusiver Partner für die Natrium-Ionen-Technologie und wird seine Naxtra-Batterien über sämtliche Marken des Changan-Konzerns hinweg ausliefern, darunter AVATR, Deepal, Qiyuan und UNI.

Die Natrium-Ionen-Technologie nutzt Natrium anstelle von Lithium als Kathodenmaterial. Natrium kommt als Bestandteil von Speisesalz reichlich vor und lässt sich kostengünstiger sowie mit geringeren Umweltauswirkungen gewinnen. Die Produktion ermöglicht zudem den Einsatz von Aluminium für Trägerfolien, was weitere Kostenvorteile schafft. Bestehende Fertigungsanlagen für Lithium-Ionen-Akkus können mit vergleichsweise geringem Aufwand umgerüstet werden. Als Nachteil weisen Natrium-Ionen-Batterien jedoch eine deutlich niedrigere Energiedichte auf: Während moderne Lithium-Akkus Werte von über 250 Wattstunden pro Kilogramm erreichen, liegt die Energiedichte der neuen Technologie bei 175 Wattstunden pro Kilogramm.

Naxtra battery of CATL. © CATL
Naxtra battery of CATL. © CATL

Leistungsfähigkeit bei extremen Temperaturen

Die Naxtra-Batterien von CATL ermöglichen mit ihrem Cell-to-Pack-System und intelligentem Batteriemanagementsystem aktuell Reichweiten von über 400 Kilometern im reinen Elektrobetrieb. Künftige Verbesserungen sollen Reichweiten von 500 bis 600 Kilometern für reine Elektrofahrzeuge und 300 bis 400 Kilometer für Hybridvarianten ermöglichen. Besondere Stärken zeigt die Technologie bei extremer Kälte: Bei minus 30 Grad Celsius liefert sie nahezu die dreifache Entladeleistung verglichen mit herkömmlichen Lithium-Eisenphosphat-Akkus. Selbst bei minus 40 Grad bleiben über 90 Prozent der Kapazität verfügbar, während die Batterien bis minus 50 Grad stabil arbeiten. Belastungstests mit mechanischen Beschädigungen wie Zerquetschen, Bohren und Sägen haben gezeigt, dass die Batterien weder Rauch entwickeln noch Feuer fangen und weiterhin Energie liefern.

Der globale Markt für Natrium-Ionen-Batterien soll nach Schätzungen von Precedence Research von 1,39 Milliarden US-Dollar im Jahr 2025 auf 6,83 Milliarden US-Dollar bis 2034 wachsen. CATL plant parallel zur Markteinführung der Technologie eine massive Ausweitung seiner Choco-Swap-Infrastruktur: Bis 2026 sollen mehr als 3.000 Batteriewechselstationen in 140 chinesischen Städten entstehen, davon über 600 in den kälteren nördlichen Regionen. Die Stationen dienen gleichzeitig als Speicher für das Stromnetz und ermöglichen den automatisierten Austausch oder die Erweiterung der Akkus innerhalb kürzester Zeit.

Standardisiertes Wechselsystem etabliert sich

Das Choco-Swap-System arbeitet mit standardisierten Batterieblöcken im Choco-SEB-Format, die sich flexibel kombinieren lassen. Die meisten kompatiblen Fahrzeuge unterstützen ein bis drei Blöcke, sodass Nutzer je nach Bedarf zwischen Stadtreichweite und Langstreckenkonfiguration wählen können. CATL gibt für die neueste Generation seines Systems eine Wechseldauer von 77 Sekunden an. In der Praxis berichten Hersteller wie Nio von Wechselzeiten zwischen drei und fünf Minuten, was weiterhin einem herkömmlichen Tankvorgang nahekommt. Das Netzwerk expandiert derzeit von rund 1.000 auf 3.000 Standorte.

Der Elektrofahrzeughersteller Nio, der vor elf Monaten eine strategische Kooperation mit CATL eingegangen ist und zu den etwa 100 Partnern des Choco-Swap-Ökosystems zählt, hat bereits intensive Nutzung des Systems dokumentiert. Am 21. Februar verzeichnete Nio zum Ende der chinesischen Neujahrsfeiertage einen neuen Rekord mit 175.976 Batteriewechseln an einem einzigen Tag. CATL hat seit 2016 umgerechnet 1,23 Milliarden Euro in die Entwicklung der Natrium-Ionen-Technologie investiert und dabei rund 300.000 Testzellen produziert. Mehr als 300 Entwickler, darunter 20 Promovierte, arbeiten an der Weiterentwicklung der Technologie vom Labor zur Serienreife.

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