Novoprint: Oberösterreichische Jungfirma liefert Zahnersatz aus dem 3D-Drucker
2023 von Thomas und Robert Absmanner gegründet, hat sich Novoprint aus Oberösterreich auf eine Mission begeben: den dentalen 3D-Druck neu zu definieren. Das Startup bietet Zahntechnikern einen spezialisierten Service, der die Fertigung von Zahnersatz grundlegend verändert. Statt selbst in teure Drucktechnologie zu investieren, laden Zahntechniker ihre digital geplanten Designs über den Webshop hoch und erhalten präzise gefertigte Prothetikkomponenten zurück.
Die TrueDent-Technologie: Ein Stück statt Kleben
Das Herzstück von Novoprint ist die proprietäre TrueDent-Technologie, eine Multilayer-Druckmethode, die einen entscheidenden Durchbruch ermöglicht: Zahnprothesen werden erstmals vollständig aus einem Stück gedruckt. Während herkömmliche Verfahren den Zahnkranz und die Prothesenbasis separat fertigen und anschließend verkleben müssen, eliminiert Novoprint diesen Schwachpunkt komplett.
Das Verfahren nutzt biokompatible Materialien, die nach MPG Klasse 1 und ISO 20795-1 für Prothesenmaterialien zertifiziert sind. Die Multilayer-Technologie ermöglicht dabei die Verarbeitung von 4 Gingivafarben und 19 Vitafarben in einem einzigen Druckvorgang, was natürlich wirkende Ergebnisse ohne manuelle Nachbearbeitung liefert. Ein weiterer Vorteil: Die Materialien sind frei von Restmonomeren und damit besonders biokompatibel.

Vorteile für Zahntechniker
Für Dentallabore bedeutet die Novoprint-Lösung vor allem eines: massive Zeitersparnis. Der automatisierte Prozess ist hochgradig reproduzierbar, was besonders bei Reparaturen oder dem Nachdruck von Prothesen zum Tragen kommt. Die einteilige Konstruktion erhöht zudem die Haltbarkeit und Qualität gegenüber geklebten Alternativen.
Thomas und Robert Absmanner sind selbst Zahntechniker bzw. Zahntechnikermeister, die bereits mit Novolab ein Unternehmen für digital gefertigten Zahnersatz betreiben – Novoprint ist eine Tochterfirma.
Geschäftsmodell und Skalierbarkeit
Novoprint positioniert sich als spezialisierter Fertigungspartner, nicht als Konkurrent der Zahntechniker. Diese behalten die Kontrolle über Design und Kundenbeziehung, während Novoprint die technologisch anspruchsvolle Produktion übernimmt. Der webbasierte Bestellprozess ist bewusst einfach gehalten: Datensatz hochladen, Parameter einstellen (Spaltbreite auf null, Zahntaschen nicht ausblocken), drucken lassen, liefern lassen.
Die Vision der Gründer: durch Automatisierung und Standardisierung nicht nur Zeit und Materialkosten zu senken, sondern auch enorme Skalierbarkeit zu erreichen. Günstige Zusatz- oder Reiseprothesen werden damit wirtschaftlich darstellbar.
Die Frage nach dem Wettbewerbsvorteil
Bei aller Innovation bleibt die zentrale Frage: Wie nachhaltig ist der technologische Vorsprung? Die Multilayer-Drucktechnologie ohne Klebeverbindung stellt zweifellos eine technische Leistung dar. Doch in einer Branche, in der 3D-Drucktechnologien rasant voranschreiten, wird entscheidend sein, ob Novoprint diesen Vorsprung durch kontinuierliche Weiterentwicklung, Patente oder Netzwerkeffekte verteidigen kann.
Das Startup aus Oberösterreich hat jedenfalls einen vielversprechenden Ansatz gefunden: spezialisiert, automatisiert und mit klarem Mehrwert für eine definierte Zielgruppe. Ob daraus ein skalierbares Geschäftsmodell mit dauerhaftem Wettbewerbsvorteil wird, muss sich noch zeigen.

