Interview

Hansi Hansmann’s neues Family Office hat 150 Millionen Euro Assets under Management

© Tanja Hofer

Mehr als 15 Jahre lang prägte Hansi Hansmann die österreichische Startup-Szene als Business Angel. Nun entwickelt er die Hans(wo)men Group gemeinsam mit Lisa Pallweber zum Hansmann Family Office weiter. Neben Venture Capital umfasst die Investmentstrategie künftig auch Private Equity, Immobilien und Public Markets, ergänzt um eine philanthropische Säule. Im Interview sprechen die beiden über die Weiterentwicklung der Strategie, ihre langfristige Ausrichtung und warum Unternehmertum für sie weit über Investments hinausgeht.

Gab es einen konkreten Auslöser für den Wechsel von der Hans(wo)men Group hin zum Hansmann Family Office? Oder ist das die logische, organische Weiterentwicklung von der One-Man-Show zum Team?

Hansi Hansmann: Einen einzelnen Auslöser gab es nicht. Wir haben aber gemerkt, dass unsere Aktivitäten längst breiter geworden sind: Wir investieren nicht mehr nur in Venture Capital, sondern interessieren uns auch für Private Equity, profitable Unternehmen und grundsätzlich alles, was mit Unternehmertum zu tun hat. Die Hans(wo)men Group hat vor allem unsere Lead Investments im Startup-Bereich abgebildet. Rundherum ist aber viel mehr entstanden, das in dieser Marke nie sichtbar war.

Nach außen wollten wir deshalb klarer zeigen: Wir sind nicht nur der Business Angel Hansi Hansmann oder ein Super Angel, sondern ein professionell aufgestelltes Family Office mit mehreren Anlageklassen. Wir denken langfristig und bauen eine Organisation, die nicht an einer einzelnen Person hängt. Wenn wir in Spanien ein Zinshaus kaufen, passiert das ja auch nicht unter der Marke Hans(wo)men Group. Es gibt dafür Legal Entities, aber sie sind Teil von etwas Größerem.

Ob wir sie Hansmann Family Office nennen sollten, war anfangs nicht selbstverständlich. Gleichzeitig wollten wir vom bestehenden Brand profitieren. Ein völlig neuer Name hätte sich erst über ein, zwei Jahre etablieren müssen. Beim Namen Hansmann wissen die Leute sofort, wofür wir stehen.

Gibt es in Europa ein Family Office, an dem ihr euch orientiert?

Lisa Pallweber: Ein konkretes Vorbild gibt es nicht. Wir sind aber viel im Austausch mit anderen Family Offices und sehen in Europa viele First-Generation-Family-Offices: Oft entstehen diese durch Gründerinnen und Gründer mit großen Exits, die sich überlegen, wie sie ihr Vermögen aktiv und verantwortungsvoll verwalten wollen.

Dabei geht es nicht darum eine rein passive Strategie zu verfolgen, ausschließlich in ETFs zu investieren und abzuwarten. Es geht darum, Kapital unternehmerisch einzusetzen: über Startup-Investments, aber auch über philanthropische Themen und über die Frage, welchen Einfluss man mit Kapital in der Welt haben möchte. In Deutschland gibt es bereits einige solcher Strukturen, auch in Österreich entstehen sie zunehmend. Wir wollen das Rad nicht neu erfinden, aber wir bringen eine sehr unternehmerische Perspektive ein.

Es macht einen Unterschied, ob Vermögen selbst aufgebaut wurde und mit einem unternehmerischen Ansatz investiert wird, oder ob es primär darum geht, geerbtes Vermögen möglichst konservativ zu erhalten. Ob es unseren Ansatz, insbesondere in der Verbindung mit der unternehmerischen Philanthropie, bereits in genau dieser Form gibt, wissen wir nicht. Möglicherweise definieren wir da tatsächlich etwas neu.

Das Hansmann Family Office umfasst vier Bereiche: Venture Capital, Private Equity, Real Estate und Philanthropie. Ist jeder Bereich mit einem eigenen Manager besetzt?

Lisa Pallweber: Wir machen das weiterhin mit einem kleinen Team: Hansi, Laura, Andrei und ich. Der größte Teil unserer Zeit fließt nach wie vor in Startups. Private Equity bilden wir derzeit vor allem über Co-Investments ab, wo wir unsere bestehenden Investment-Skills gut einbringen können.

Real Estate wird in Spanien aktuell von einem langjährigen Vertrauten vor Ort aktiv betreut; in Österreich werden wir mit anderen Partnern arbeiten. Die Philanthropie, die uns sehr am Herzen liegt, wollen wir hingegen vollständig in-house aufbauen. Wir haben den Anspruch, sie ähnlich professionell zu behandeln wie ein Startup-Investment: starker Fokus auf die handelnden Personen (Team), mit klaren Zielen und KPIs, laufendem Austausch und messbarer Wirkung. Hansi ist beispielsweise im Beirat der Stiftung Unternehmerische Zukunft.

Unter Venture Capital fallen Direct Investments und Fonds-Investments. Könnt ihr Beispiele für Fonds nennen, die man vielleicht nicht kennt?

Lisa Pallweber: Ein Beispiel ist Sarona Ventures aus Israel, ein Fonds der ursprünglich aus den Investments des Family Offices der Deel Gründer entstanden ist. Der Fonds hat aufgrund dieses Netzwerks einen sehr guten Zugang zu Dealflow und investiert primär in Gründer aus Israel, die Techcompanies in den USA aufbauen.

Hansi Hansmann: Wichtig ist der Gedanke dahinter. Wir machen Fonds-Investments nicht primär wegen der Renditeerwartung; in unserem eigenen Portfolio sind die Returns oft besser als bei Fonds. Aber mit direkten Investments können wir nicht alles abdecken. Es gibt Verticals, die spannend sind, zu denen wir direkten Zugang haben wollen. Und es gibt geografische Ökosysteme wie die USA oder Israel, bei denen wir sagen: Da wollen wir dabei sein, aber nicht unbedingt direkt investieren.

Bei österreichischen Fonds sind wir bei vielen relevanten Managern investiert. Die Emmi-Transaktion war für uns zum Beispiel deshalb interessant, weil wir in allen drei großen österreichischen Fonds LPs sind. Wir waren also indirekt gleich mehrfach dabei. In Israel haben wir zum Beispiel Zugang über den oben genannten VC-Fonds. Das Ökosystem dort ist außergewöhnlich; ich kann jedem nur empfehlen, es sich einmal anzusehen. Dazu kommen Fonds in UK, den USA und Deutschland. Insgesamt sind wir derzeit in rund 25 einzelnen Fonds investiert.

Wollt ihr das weiter ausbauen – Richtung 30 oder 40 Fonds?

Lisa Pallweber: Tendenziell ja, aber opportunistisch. Wir suchen sehr gute General Partner (GPs), die in einer bestimmten Nische einen verteidigbaren Vortel haben und dort überdurchschnittliche Returns erzielen können. Deshalb investieren wir eher kleinere Tickets und bevorzugen kleinere Fonds, vor allem Emerging Manager mit sehr spezifischem Fokus. Sehr große, generalistische Fonds mit breiter Streuung liegen nicht im Fokus.

Der Zugang zu Fonds hat außerdem strategische Vorteile für unsere eigenen Startups. Wenn wir LP in einem Fonds sind, haben wir oft besseren Zugang zu diesen Investoren bei Folgerunden. Wir pflegen gute Beziehungen zu den GPs und machen Intros fürs Fundraising zu anderen Family Offices.

Kritisch muss man aber sagen: Bei fast allen Fonds, in denen wir investiert sind, ist der DPI – also das tatsächlich zurückgeflossene Kapital – noch sehr schwach. Wir sehen dort noch großes Potential, aber bis jetzt spielt sich das nur in den Buchwerten ab.

Hansi Hansmann: Das Wort „Exit“ wird ohnehin viel zu locker verwendet, auch von den Medien. Die Übernahme von Emmi durch Mistral war großartig und eröffnet ein Riesenpotenzial. Aber als „Exit“ würde ich das nicht bezeichnen, es ist bloß der Wechsel von einer Hoffnung in die nächste – von der Hoffnung Emmi in die Hoffnung Mistral. Solange Mistral nicht an die Börse geht (und danach wohl noch 1- 2 Jahre Lockup-Periode für die Investoren), sehen die Investoren kein Cash, von möglichen Secondaries abgesehen. Bis dahin freuen wir uns nur über einen hohen Buchwert.

Zusammengefasst: Fonds sorgen für Breite und Streuung, Direktinvestments bleiben die größeren Tickets – künftig aber mit etwas weniger Deals?

Lisa Pallweber: Die Ticketgrößen bleiben grundsätzlich ähnlich, die Zahl der Investments könnte etwas sinken. Derzeit machen wir etwa drei bis vier Lead Investments pro Jahr und zusätzlich eine Handvoll Co-Investments. Künftig wird es etwas weniger werden, damit wir mehr Fokus auf die Lead Investments legen können.

Genau darin liegt unser großer Vorteil gegenüber einem klassischen VC-Fonds: Wir bleiben normalerweise bis zum Schluss dabei und machen in jeder Runde zumindest pro rata mit. Ein Fonds kann das oft nicht, weil seine Investmentperiode nach vier oder fünf Jahren endet. Wenn das Geld ausgeschöpft ist, kann er nicht einmal mehr bridgen. Gerade bei guten Unternehmen, die vorübergehend Bridge-Finanzierungen brauchen, sagen manche Fonds dann ab. Das ist für die Startups sehr schwierig, weil dadurch schlechtere Terms entstehen. Wenn alle Investoren mitziehen können, sind die Terms meistens deutlich besser. Sobald jemand mit zehn Prozent Anteil nicht mehr kann oder will, entstehen schnell Down-Rounds und am Ende leiden die Gründerinnen und Gründer. Family Offices, die langfristig und flexibel nachschießen können, haben hier einen klaren strategischen Vorteil.

Zum Bereich Private Equity: Wie geht ihr das an?

Lisa Pallweber: PE decken wir primär über Co-Investments ab. Wir wollen grundsätzlich direkt investieren und weniger über Fonds gehen. Gleichzeitig haben wir im Private-Equity-Bereich aktuell noch nicht das Netzwerk, um Transaktionen selbst zu strukturieren. Deshalb investieren wir gemeinsam mit anderen befreundeten Family Offices, die in diesem Bereich Track Record und Erfahrung haben und mit eigenem Kapital in die Deals gehen.

Für uns ist das ein guter Kompromiss: Wir sind aktiv und nah dran, müssen den Deal aber nicht selbst originieren und strukturieren. Mittelfristig kann ich mir vorstellen, jemanden ins Team zu holen, der sich ausschließlich um Private Equity kümmert.

Hansi Hansmann: Man darf auch nicht vergessen: Wir investieren seit 2010 in Startups. Nicht alle hatten einen Exit, und nicht alle haben zugesperrt. Einige sind als solide KMUs im Portfolio geblieben. Sie wachsen nicht mehr exponentiell, entwickeln sich aber stabil und gut. Das ist im Grunde nichts anderes als ein Private-Equity-Investment, das aus dem Venture-Bereich herausgewachsen ist.

Ihr investiert auch in Public Markets. Wie denkt ihr über Börse und ETFs?

Lisa Pallweber: Wir haben eine Public-Market-Strategie, wollen den Markt dort aber gar nicht outperformen. Das Ziel hier ist die Marktperformance mitzunehmen: ein relativ plain-vanilla, sehr günstiges, langfristig ausgerichtetes ETF-Portfolio. Keine aktiven Trades, keine Experimente.

Hansi Hansmann: Der Anteil ist vor allem am Anfang relativ groß. Wenn man eine bestimmte Menge liquides Kapital hat, investiert man sie nicht innerhalb von drei Wochen vollständig in private Märkte. Man teilt sie über die nächsten vier oder fünf Jahre auf, bis Rückflüsse entstehen. In der Zwischenzeit liegt ein Teil in Public Markets. Wir brauchen außerdem jederzeit Liquidität. Wenn eine Company ein großes Ticket erfordert oder wir eine neue Investmentmöglichkeit verfolgen, müssen wir Mittel verfügbar machen können. Gleichzeitig wollen wir nicht dauerhaft auf sehr viel Cash sitzen.

Wir halten das Ganze in einem eigenen, personalisierten Fonds, in dem nur wir investiert sind. Dadurch können wir die Aufstellung anpassen, mehr Risiko nehmen oder konservativer werden.

Beim Real Estate klang es so, als wäre das für dich, Hansi, nicht das spannendste Thema. Ihr macht es trotzdem. Warum?

Hansi Hansmann: Real Estate ist selten eine komplette Verlustgeschichte. Der Sachwert bleibt. Es ist eine sehr langfristige, vergleichsweise sichere Anlage – vorausgesetzt, man verschuldet sich nicht zu stark. Ein Haus kann mehr oder weniger wert sein, aber Grundstück und Gebäude bleiben. Wenn vermietet wird, entstehen zudem Mieteinnahmen, also ein sehr verlässlicher regelmäßiger Cashflow. Riesige Renditen bringt das nicht, aber es gibt zusätzlich die Chance auf Wertsteigerung und stille Reserven. Langfristig ist der Immobilienmarkt in vielen Regionen gestiegen; einige der größten Vermögen der Welt sind Immobilienvermögen.

Mich persönlich hat Real Estate nie brennend interessiert. In Spanien ist es fast aus einer Mittagessen-Laune mit sehr guten Freunden entstanden. Mittlerweile haben wir dort ein schönes Portfolio: mehrere Apartments, ein kleines Hotel, eine Eventlocation und Lagerflächen, die wir vermieten – alles im Eigentum. Spanien liegt nahe, weil ich lange dort gelebt habe und sehr gute Kontakte und Freunde habe. Solche Beziehungen habe ich in keinem anderen Land.

Wir werden aber auch in Österreich investieren. Im Vergleich ist der spanische Markt bei Einstiegs- und Sanierungspreisen noch deutlich attraktiver, während die Mieteinnahmen durchaus vergleichbar sind. Als Family Office ist man ohnehin gut beraten, einen Teil des Vermögens in Real Estate zu halten, wenn man es halbwegs nach Lehrbuch macht.

Ein großer Teil der Strategie ist Philanthropie – und sie wird stark vom Tractive-Exit gespeist. Wie geht ihr das an?

Lisa Pallweber: Wir sehen Philanthropie als Teil der Gesamtstrategie und gehen ähnlich vor wie bei unseren Startup-Investments. Wir suchen die richtigen Menschen, starke Persönlichkeiten, denen wir zutrauen, ein Projekt zu einem positiven Ergebnis zu führen. Wir begleiten diese Projekte mit regelmäßigen Updates, schauen uns KPIs an und diskutieren die Zielerreichung gemeinsam. Der „Exit“ ist hier kein wirtschaftlicher Verkauf, sondern der angestrebte erreichte Impact.

Hansi Hansmann: Wir werden jährlich philanthropische Zuwendungen im siebenstelligen Bereich machen.

Lisa Pallweber: Wir haben drei Schwerpunkte. Erstens Unternehmertum und unternehmerische Bildung – deshalb engagieren wir uns stark in der Stiftung für Unternehmerische Zukunft. Zweitens Klima-Kompetenz, wo wir mit Kontext, dem Institut für Klimafragen, eng zusammenarbeiten und uns künftig noch stärker einbringen wollen. Außerdem unterstützen wir das Changemaker Programm von Ashoka, das jungen Menschen hilft gesellschaftliche Herausforderungen durch Social Entrepreneurship zu lösen.

Daneben gibt es kleinere Engagements wie Conxious. Wir unterstützen weiterhin Female Founders, weil Gender Equality für uns ein wichtiges Thema ist. Auf philanthropischer Ebene geht es uns dabei vor allem um die Stellung von Frauen in der Gesellschaft.

Wie viele Assets under Management hat das Hansmann Family Office insgesamt?

Hansi Hansmann: Durch den Tractive-Verkauf hat sich das nicht dramatisch verändert, weil wir den Wert vorher bereits als Buchwert im Portfolio hatten. Grob sind es rund 150 Millionen Euro.

Die genaue Aufteilung ist etwas heikel, weil aktuell ein großer Cash-Anteil dabei ist, den ich nicht beziffern möchte. Was nicht Cash ist, ist zum größten Teil weiterhin Venture Capital – sowohl Startups als auch VC-Fonds. In Fonds haben wir eindeutig zu viel Gewicht. Real Estate in Spanien liegt bei einigen Millionen Euro, Private Equity derzeit noch etwas darunter, soll aber aufgebaut werden.

Venture Capital sollte aus meiner Sicht langfristig nicht mehr als 50 Prozent ausmachen; sonst ist es nicht gesund. Dorthin wollen wir: VC unter 50 Prozent, dazu grob je ein Viertel Private Equity und Real Estate. Public Markets sind dabei noch nicht eingerechnet und machen aufgrund des Cash-Anteils aktuell ebenfalls einen relevanten Teil aus.

Der Tractive-Exit hat also den größten Cash-Anteil eingebracht?

Hansi Hansmann: Ja, das war mein bisher größter Cash-Exit – sogar größer als Busuu. Und Busuu war bereits groß.

Verschwindet die Hans(wo)men Group, bei der das „wo“ ja bewusst eingeführt wurde, um Gründerinnen sichtbar zu machen?

Lisa Pallweber: Nein, die Hans(wo)men Group bleibt bestehen – als Gruppe für unsere Lead Investments von rund 25 bis 30 Companies. Das Hansmann Family Office ist die Dachmarke darüber von dem die Hans(wo)men Group ein Teil ist. Beide Marken sind klar miteinander verbunden, und das ist uns wichtig.

Das Female-Thema geht dabei nicht verloren. Wir investieren weiterhin in diverse Gründungsteams, und auf philanthropischer Ebene wollen wir Gender Equality ausdrücklich stärken. Das Thema zieht sich also auf mehreren Ebenen durch unsere Philosophie.

Ist das Hansmann Family Office eine eigene GmbH?

Lisa Pallweber: Nein. Es ist keine Legal Entity, sondern die Dachmarke, unter der mehrere Legal Entities zusammengefasst sind.

Zum Abschluss ein Blick auf den Markt: Gibt es etwas, das euch aktuell besonders beschäftigt?

Hansi Hansmann: Wenn man gerade Cash hat, ist die große Frage, was man damit macht. Die Börsen sind unglaublich hoch, teilweise auf absoluten Höchstständen. Jede Katastrophenmeldung schickt den Markt fünf Prozent nach unten, und ein paar Tage später steigt er wieder zehn Prozent. Wenn man jetzt nicht investiert, verpasst man vielleicht die nächsten 30 Prozent nach oben. Wenn man investiert, kommt vielleicht genau dann der Crash.

Und der Crash kommt irgendwann – davon bin ich überzeugt. Ich rechne mit 30 bis 40 Prozent. Rational kann ich das nicht exakt begründen, aber mein gesamtes Nervensystem sagt mir, dass er kommt. Nach solchen heißen Phasen ist historisch immer eine Korrektur gekommen.

Ich glaube, dass auch eine KI-Blase eine Rolle spielt. Es ist unglaublich viel Geld im Markt, und wir hatten eine sehr lange Phase, in der es fast nur nach oben ging. Wenn man sich die Historie ansieht, waren auch wichtige neue Technologien am Anfang oft überhitzt. Danach kam der Einbruch – und erst später haben sich jene Unternehmen herauskristallisiert, die die Technologie so einsetzen konnten, dass langfristig wirtschaftliche Returns entstehen.

Bei KI sieht man Ähnliches: Viele Companies funktionieren beim Kunden noch nicht wirklich, es ist noch kein echtes Geschäft, und trotzdem werden 20, 30 oder 50 Milliarden eingesammelt – häufig vor allem, um User zu gewinnen. Ob es billiger wird, weiß niemand. Es gibt nicht genug Rechenzentren, irgendwann hakt die Technik. Den genauen Auslöser kennen wir noch nicht. Aber wenn das Vertrauen kippt, kann daraus sehr schnell eine Kettenreaktion entstehen.

Deshalb kann man nicht das gesamte Geld in ETFs oder Aktien halten. Diversifizierung ist natürlich ein Teil des Hansmann Family Office. Aber sie ist nicht der eigentliche Grund, warum wir es so machen. Wir machen es, weil wir unternehmerisch getrieben sind und positiven Impact schaffen wollen. Ginge es nur darum, möglichst einfach Geld zu verdienen, würden wir es anders machen.

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