SpaceX: Umsatz steigt um 92%, getrieben durch AI
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SpaceX hat am Dienstag zum ersten Mal seit seinem Börsengang Quartalszahlen veröffentlicht – und dabei die Erwartungen der Analysten übertroffen. Im zweiten Quartal 2026 erzielte das Unternehmen von Elon Musk einen Umsatz von 7,8 Milliarden US-Dollar, ein Plus von 92 Prozent gegenüber den 4,1 Milliarden Dollar im Vorjahresquartal. Analysten hatten im Schnitt lediglich mit 6,82 Milliarden Dollar gerechnet.
Der Nettoverlust belief sich auf 541 Millionen Dollar und fiel damit deutlich geringer aus als die von Analysten erwartete Verlusthöhe von rund 2,12 Milliarden Dollar. Gegenüber dem Vorjahreswert von 1,0 Milliarden Dollar Verlust bedeutet das eine Verbesserung um 467 Millionen Dollar. Das bereinigte EBITDA stieg um 191 Prozent auf 3,5 Milliarden Dollar.
Trotz der positiven Zahlen reagierte die Aktie im nachbörslichen Handel volatil und verlor zeitweise bis zu 8 Prozent. SpaceX war im Juni mit einem Volumen von 86 Milliarden Dollar an die Börse gegangen – dem größten Börsengang der Geschichte. Seither hat die Aktie rund die Hälfte ihres Werts eingebüßt, vom Höchststand von 225 Dollar in der Woche nach dem IPO. Als mögliche Gründe für den aktuellen Kursdruck gelten der Ablauf der Lock-up-Frist für Mitarbeiteraktien sowie ein geringeres als erwartetes Kaufvolumen passiver Indexfonds nach der Aufnahme in den Nasdaq 100.
Drei Geschäftsbereiche, drei Wachstumsgeschichten
SpaceX gliedert sein Geschäft in die drei Segmente Space (Raketen/Trägerraketen), Connectivity (Starlink) und AI.
Connectivity ist mit 4,3 Milliarden Dollar Umsatz das mit Abstand größte und damit umsatzseitig wichtigste Segment des Konzerns. Der Bereich wuchs um 66 Prozent im Jahresvergleich und um 32 Prozent gegenüber dem Vorquartal. Getragen wurde das Wachstum von einer Verdoppelung der Starlink-Abonnentenzahl auf 12,0 Millionen sowie einem starken Zuwachs im Enterprise- und Regierungsgeschäft (plus 108 Prozent im Jahresvergleich). Das operative Ergebnis des Segments legte um 79 Prozent auf 1,7 Milliarden Dollar zu, das bereinigte EBITDA stieg um 64 Prozent auf 2,6 Milliarden Dollar. SpaceX vermeldete zudem neue Partnerschaften mit Fluglinien wie American Airlines, Southwest, Virgin Atlantic, Iberia und Aer Lingus sowie Mobilfunk-Kooperationen mit SoftBank, NTT Docomo und Spark NZ. Für das Starshield-Programm, das auf Regierungs- und Sicherheitskunden zugeschnittene Satellitenkommunikation anbietet, erhielt SpaceX zudem Aufträge der US-Regierung im Volumen von über 6 Milliarden Dollar.
AI ist das am schnellsten wachsende, aber noch defizitäre Segment. Der Umsatz verdreifachte sich nahezu und stieg um 247 Prozent im Jahresvergleich auf 2,6 Milliarden Dollar, unter anderem getrieben durch neue Cloud-Services-Verträge im Volumen von 14,1 Milliarden Dollar, von denen 1,6 Milliarden Dollar bereits im Quartal als Umsatz verbucht wurden. Der operative Verlust des Segments verringerte sich gegenüber dem Vorquartal um 49 Prozent auf 1,3 Milliarden Dollar, das bereinigte EBITDA war mit 1,1 Milliarden Dollar erstmals positiv. SpaceX kündigte zudem an, den KI-Coding-Anbieter Cursor für 60 Milliarden Dollar zu übernehmen; der Abschluss wird für das dritte Quartal 2026 erwartet. Im Juli veröffentlichte das Unternehmen mit Grok 4.5 sein bislang leistungsfähigstes KI-Modell.
Space, das klassische Raketengeschäft, bleibt umsatzseitig das kleinste der drei Segmente mit 962 Millionen Dollar – ein Plus von 29 Prozent im Jahresvergleich und 55 Prozent gegenüber dem Vorquartal. In den ersten sechs Monaten 2026 führte SpaceX nach eigenen Angaben 78 Starts durch und beförderte 1.041 Tonnen Nutzlast in den Orbit, überwiegend für den Ausbau der eigenen Starlink-Konstellation. Das neue Starship-V3-Programm kam mit zwei Testflügen voran, zuletzt im Juli mit dem Ausbringen von 20 Produktions-Satelliten der V3-Generation.
CFO: „Wachstum in allen Segmenten beschleunigt“
Das Finanzmanagement von SpaceX zeigte sich zufrieden mit demJahresauftakt. Laut Unternehmensmitteilung habe sich das Umsatzwachstum in allen Geschäftsbereichen beschleunigt, verbunden mit einer deutlichen Margenausweitung, angeführt von den neuen KI-Rechenzentrumsverträgen. Zum Ende des zweiten Quartals verfügte SpaceX über liquide Mittel und Wertpapiere von 100 Milliarden Dollar sowie einen Auftragsbestand von 47,5 Milliarden Dollar – finanzielle Reserven, die laut Unternehmensangaben Investitionen in Starship, das Starlink-Breitband- und Mobilfunknetz sowie die KI-Plattform ermöglichen sollen, ohne von einer disziplinierten, langfristig ausgerichteten Kapitalallokation abzuweichen.
Ausblick
Investoren beobachten neben dem operativen Geschäft auch mögliche strukturelle Veränderungen im Firmenimperium von Elon Musk: Spekulationen über eine mögliche Fusion von SpaceX mit Tesla halten an, nachdem Musk bereits andere Teile seines Firmengeflechts konsolidiert hat. Musk selbst erklärte zuletzt, die Zusammenarbeit zwischen Tesla und SpaceX nehme zu – etwa über die gemeinsame Halbleiterinitiative Terafab –, eine mögliche Fusion müsse aber im Rahmen eines entsprechenden Prozesses erfolgen. Laut Daten des Analysehauses S3 Partners ist zudem die Zahl der Leerverkäufe auf SpaceX-Aktien zuletzt gestiegen, was auf eine wachsende Zahl von Investoren hindeutet, die auf fallende Kurse setzen.

