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„Vollwertiges Fahrerlebnis trotz Handicap“: RESET entwickelt Offroad‑Bikes für alle

Die RESET-Gründer Simon Walch und Thomas Mayr © RESET
Die RESET-Gründer Simon Walch und Thomas Mayr © RESET

Simon Walch war einst ein leidenschaftlicher Mountainbiker und Motorradfahrer. Doch ein schwerer Unfall vor fünf Jahren hat sein Leben verändert. Eine Querschnittlähmung zwang ihn in den Rollstuhl, doch der sportliche Ehrgeiz blieb. Was folgte, war Frustration: Der Markt bot kaum technisch überzeugende Lösungen für adaptive Bikes.

Gemeinsam mit seinem Business-Partner Thomas Mayr gründete er das Grazer Startup RESET und entwickelte zwei E-Bikes, die Menschen mit Beeinträchtigung echtes Offroad-Fahren im Wald ermöglichen. Dabei kann das Startup auch auf die Unterstützung der Austria Wirtschaftsservice (aws) und die Programme aws Preseed | Seedfinancing Innovative Solutions zählen.

2022 begannen die beiden Gründer, beide Maschinenbauingenieure und leidenschaftliche Offroad-Fahrer, ihre Vision zu verwirklichen. “Meine grundlegende Intention war, ein Bike zu entwickeln, mit dem man trotz Handicap ein vollwertiges Fahrerlebnis genießen kann”, erklärt Walch.

© RESET
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„Ranger“ und „Scout“ für alle Fälle

Das Ergebnis sind zwei Hightech-Produkte: Der “Ranger” ist ein vollgefedertes Enduro-Trike mit drei Rädern (zwei vorne, eines hinten), das ohne Pedale auskommt. Der Motor sitzt im Chassis, gesteuert wird per Lenker. “Es geht darum, sich auf das Bike zu setzen, wirklich reinzukippen und ein richtiges Fahrerlebnis zu spüren”, sagt Walch. Das Modell richtet sich an Personen, die ihre Beine nicht nutzen können, aber trotzdem Downhill-Action im Wald erleben wollen.

“Scout” hingegen ist ein modulares E-Handbike mit einem Rad vorne und zwei hinten, das sich mit den Händen antreiben lässt. Die Sitzposition ähnelt einer Liege, die Füße sind gestreckt. Einzelradaufhängung und diverse technische Gimmicks machen sämtliche Untergründe fahrbar. Scout transportiert einen Rollstuhl oder Krücken mit. Dadurch soll das Rad ideal für Einkäufe, Schwimmbadbesuche oder den klassischen After-Work-Ride sein.

Starker Fokus auf direkten Kontakt mit Kund:innen

Die Bikes lassen sich stark personalisieren. Reicht die Handkraft nicht aus oder ist ein Bein kürzer, nehmen Walch und sein Partner Anpassungen direkt vor Ort vor. “Wir legen großen Wert auf direkten Kundenkontakt”, sagt Walch. Bei Preisen im fünfstelligen Bereich sei das essenziell. Die Herstellung findet in Graz statt. Mit an Bord ist hierbei der Partner Bike Store Nord. Die Wertschöpfungskette soll weitgehend in Österreich bleiben. Nur bei Elektromobilität sind asiatische Zulieferer aus Kosten- und Verfügbarkeitsgründen unvermeidbar.

Im Zuge von Pilotprojekten mit ersten Kund:innen hat RESET bereits die Marktreife überprüft. In diesem Jahr hat es sich die Jungfirma zum Ziel gesetzt, 30 anzubringen. Das Startup sieht alleine in Österreich einen realen Bedarf für seine Bikes. Laut dem Mikrozensus der Statistik Austria nutzen rund 50.000 Österreicher:innen (0,6 Prozent der Bevölkerung) einen Rollstuhl, 3,5 Prozent haben schwere Gehbeeinträchtigungen und benötigen Hilfsgeräte.

aws bietet wichtige finanzielle Unterstützung

Für die bisherige Entwicklung von RESET war die aws ein unersetzlicher Wegbereiter. Das Startup, das ansonsten weitgehend auf Bootstrapping setzt, hat sich zu einem großen Teil durch die Förderungen der Förder- und Finanzierungsbank der Republik Österreich finanziert. Dazu gehören die Programme aws Preseed | Seedfinancing. Für Simon Walch gehört die Aufnahme in diese Programme zu den größten Erfolgen und Meilensteinen in der Geschichte von RESET.

Nach der Teilnahme an aws Preseed war die Aufnahme in aws Seedfinancing ein wichtiger nächster Schritt. „Das war eine logische Fortführung unseres Weges und entspricht unserem Wunsch nach Skalierung“, so der Gründer. Mit der Programmlinie Innovative Solutions finanziert und begleitet die aws Vorhaben aus allen Branchen bei der Weiterentwicklung einer innovativen Gründungsidee, die über Unternehmensgrenzen hinaus einen positiven gesellschaftlichen Mehrwert (Impact) sowie hohe Marktchancen im Rahmen skalierbarer Geschäftsmodellen generieren.

„10/10“ für aws Preseed | Seedfinancing

Simon Walch zeigt sich begeistert von der Unterstützung, die sein Startup durch die aws-Programme erhalten hat und weiterhin bekommt. “Der Prozess der Antragstellung hat sich sehr einfach gestaltet. Wir haben dadurch gelernt, dass es tolle Unterstützungsmöglichkeiten für Startups wie unseres gibt und wir auf dem richtigen Weg sind”, so Walch. Sein Fazit zur Zusammenarbeit mit der aws fällt eindeutig aus: “10/10!”

Besonders überzeugt hat Simon Walch, dass die Programme aws Preseed | Seedfinancing äußerst wirtschaftsorientiert sind. Deswegen empfiehlt der Gründer auch anderen, die ihre Startup-Idee in die Tat umsetzen wollen, sich für die Teilnahme zu bewerben. Dank der Unterstützung durch die aws ist Simon Walch überzeugt, dass RESET seine Ziele für die Zukunft erreichen kann: Upscaling und das Erreichen einer wirtschaftlich selbsttragenden Unternehmung.

Weitere Informationen zu aws Preseed | Seedfinancing finden sich hier.

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