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ConsentFlow: Wiener Startup löst teure Compliance-Probleme beim Filmdreh

Eine Straßenumfrage in der Wiener Innenstadt, ein Kamerateam, zwanzig spontane Interviews – und am Ende ein Stapel zerknitterter Einwilligungsformulare, von dem niemand mehr sicher sagen kann, welcher Zettel zu welchem Clip gehört. Wer schon einmal in der Postproduktion verzweifelt nach einer Unterschrift gesucht hat, weiß: Das Filmgeschäft hat ein Compliance-Problem. ConsentFlow will es lösen. Denn das Wiener Startup digitalisiert den gesamten Compliance-Prozess.

Das Problem: 20 Millionen Euro Risiko in der Aktenmappe

Video ist 2026 das unbestrittene Leitmedium des Marketings. Studien zeigen, dass rund 89 Prozent aller Marketer Video-Content produzieren und 95 Prozent ihn als zentralen Kanal sehen. Always-on-Content, Social-Video, Streaming und Creator-Produktionen sorgen für eine exponentielle Zunahme an Drehs. Doch gleichzeitig gibt es nun immer mehr Personen, die rechtssicher in eine Aufnahme einwilligen müssen.

Die Realität dahinter ist allerdings erstaunlich analog: In tausenden Agenturen und Produktionen dominieren noch immer Papierformulare, Word-Vorlagen und endlose Excel-Listen. Das kann zum Hochrisiko-Spiel werden: Formulare gehen verloren, sind nicht durchsuchbar und lassen sich kaum zweifelsfrei einem bestimmten Clip zuordnen. Die DSGVO verlangt jedoch transparente Information, dokumentierte Einwilligung und nachweisbare Widerrufsmöglichkeiten.

Geht etwas schief, kann das teuer werden: Kampagnen müssen gestoppt, Material darf nicht mehr verwendet werden, und im Worst Case drohen Bußgelder von bis zu 20 Millionen Euro oder vier Prozent des Jahresumsatzes. Genau in diese Lücke stößt ConsentFlow.

„Video ist das Leitmedium der nächsten Dekade – aber Rechte und Einwilligungen werden immer noch mit Klemmbrett und Kugelschreiber verwaltet. ConsentFlow baut die fehlende Infrastruktur-Schicht zwischen Kamera und Compliance“, sagt Thomas Meyer, CEO von ConsentFlow.

Die Lösung: Ein QR-Code statt Klemmbrett

ConsentFlow ist ein spezialisiertes SaaS-Tool, das den gesamten Einwilligungs- und Rechtefluss bei Film- und Videoaufnahmen digitalisiert. Das geschieht DSGVO-konform, rechtssicher und revisionssicher. Vor dem Dreh legt das Team in einem schlanken Backoffice-Dashboard ein Projekt an, etwa „Kampagne XY – Straßenumfrage Wien“, wählt die passende Einwilligungsvorlage aus (Talent, Passant:innen, Minderjährige, mehrsprachige Varianten) und generiert einen QR-Code für die Produktion.

Am Set scannen die gefilmten Personen diesen Code mit ihrem eigenen Smartphone. Sie sehen in wenigen Sekunden die Datenschutz- und Widerrufshinweise, unterschreiben per Touch oder Stift und erhalten unmittelbar danach eine Vertragskopie auf das eigene Gerät. Kein Papier, kein Klemmbrett, keine vergessene Versionierung. Im Hintergrund hashed ConsentFlow beide Vertragsversionen und sichert so eine hundertprozentige Übereinstimmung beider Vertragspartner.

Im Backoffice landet jede Einwilligung in einem zentralen Dashboard, durchsuchbar nach Person, Projekt, Datum oder Drehort. Hosting in der EU und definierte Aufbewahrungsfristen sind Standard.

Was ConsentFlow konkret löst: Schluss mit Zettelwirtschaft und Excel-Chaos. ConsentFlow ersetzt analoge Einwilligungsformulare durch einen digitalen End-to-End-Prozess, und zwar vom QR-Code-Scan am Set bis zur revisionssicheren Archivierung im Backoffice. Damit werden Drehs schneller, sauberer und vor allem rechtlich belastbar.

Wer dahinter steckt: Sales-DNA trifft Cloud-Architektur

Hinter ConsentFlow stehen zwei Partner, die sich perfekt ergänzen. Die Wiener Büro für Interaktion GmbH hält 50 Prozent der Anteile. Geschäftsführer Thomas Meyer bringt sechs Jahre Sales-Erfahrung im SaaS-Markt mit und verantwortet Vertrieb, Positionierung und Vermarktung. Seine Agentur kann das komplette Marketing inhouse abbilden. Das ist ein erheblicher Vorteil gegenüber Startups, die externe Performance-Agenturen einkaufen müssen.

Die zweite Hälfte hält Mitgründer Alexander Kuales. Er hat Erfahrung im Aufbau sicherer Cloud-SaaS-Plattformen und verantwortet Architektur, Entwicklung, Infrastruktur und Integrationen.

„Wir kommen nicht aus der Compliance-Ecke und wollen auch keine Jurist:innen ersetzen. Wir bauen das Tool, das Produktionsteams am Set tatsächlich gerne nutzen – und das gleichzeitig die Rechtsabteilung glücklich macht“, so Thomas Meyer, CEO ConsentFlow.

Das Geschäftsmodell: SaaS mit dreistufigem Pricing

ConsentFlow setzt auf ein klassisches SaaS-Abo mit drei Stufen. Der Free-Plan ist auf bis zu zwei Einwilligungen pro Monat, eine Nutzerin oder einen Nutzer und ein aktives Projekt limitiert und dient als Funnel. Dieses Konzept ist ideal für Freelancer, die das Tool zunächst risikolos testen wollen.

Der Basic-Plan startet bei 9 Euro pro Monat, deckt bis zu 10 Einwilligungen ab und ermöglicht eigene Logos sowie Standard-Reports.

Der Pro-Plan für 49 Euro pro Monat richtet sich an Teams: bis zu 100 Unterschriften, 1 Workspace, 3 Nutzer:innen, Rollen- und Rechte-Management, erweiterte Reports, Export und API-Zugriff.

Schließlich gibt es ein eigenes Agency-Paket um 89 Euro pro Monat, das unbegrenzte Unterschriften, 3 Workspaces,, 5 Nutzer:innen und Orderverwaltung inkludiert (alle Preise inkl. MwSt.).

Marktpotenzial im DACH-Raum: Allein in Deutschland sind über 26.000 Werbeagenturen registriert, in Österreich sind es etwa 4.500. Dazu kommen Produktionsfirmen, Inhouse-Studios, Marktforschungsinstitute und Eventveranstalter. Der adressierbare Markt umfasst tausende potenzielle B2B-Kund:innen und wächst mit jedem zusätzlichen Social-Video-Format weiter.

Differenzierung: Spezialist statt Bauchladen

Der Markt für Einwilligungsmanagement ist nicht leer, aber er ist fragmentiert. Allgemeine E-Sign-Tools wie Jotform-Templates sind nicht auf Film-Workflows ausgelegt, ihnen fehlt die Projektsicht. Model-Release-Apps wie Easy Release oder FairConsent fokussieren auf Solo-Fotograf:innen und einzelne Shootings, nicht auf Teamarbeit. Consent-Module in DAM-Systemen wie Fotoware sind stark asset-zentriert und enterprise-lastig, also nicht für die schnelle Erfassung am Set optimiert. Und das gute alte Papier mit Scanner ist juristisch okay, aber operativ ein Albtraum.

ConsentFlow positioniert sich genau dazwischen: spezialisiert auf Film- und Videoworkflows, optimiert für Sets in Studio, Straße und Event, ausgerichtet auf B2B-Teams statt Einzelpersonen. Gleichzeitig sticht das Startup mit einer Kombination aus On-Set-UX, revisionssicherem Archiv und konsequentem DSGVO-Fokus hervor.

Die Vision: Der Consent-Layer für die globale Videoökonomie

Die Markteinführung folgt einer zweigleisigen Strategie. Bottom-up sorgt der Free-Plan für Einstieg und virale Schleifen. Parallel läuft ein direkter B2B-Vertrieb mit Outbound-Kampagnen über Performance-Marketing in den sozialen Medien und einem Self-Service-Onboarding im Tool. Strategische Partnerschaften mit Kamera- und Lichtverleihern, Filmstudios und Co runden das Bild ab.

„Wir verkaufen kein Pflichtprogramm, sondern Geschwindigkeit. Wer einmal sieht, wie ein Vox-Pop-Tag mit ConsentFlow läuft, will nie wieder zurück zum Klemmbrett. Genau das macht den Vertrieb so kalkulierbar“, sagt Alexander Kuales, Mitgründer von ConsentFlow.

Langfristig denkt das Team weit über das heutige Produkt hinaus. ConsentFlow soll zur Standardlösung für Einwilligungs- und Rechteverwaltung in der globalen Videoökonomie werden. Die erste Zielgruppe sind Videoproduktionen, aber der potenzielle Markt ist deutlich größer, weil etwa auch Datenschutzzustimmungen in Stammkundenlisten in Apotheken oder im Einzelhandel oder Sicherheitsunterweisungen in Firmen abgebildet werden können.

Das eigentliche Versprechen aber bleibt einfach. ConsentFlow nimmt Produktionsteams den Compliance-Stress, gibt Rechtsabteilungen Sicherheit und befreit gefilmte Personen vom unangenehmen Gefühl, einen unverständlichen Zettel zu unterschreiben, ohne ihn je wiederzusehen. Es ist die Art von Software, die niemand sieht, aber alle brauchen, die fehlende Brücke zwischen Kamera und Recht.

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