Stellenabbau

Snap streicht 1.000 Jobs: KI-Effizienz trifft auf Investorendruck

Snapchat © Bastian Riccardi on Unsplash
Snapchat © Bastian Riccardi on Unsplash

Der Snapchat-Mutterkonzern Snap hat den Abbau von rund 1.000 Vollzeitstellen angekündigt – das entspricht 16 Prozent der weltweiten Belegschaft. CEO Evan Spiegel teilte die Entscheidung in einer internen Mitteilung mit. Zusätzlich streicht das Unternehmen mehr als 300 offene Stellen.

Spiegel begründet die Kürzungen mit Kostensenkung und Profitsteigerung. Künstliche Intelligenz spielt dabei eine zentrale Rolle. Der CEO ist der Ansicht, „dass die rasanten Fortschritte im Bereich der künstlichen Intelligenz es unseren Teams ermöglichen, repetitive Aufgaben zu reduzieren, die Geschwindigkeit zu erhöhen und unsere Community, Partner und Werbekunden besser zu unterstützen“. KI ermögliche den verbleibenden Mitarbeitenden, schneller und effizienter zu arbeiten – eine Argumentation, die zunehmend in der Tech-Branche zu hören ist.

Die Maßnahme reiht Snap in eine Welle von Tech-Entlassungen ein: Dem Datenanbieter Layoffs.fyi zufolge haben seit Jahresbeginn rund 80 Technologiefirmen mehr als 71.000 Stellen gestrichen.

Halbe Milliarde Dollar Einsparung unter Investorendruck

Die Stellenstreichungen und der Einstellungsstopp sollen die jährlichen Kosten bis zum zweiten Halbjahr um mehr als 500 Millionen US-Dollar senken. Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Nur wenige Wochen zuvor hat der aktivistische Investor Irenic Capital Management Anteile an Snap erworben und rasche Veränderungen gefordert. Irenic drängt auf Kostensenkung durch Entlassungen und empfiehlt den Verkauf von Unternehmensteilen, die nicht zum Kerngeschäft zählen. Im Visier steht insbesondere die Smart-Glasses-Sparte, die bisher Verluste schreibt.

Snap steht mit diesem Schritt nicht allein da. Meta hat im März weltweit Hunderte Stellen gestrichen, darunter in der Reality-Labs-Abteilung. Bereits im Januar hatte der Facebook-Konzern 1.500 Jobs in der VR-Sparte abgebaut, während gleichzeitig die KI-Investitionen hochgefahren wurden. Auch Snap selbst hat Erfahrung mit Personalabbau: 2022 entließ das Unternehmen aufgrund verlangsamter Werbeeinnahmen rund 20 Prozent der Belegschaft, 2024 folgten weitere 10 Prozent weltweit.

Smart Glasses im Fokus der Kritik

Die Kritik des Investors Irenic trifft einen wunden Punkt: Snap hat massiv in Augmented-Reality-Hardware investiert – nach Unternehmensangaben mehr als drei Milliarden Dollar. Die AR-Brille soll noch in diesem Jahr auf den Markt kommen und gegen Metas smarte Ray-Ban-Brille antreten. Irenic zählt die verlustbringende Sparte nicht zum Kerngeschäft und fordert einen Verkauf, Snap jedoch hält derzeit am Launch-Plan fest.

Die Snap-Aktie reagierte positiv auf die Entlassungsankündigung und legte an der New Yorker Börse kräftig zu – nachdem der Kurs seit Jahresbeginn um fast ein Drittel gefallen war. Laut Reuters beschäftigte der Konzern im Dezember 5.261 Vollzeitmitarbeiter. In aktualisierten Investorenunterlagen schätzt Snap, dass der Gesamtumsatz im ersten Quartal um zwölf Prozent auf 1,53 Milliarden US-Dollar gestiegen ist. Die Rechnung des Managements: Weniger Mitarbeiter:innen plus KI-Effizienz gleich höhere Profitabilität – ein Kalkül, das die Börse honoriert.

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