Marktdaten

Irankrieg löst steigende Verkäufe für Wärmepumpen aus, nur in Österreich nicht

Heat pumps. © Unsplash
Heat pumps. © Unsplash

Der Absatz von Wärmepumpen in Europa hat im ersten Quartal 2026 deutlich zugelegt. Laut Daten des Europäischen Wärmepumpenverbands EHPA wurden von Januar bis März 2026 in elf europäischen Ländern rund 575.000 Wohnungswärmepumpen verkauft, verglichen mit 494.000 Einheiten im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Das entspricht einem Anstieg von 17 Prozent.

Wie berichtet, hat der Irankrieg mit stark gestiegenen Preien für Öl auch dafür gesorgt, dass der Absatz von E-Autos um mehr als 50 Prozent im ersten Quartal in Europa stieg, sowie Akku-Hersteller wie CATL aus China in Folge des Konflikts deutlichen Aufwind spüren.

Frankreich, Deutschland und Polen mit überdurchschnittlichem Wachstum

Besonders stark fiel das Wachstum in Frankreich, Deutschland und Polen aus. In diesen drei Märkten lag der durchschnittliche Absatzanstieg laut EHPA bei 25 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Nationale Branchenexperten nennen steigende Energiepreise sowie wachsende Bedenken hinsichtlich der Versorgungssicherheit als zentrale Treiber dieser Entwicklung.

Als wesentlicher Auslöser gilt die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran am 2. März 2026, die zu einem abrupten Anstieg der Gas- und Ölpreise in ganz Europa führte. Der EHPA zufolge waren die Auswirkungen auf den Wärmepumpenabsatz besonders deutlich ab März zu beobachten.

Österreich dämpft Gesamtdurchschnitt

Nicht alle Märkte verzeichneten ein Wachstum. In Österreich brach der Absatz im selben Zeitraum um 30 Prozent ein. Als Hauptursache gilt das Fehlen staatlicher Fördermaßnahmen. Dieser Rückgang drückte den europaweiten Durchschnittswert spürbar nach unten. Hier die Zahlen der einzelnen Länder im Vergleich:

Stimme der Branche

„Wenn Ihr Streamingdienst den Preis verdoppelt und dann seine Filme sperrt, suchen Sie sich einen besseren. Verbraucher haben erkannt, dass Wärmepumpen die Lösung sind, wenn Gas und Öl in Preis und Versorgung unzuverlässig sind. Die EU-Kommission hat in ihrem Energiekrisenplan wichtige Schritte skizziert, um Menschen beim Kauf einer Wärmepumpe zu helfen, von Mehrwertsteuer- und Steuersenkungen bis hin zur Förderung von Sozialleasingmodellen für einkommensschwächere Haushalte. Die EU-Regierungen müssen das, was sie können, rasch umsetzen“, so Paul Kenny, Generaldirektor des EHPA.

Hintergrund: Energiepreise und politische Rahmenbedingungen

Die Schließung der Straße von Hormus durch den Iran hat die ohnehin angespannte Lage auf den europäischen Energiemärkten verschärft. Steigende Gas- und Ölpreise erhöhen den wirtschaftlichen Anreiz für Verbraucher, auf alternative Heizsysteme umzusteigen. Studien aus dem Jahr 2024 hatten bereits gezeigt, dass Wärmepumpen in Kombination mit Photovoltaikanlagen innerhalb von elf bis vierzehn Jahren günstiger werden als Gasheizungen.

Die Europäische Kommission hat in ihrem Energiekrisenplan Maßnahmen zur Förderung von Wärmepumpen angekündigt. Dazu zählen unter anderem Mehrwertsteuer- und Steuererleichterungen sowie Sozial-Leasingmodelle für einkommensschwächere Haushalte. Der EHPA fordert die EU-Mitgliedstaaten auf, diese Maßnahmen zügig umzusetzen.

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