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Wayve sammelt 1,5 Milliarden Dollar ein, Bewertung steigt auf 8,6 Milliarden Dollar

© Wayve
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Das britische Self-Driving-Scale-up Wayve hat eine Finanzierungsrunde über 1,2 Milliarden Dollar abgeschlossen und sichert sich weitere 300 Millionen Dollar von Uber – um den Einsatz von Wayve-betriebenen Robotaxis weltweit auszuweiten. Die Series D bringt die Bewertung des Unternehmens auf 8,6 Milliarden Dollar. Angeführt wird die Runde von Eclipse, Balderton und SoftBank Vision Fund 2. Auch Microsoft, Nvidia und Uber sowie die drei Autoherstellern Mercedes-Benz, Nissan und Stellantis sind beteiligt.

Die Investorenliste zeigt das breite Interesse an Wayves Plattform-Ansatz: Big Tech, Legacy-Autohersteller und globale Finanzinvestoren setzen auf die Skalierbarkeit der End-to-End-AI-Technologie. Nvidia, das bereits in der 1,05-Milliarden-Dollar-Series-C investiert hatte, evaluierte laut Berichten eine strategische Beteiligung von bis zu 500 Millionen Dollar. CEO Alex Kendall bestätigte die Nvidia-Beteiligung, nannte aber keine genaue Summe.

Uber-CEO Dara Khosrowshahi kündigte an: „Wir sind sehr stolz darauf, unsere Partnerschaft mit Wayve weiter zu vertiefen, mit Plänen, gemeinsam in mehr als 10 Märkten weltweit zu expandieren. Wayves leistungsstarker End-to-End-Ansatz ist speziell für Skalierung, Sicherheit und Effektivität konzipiert“

End-to-End-AI als konträrer Ansatz

Wayve positioniert sich bewusst gegen den Mainstream der Autonomie-Branche. Seit der Gründung 2017 setzt das Unternehmen auf End-to-End Deep Learning statt auf HD-Karten und sensor-spezifische Systeme. „Wir haben eine sehr konträre Sichtweise auf der Technologieseite eingenommen. Wir waren die ersten, die End-to-End Deep Learning für autonomes Fahren entwickelt haben“. Die Software-Schicht nutzt ein neuronales Netzwerk, das Fahrzeuge durch datengetriebenes Lernen trainiert – unabhängig von spezifischer Hardware oder Kartenmaterial. Das System läuft auf vorhandenen Chips der OEM-Partner und verarbeitet Daten beliebiger Sensoren.

Im vergangenen Jahr demonstrierte Wayve, dass sich seine autonome Fahrsoftware ohne lokale Anpassungen einsetzen lässt: Tests in mehr als 500 Städten in Europa, Nordamerika und Japan kamen ohne stadtspezifisches Training aus. Grundlage ist ein KI-Foundation-Model, das mit Daten aus über 70 Ländern trainiert wurde.

Die Gen-3-Plattform auf Basis von Nvidias Drive AGX Thor unterstützt sowohl L2+-Assistenzfunktionen mit zeitweise freihändigem Fahren als auch L4-Features für weitgehend autonomes Fahren in Stadt und auf der Autobahn. Microsoft-CEO Satya Nadella betont: „Wayve verschiebt die Grenzen der Embodied AI für autonomes Fahren, und Azure unterstützt die Skalierung, Zuverlässigkeit und Sicherheit, die erforderlich sind, um diese Innovation in die reale Welt zu bringen“

Lizenzmodell statt eigener Flotte

Anders als Waymo oder Tesla will Wayve weder Robotaxis betreiben noch eigene Fahrzeuge bauen. Stattdessen lizenziert das Unternehmen seine AI-Driver-Software direkt an Autohersteller und Mobilitätsplattformen. „Mit 1,5 Milliarden Dollar gesichert, bauen wir für einen adressierbaren Gesamtmarkt, der jedes Fahrzeug umfasst, das sich bewegt“, sagt Kendall. „Autonomie wird nicht durch stadtweise Robotaxi-Deployments allein skalieren. Sie wird durch eine vertrauenswürdige Plattform skalieren, die Autohersteller und Flotten global einsetzen und kontinuierlich verbessern können“.

Uber investiert nicht nur in die Series D, sondern bringt zusätzliches Kapital für mehrjährige Robotaxi-Deployments auf dem Uber-Netzwerk ein. Wayve stellt die L4-fähige Software bereit, Uber betreibt die Flotten aus Serienfahrzeugen teilnehmender Autohersteller.

Marktstart für Endkunden ab 2027

Die kommerzielle Roadmap ist klar getaktet: 2026 starten Robotaxi-Trials mit Uber in London, mit anschließendem Rollout in über zehn Märkten. Ab 2027 sollen Konsumenten Fahrzeuge mit Wayves AI Driver kaufen können – beginnend mit L2+-Systemen unter Fahreraufsicht.

Nissan hat bereits bestätigt, die Software ab 2027 in seinen ADAS-Systemen einsetzen zu wollen. Auch Stellantis und Mercedes-Benz investieren in die Technologie. Nissan-CEO Ivan Espinosa erklärt: „Diese Investition vertieft unsere Partnerschaft mit Wayve und unterstützt Nissans Pläne, autonomes Fahren durch skalierbare End-to-End-AI voranzutreiben“. Die britische Regierung unterstützt das Vorhaben: Verkehrsministerin Heidi Alexander kündigt an, Wayve die Möglichkeit zu geben, „ihre fahrerlose Technologie noch in diesem Jahr auf unseren Straßen zu testen“.

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