Österreich

Wettbewerbshüter prüfen Monopolbildung bei E-Ladestationen

E-Auto am Laden. © Maxim Hopman on Unsplash
E-Auto am Laden. © Maxim Hopman on Unsplash

Weil die Beschwerden zu Ladestationen für E-Autos zugenommen haben, hat die österreichische Bundeswettbewerbsbehörde (BWB) heute eine Untersuchung der Ladeinfrastruktur unter Einbeziehung des Energieregulators E-Control eingeleitet. Die Vermutung liegt nahe, dass der Wettbewerb in dem neuen, boomenden Wirtschaftszweig eingeschränkt oder verfälscht werden könnte. Kritik an einem kaum durchblickbaren Dschungel an Tarifen und stark schwankenden Preisen bei unterschiedlichen Anbietern gab es bereits.

„Der Aufbau einer flächendeckenden E-Ladeinfrastruktur, die von Ladestellen-Betreibern angeboten und von Konsumentinnen und Konsumenten auch angenommen wird, ist Voraussetzung für den Erfolg der E-Mobilität in Österreich. Mit der Branchenuntersuchung möchte die BWB auf mögliche Wettbewerbsprobleme im Bereich der E-Ladeinfrastruktur hinweisen, um einen Beitrag zu einem erfolgreichen weiteren Ausbau in Österreich zu leisten“, heißt es seitens der Behörde.

„Innovationshemmende Entwicklungen“

Und weiter: „Da es sich noch um die Anfangsphase von relativ neuen Geschäftsmodellen handelt, ist einerseits darauf zu achten, dass sich innovative Geschäftsmodelle entwickeln können, andererseits rechtzeitig einer potentiellen regionalen oder überregionalen Monopolbildung von Anbietern entgegenzuwirken. Damit wären mittelfristig Lock-in-Effekte, innovations- und qualitätshemmende Entwicklungen sowie verringerte Produktivität und letztlich Wohlfahrtsverlust verbunden.“

Auch in Deutschland sind die Wettbewerbshüter:innen in dem Fall bereits aktiv geworden. Dort prüft das Bundeskartellamt ebenfalls den den Wettbewerb und die Preispolitik der Anbieter:innen. In Österreich zeigte bereits 2018 eine Analyse der Arbeiterkammer (AK), dass es „Verbesserungsbedarf hinsichtlich der transparenten und einfachen Vergleichbarkeit der Preise an öffentlichen Ladestationen“ gebe.

„Ein fairer und vielfältiger Wettbewerb erhöht die Attraktivität der E-Ladeinfrastruktur für Kunden durch Transparenz, niederschwelligen und raschen Zugang, Wahlmöglichkeiten, sowie angemessenen Preisen und trägt dadurch wesentlich dazu bei, die Umstellung des Straßenverkehrs auf CO2 reduzierte Mobilität zu beschleunigen“, heißt es seitens BWB.

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