"Backdoor"-Vorwurf

Streit um WLFI-Token zwischen World Liberty Financial und Justin Sun eskaliert

Tron-Gründer Justin Sun.
Tron-Gründer Justin Sun.

Ein öffentlich ausgetragener Konflikt zwischen dem Tron-Gründer Justin Sun und der Krypto-Plattform World Liberty Financial (WLFI) sorgt derzeit für Aufsehen in der Krypto-Branche. Im Mittelpunkt stehen eingefrorene Konten, gegenseitige Vorwürfe und die Frage, wie dezentral sogenannte DeFi-Plattformen tatsächlich sind. Beide Seiten haben sich inzwischen öffentlich geäußert, und ein Rechtsstreit dürfte der Auseinandersetzung folgen.

Suns Vorwürfe: Backdoor im Smart Contract

Justin Sun, bekannt als Gründer des Tron-Netzwerks und früher Investor bei WLFI, sagt, keinen Zugriff mehr auf seine Konten bei der Plattform zu haben. Er bezeichnet das Vorgehen als ungerechtfertigt und erhebt schwerwiegende Vorwürfe gegen die Betreiber.

„Was mir und keinem anderen Investor jemals offenbart wurde, ist, dass World Liberty eine Backdoor-Funktion zur Sperrung in den Smart Contract eingebaut hat, der zur Ausgabe von WLFI-Token verwendet wird. Dies ist das Gegenteil von Dezentralisierung. Dies ist eine Falltür, die als offene Tür vermarktet wird“, so der Vorwurf von Justin Sun.

Sun erklärt, er habe in WLFI investiert, weil er an die öffentlich kommunizierte Vision einer dezentralen Finanzplattform geglaubt habe. Die nun aufgedeckte Sperrfunktion stehe seiner Ansicht nach im direkten Widerspruch zu diesem Versprechen. Er wirft WLFI vor, Investoren über die tatsächliche Struktur der Plattform im Dunkeln gelassen zu haben.

WLFIs Reaktion: Gegendarstellung und Klageankündigung

World Liberty Financial weist die Vorwürfe entschieden zurück. In einer Stellungnahme auf der Plattform X stellen die Verantwortlichen Suns Darstellung infrage und deuten an, über eigene Beweise zu verfügen.

„Glaubt irgendjemand noch an Justin Sun? Seine Lieblingsmasche ist es, sich als Opfer darzustellen und gleichzeitig haltlose Anschuldigungen zu erheben, um sein eigenes Fehlverhalten zu vertuschen. Gleiche Taktik, anderes Ziel. WLFI ist nicht der Erste. Wir haben die Verträge. Wir haben die Beweise. Wir kennen die Wahrheit. Wir sehen uns vor Gericht.“

WLFI wirft Sun vor, gezielt das Bild eines Opfers zu konstruieren, um von eigenem Fehlverhalten abzulenken. Konkrete Belege für diese Behauptung wurden bislang nicht öffentlich vorgelegt.

Der WLFI-Token ist seit dem Start in 2025 beim Preis um etwa 75 Prozent eingeknickt. Neben WLFI gibt das Unternehmen, das eng mit der Trump-Familie verbunden ist, den Stablecoin USD1 heraus. Der TUMP-Token hingegen wird von einem anderen Unternehmen aus dem Netzwerk des US-Präsidenten herausgegeben.

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