Agai Bodenpapst: Wiener Startup bringt ein KI-Wissenssystem auf den heimischen Acker
Regenerative Landwirtschaft und die Gesundheit der Böden sind in Zeiten des Klimawandels zu zentralen wirtschaftlichen und ökologischen Erfolgsfaktoren für bäuerliche Betriebe geworden. Gleichzeitig wächst der administrative Aufwand für Landwirt:innen stetig. Das Wiener Startup „Agai Bodenpapst“ (AGAi FlexKapG) will hier ansetzen und hat eine intelligente, KI-gestützte Plattform für die Landwirtschaft entwickelt. In der 7. Folge von „2 Minuten 2 Millionen“ präsentiert das Team sein Entscheidungs- und Wissenssystem der Investoren-Jury.
Ein KI-Berater auf Basis von 10.000 Studien
Das Kernprodukt des Startups funktioniert im Grunde wie ein hochspezialisierter ChatGPT-Klon für die Agrarwissenschaft. Nutzer:innen können die Ergebnisse ihrer aktuellen Bodenproben auf der Plattform eingeben und dem System in natürlicher Sprache fachspezifische Fragen stellen – etwa: „Wie verbessere ich meine Stickstoff-Effizienz?“ oder „Wird das Potenzial meines Standortes optimal genutzt?“.
Die Besonderheit im Vergleich zu generischen KI-Modellen liegt in der Datenbasis: Die Antworten von „Bodenpapst“ basieren laut Unternehmensangaben auf über 10.000 validierten wissenschaftlichen Studien, Publikationen und öffentlichen Datensätzen. Dabei werden die Quellen direkt verlinkt, um eine hohe Praxisrelevanz und Vertrauenswürdigkeit für die Landwirt:innen zu gewährleisten. Neben der reinen Bodenanalyse plant das Startup zudem, künftig auch den hohen Bürokratieaufwand in der Landwirtschaft zu automatisieren. Geplant ist etwa ein KI-gestützter „Förder-Finder“, der passende Subventionen recherchiert und Anträge automatisch vorausfüllt.
Softwareabos für die Landwirtschaft als Geschäftsmodell
Wirtschaftlich setzt das Wiener Startup auf ein klassisches, mehrstufiges SaaS-Modell (Software-as-a-Service). Mit monatlichen Abopreisen, die sich je nach Funktionsumfang (vom einfachen Berater bis zum Forschungsexperten) zwischen knapp 10 und 40 Euro bewegen, zielt „Bodenpapst“ sowohl auf einzelne landwirtschaftliche Betriebe als auch auf professionelle Beratungsstellen und die Forschung ab.
Softwarelösungen in der Landwirtschaft stehen oft vor der Herausforderung relativ langer Vertriebszyklen und einer teils traditionell geprägten Zielgruppe. Um ein Investment an Land zu ziehen, muss das Team darlegen, dass die Kosten für die Neukundengewinnung im Agrar-Sektor niedrig genug sind, um mit den aufgerufenen Abo-Preisen langfristig profitabel wirtschaften und international skalieren zu können.
