iCloud+: Apple wird erweiterte KI-Nutzung auf iPhone und Co kostenpflichtig machen
Apple dürfte seinen Nutzerinnen und Nutzern künftig die Möglichkeit geben, für mehr KI-Nutzung zu bezahlen. In der Telefonkonferenz zu den Quartalszahlen am Donnerstag deutete CEO Tim Cook an, dass zusätzliche Kapazitäten für Apple Intelligence über kostenpflichtige iCloud+-Stufen angeboten werden sollen. Nutzer könnten dort, so Cook, „buy up the stack“ – also höherwertige Pakete dazubuchen.
Konkrete Preise oder Bezeichnungen für neue Tarifstufen nannte Cook nicht. Auch offen blieb, ob es sich um eigene KI-Abostufen innerhalb von iCloud+ handelt oder um Zusatzkontingente, die auf bestehende Speicherpläne aufgesetzt werden. Klar ist damit aber die grundsätzliche Richtung: Apple koppelt KI-Kapazität an sein bestehendes Abo-Modell für Cloud-Speicher, statt ein separates KI-Abo aufzusetzen. Cook begründete den Schritt mit der erwarteten Nachfrage – er rechne damit, dass Apple Intelligence und die neue Siri intensiv genutzt werden.
Was iCloud+ heute ist
Die Grundlage dafür existiert längst. Jede Apple-ID kommt mit 5 GB Gratis-Speicher; alles darüber läuft über das kostenpflichtige iCloud+. Die Stufen kosten in den USA 0,99 Dollar für 50 GB, 2,99 Dollar für 200 GB und 9,99 Dollar für 2 TB pro Monat; darüber liegen noch 6 TB um 29,99 und 12 TB um 59,99 Dollar. In der Eurozone verlangt Apple dieselben Beträge in Euro.
Bezahlt wird dabei nicht nur Speicherplatz. Zu iCloud+ gehören auch Datenschutz-Funktionen wie Private Relay, „Meine E-Mail-Adresse verbergen“, eine eigene E-Mail-Domain und HomeKit Secure Video. Bei letzterem hängt die Zahl der unterstützten Kameras von der gebuchten Stufe ab: eine bei 50 GB, bis zu fünf bei 200 GB, ab 2 TB unbegrenzt. Alle kostenpflichtigen Stufen lassen sich per Familienfreigabe mit bis zu fünf weiteren Personen teilen. Apple hat also bereits ein Muster etabliert, bei dem höhere Tarifstufen mehr Funktionsumfang und nicht nur mehr Gigabyte bringen – genau dort ließen sich KI-Limits einhängen.
Neue Siri kommt im Herbst mit iOS 27
Hintergrund ist der breite Rollout der überarbeiteten Siri, der nach mehrfachen Verzögerungen im Herbst gemeinsam mit iOS 27 erfolgen soll. Die KI-Assistenz soll Fragen zu Inhalten beantworten können, die gerade am Bildschirm zu sehen sind, und Aktionen in Apps ausführen. Dazu kommt eine eigenständige Siri-App mit einer textbasierten Oberfläche, wie man sie von ChatGPT kennt.
Damit folgt Apple einem Muster, das OpenAI, Google und Anthropic mit ihren kostenpflichtigen Stufen bereits etabliert haben: Basisfunktionen gratis, intensivere Nutzung gegen monatliche Gebühr. Apple kommt vergleichsweise spät, verfügt dafür aber über eine installierte Basis von mehr als einer Milliarde aktiver Geräte – die Funktionen landen also auf Hardware, die ohnehin schon in den Hosentaschen steckt.

