„Kein klarer VC-Fall“: Steirisches Verpackungs-Startup Supaso holt Investment
Das steirische Verpackungs-Startup SUPASO hat eine Finanzierungsrunde abgeschlossen. Angeführt wird sie von der Gerald Jeitler GmbH, beteiligt sind zudem die Raiffeisen-Landesbank Steiermark und die FMMS Beteiligungs GmbH. Gemeinsam kommen die neuen Investoren auf rund zehn Prozent der Anteile; zur Höhe des Investments macht das Unternehmen keine Angaben. Das Kapital soll in die Serienreife der eigenen Maschinentechnologie sowie in erste Pilotanlagen bei Partnerbetrieben fließen.
SUPASO wurde 2021 gegründet und entwickelt kreislauffähige Kühlverpackung als Alternative zu EPS-Styropor – etwa Dämm-Inlays für temperaturgeführte Sendungen. Das Grundproblem der Branche beschreibt das Unternehmen so: Isoliermaterial ist leicht und voluminös, entsprechend teuer und emissionsintensiv ist der Transport. Wirtschaftlich ausliefern lasse sich laut SUPASO in einem Radius von rund 300 bis 400 Kilometern; darüber hinaus leide entweder die Marge, oder näher gelegene Anbieter seien im Vorteil.
Maschine statt eigener Großfabrik
Die Antwort darauf ist der „Modular Up Cycling Hub“ (MUCH), ein Machine-as-a-Service-Modell. Statt fertige Inlays quer durch Europa zu verschicken, sollen Partnerbetriebe – Verpackungs- und Kartonage-Hersteller sowie Papierfabriken – mit SUPASO-Maschinen aus ihrem eigenen Papier- und Kartonabfall vor Ort produzieren. Eine eigene Großfabrik ist ausdrücklich nicht geplant. „Wir wollen uns direkt in die Wertschöpfungskette bei Verpackungs- und Kartonage-Herstellern und Papierfabriken einbauen“, sagt Mitgründer Fabian Gems.
Fünf Partnerbetriebe seien bereits identifiziert, darunter ein Styroporhersteller. Die erste Pilotanlage soll im ersten Quartal des kommenden Jahres in Betrieb gehen, zwei weitere sollen nach Möglichkeit folgen; die Validierungsphase ist bis etwa 2028 angesetzt. Das Abrechnungsmodell hält das Unternehmen bewusst offen – erprobt werden Varianten von der Leasinganlage mit Lizenzgebühr bis zu Pay-per-Use. Bei deren Ausgestaltung soll die Raiffeisen-Landesbank Steiermark ihr Know-how einbringen. Besonders dynamisch entwickeln sich nach Unternehmensangaben derzeit die Märkte in Kroatien und Slowenien.
Bewusst kein klassisches VC-Geld
Auffällig ist die Wahl der Geldgeber: SUPASO setzt bewusst auf österreichisches Kapital mit langem Anlagehorizont statt auf klassisches Venture Capital. „So ein ganz klarer VC-Fall sind wir nicht“, so Gems – als Hardware-Unternehmen mit erklärungsbedürftigem Produkt denke man nicht in kurzen Exit-Fenstern.
Die FMMS Beteiligungs GmbH gehört zur Beteiligungsholding von Franz Mayr-Melnhof-Saurau (Eigentümer der Mayr-Melnhof Holz Holding), die RLB Steiermark hat ihr Beteiligungsgeschäft auf nachhaltige und regionale Branchen ausgerichtet. Rückenwind erwartet sich das Startup von der EU-Verpackungsverordnung PPWR, die den Druck auf nicht recycelbare Lösungen erhöht. Die Kundenzahl sei zuletzt auf mehrere Hundert in zwölf europäischen Ländern gewachsen.

