Vorwürfe

Binance: Geldwäsche-Verdacht in Milliardenhöhe – Exchange kontert

Binance. © Kanchanara on Unsplash
Binance. © Kanchanara on Unsplash

Der Marktführer der Krypto-Börsen kommt nicht aus den Schlagzeilen: Nachdem die US-Börsenaufsicht SEC offenbar damit begonnen hat, den Binance Coin (BNB) zu untersuchen, hat nun Reuters einen Bericht mit Knalleffekt veröffentlicht. Darin is die Rede davon, dass Binance von Hackern, Betrügern und Drogenhändlern verwendet wurde, um Krypto-Assets im Gegenwert von 2,35 Milliarden Dollar zu waschen.

Reuters spricht von einem Zeitraum zwischen 2017 und 2021. Reuters beruft sich dabei auf Gerichtsakten, Aussagen von Strafverfolgungsbehörden und Daten, die von zwei Blockchain-Analysefirmen für die Nachrichtenagentur zusammengestellt wurden. Beispielhaft wird etwa der Angriff der nordkoreanischen Hacker-Truppe Lazarus auf die slowakische Exchange Eterbase genannt. Dort geklaute virtuelle Währung im Wert von etwa 5,4 Millionen Dollar sollen über Binance-Konten in Umlauf gekommen sein. Auch Hydra, ein Darknet-Marktplatz für Drogen, soll laut Reuters-Recherchen Krypto-Assets im Wert von 780 Milionen Dollar via Binance gehandelt haben.

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Binance wurde in der Vergangenheit bereits wegen seiner schwachen Anti-Geldwäsche-Richtlinien kritisiert. Lange Zeit war es dort möglich, Accounts ohne KYC zu eröffnen – ein simpler Weg für Betrüger:innen, so geklaute Krypto-Assets in den Handel zu bringen. Im August 2021 reagierte das Unternehmen rund um Gründer und CEO Changpeng „CZ“ Zhao schließlich und führte eine verpflichtende Verifizierung für die geschätzt 120 Millionen Nutzer:innen ein (Trending Topics berichtete).

Binance macht sofortige Verifizierung bei Registrierung verpflichtend

Komplettes Dementi sieht anders aus

In einem ausführlichen Blog-Eintrag weist Binance nun die Vorwürfe, die in dem Reuters-Bericht gebracht wurden, zurück. Der Reuters-Bericht sei irreführend. „Wir raten Ihnen dringend, die Autoren und Experten zu ignorieren, die Daten heraussuchen, sich auf bequemerweise nicht überprüfbare „Lecks“ von Regulierungsbehörden verlassen und sich dem Kult der Krypto-Paranoia anschließen, um Ruhm oder finanziellen Gewinn zu erlangen. Schauen Sie sich stattdessen einfach die Fakten an. Weder unsere Branche noch Binance sind perfekt, aber wir sind in den letzten drei Jahren sprunghaft gewachsen“, heißt es darin.

Binance hat den E-Mail-Verkehr mit den Reuters-Journalist:innen veröffentlicht und will damit für Transparenz sorgen. Man hätte Reuters auch angeboten, mit zwei Senior Investigators zu sprechen, die damals mit den Fällen von Lazarus und Hydra beschäftigt waren, aber Reuters hätte abgelehnt. Stattdessen wir der Ball zurück gespielt; genannte Zahlen von Reuters seien falsch, man solle dich bei Chainalysis, einer der Blockchain-Analyse-Firmen, nachfragen. Außerdem würde Binance den Kern des Teams, das die Untersuchung leitete, die zur Zerschlagung von Hydra Market führte, beschäftigen, und man würde mit der DEA (Drogenvollzugsbehörde der USA) direkt zusammen arbeiten. Auch mit slowakischen Behörden im Falle Lazarus hätte man direkt gearbeitet.

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