Cerebras: KI-Chip-Macher will bei IPO 3,5 Milliarden Dollar einsammeln
Mit starken Verbindungen zu OpenAI wollen sie vom KI-Boom 2026 profitieren: Das kalifornische Unternehmen Cerebras Systems, Hersteller spezialisierter Chips für künstliche Intelligenz, hat offiziell die Vorbereitungen für seinen Börsengang eingeleitet. Geplant ist die Ausgabe von 28 Millionen Aktien der Klasse A zu einem Preis zwischen 115 und 125 US-Dollar je Anteil. Damit könnte das Unternehmen rund 3,5 Milliarden Dollar einsammeln und würde beim oberen Ende der Preisspanne mit etwa 26,6 Milliarden Dollar bewertet.
Cerebras hat schon einmal zuvor einen Börsengang angestrebt, dieser wurde dann verschoben. Nun soll es beim zweiten Anlauf gelingen.
Cerebras positioniert sich als direkter Herausforderer etablierter GPU-Anbieter im KI-Markt. Das Kernprodukt des Unternehmens ist der sogenannte Wafer-Scale Engine 3 (WSE-3), der nach eigenen Angaben der weltweit größte kommerziell verfügbare KI-Prozessor ist. Der Chip ist 58-mal größer als ein führender GPU-Chip und soll bei der sogenannten Inferenz, also der Verarbeitung von Nutzeranfragen, bis zu 15-mal schneller sein als vergleichbare GPU-basierte Lösungen, bei gleichzeitig deutlich geringerem Energieverbrauch.
Prominente Investoren und Verbindungen zu OpenAI
Hinter Cerebras steht eine beachtliche Riege namhafter Investoren. Laut einer Einreichung bei der US-Börsenaufsicht SEC halten folgende Investoren jeweils mehr als fünf Prozent der Unternehmensanteile:
- Alpha Wave (Rick Gerson)
- Benchmark (vertreten durch Partner Eric Vishria)
- Eclipse (Lior Susan)
- Fidelity
- Foundation Capital (vertreten durch Partner Steve Vassallo)
Darüber hinaus zählt Cerebras weitere bekannte Namen zu seinen Kapitalgebern, darunter Altimeter, AMD, Coatue, Tiger Global, Valor Equity Partners sowie die Abu Dhabi Growth Fund und G42 aus Abu Dhabi.
Besonders auffällig ist die Verbindung zu OpenAI: Unter den Angel-Investoren befinden sich OpenAI-Gründer und CEO Sam Altman, OpenAI-Mitgründer und Präsident Greg Brockman, der frühere OpenAI-Chefwissenschaftler Ilya Sutskever sowie OpenAI-Boardmitglied und Quora-CEO Adam D’Angelo. Auch Intel-CEO Lip-Bu Tan und Sun-Microsystems-Mitgründer Andy Bechtolsheim gehören zu den Unterstützern.
Bewertungssprung nach jüngster Finanzierungsrunde
Für Investoren, die erst im Februar 2026 in die Series-H-Finanzierungsrunde eingestiegen sind, würde ein erfolgreicher Börsengang einen deutlichen Wertzuwachs bedeuten. Die damalige Runde über eine Milliarde Dollar wurde noch bei einer Bewertung von 23 Milliarden Dollar abgeschlossen. Beim oberen Ende der aktuellen IPO-Preisspanne entspräche das einem Anstieg von rund 15 Prozent in wenigen Monaten.
Bisher größter Tech-Börsengang des Jahres 2026
Sollte der Börsengang zum angestrebten Preis oder darüber gelingen, wäre es der bislang größte Tech-IPO des Jahres 2026. Marktbeobachter sehen darin auch ein Signal für weitere ausstehende Börsengänge großer Technologieunternehmen wie SpaceX sowie möglicherweise OpenAI und Anthropic.
Die Aktien sollen unter dem Tickersymbol CBRS am Nasdaq Global Select Market gehandelt werden. Als federführende Banken für die Transaktion fungieren Morgan Stanley, Citigroup, Barclays und UBS Investment Bank. Die Zeichnungsbanken erhalten zudem eine Option, innerhalb von 30 Tagen bis zu 4,2 Millionen zusätzliche Aktien zu erwerben.



