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Cursor’s „eigenes“ KI-Model Composer 2 basiert auf Kimi K2.5 aus China

Die Anysphere-Gründer: Aman Sanger, Arvid Lunnemark, Sualeh Asif und Michael Truell (CEO). © Anysphere
Die Anysphere-Gründer: Aman Sanger, Arvid Lunnemark, Sualeh Asif und Michael Truell (CEO). © Anysphere

Das US-amerikanische KI-StartupCursor hat eingeräumt, dass sein neu vorgestelltes Coding-Modell Composer 2 auf dem chinesischen Open-Source-Sprachmodell Kimi K2.5 des Startups Moonshot AI aufbaut. Diese Information fehlte bei der ursprünglichen Ankündigung des Modells vollständig, und die Offenlegung erfolgte erst nach einem öffentlichen Hinweis eines externen Nutzers.

Wie die Enthüllung zustande kam

Cursor hatte Composer 2 Anfang der Woche in einem Blogbeitrag als „Coding-Intelligenz auf Frontier-Niveau“ angepriesen, ohne die Herkunft des Basismodells zu erwähnen. Ein X-Nutzer namens Fynn machte dann am Freitag publik, dass es sich bei Composer 2 im Wesentlichen um Kimi K2.5 mit zusätzlichem Reinforcement Learning handle. Als Belege führte er Code-Schnipsel an, die Kimi als zugrundeliegendes System identifizierten.

Daraufhin bestätigte Lee Robinson, Vice President of Developer Education bei Cursor, den Sachverhalt öffentlich auf X. Cursor-Mitgründer Aman Sanger räumte anschließend ein, dass es ein Fehler gewesen sei, die Kimi-Basis nicht von Anfang an zu kommunizieren.

„It was a miss to not mention the Kimi base in our blog from the start. We’ll fix that for the next model“, so Sanger, Mitgründer von Cursor.

Was Cursor zum Modell sagt

Robinson betonte, dass das fertige Modell deutlich über die Kimi-Basis hinausgehe. Laut seinen Angaben stamme nur etwa ein Viertel des gesamten Rechenaufwands für das finale Modell aus dem Basismodell, der Rest sei auf Cursors eigenes Training zurückzuführen. Die Leistung auf verschiedenen Benchmarks sei daher „sehr unterschiedlich“ im Vergleich zu Kimi K2.5.

Robinson erklärte zudem, dass die Nutzung des Modells im Einklang mit den Lizenzbedingungen erfolge, und zwar über den Inferenzanbieter Fireworks AI. Moonshot AI bestätigte dies auf X und bezeichnete die Zusammenarbeit als „autorisierte kommerzielle Partnerschaft“.

„Seeing our model integrated effectively through Cursor’s continued pretraining and high-compute RL training is the open model ecosystem we love to support“, wurde auf dem X-Account von Moonshot AI verlautbart.

Preisvergleich: Composer 2 deutlich günstiger als Konkurrenzmodelle

Cursor bewirbt Composer 2 auch mit seinem vergleichsweise niedrigen Preis. Ein direkter Vergleich mit Modellen von Anthropic verdeutlicht den Unterschied:

Modell Preis pro 1 Mio. Input-Token Preis pro 1 Mio. Output-Token
Cursor Composer 2 0,50 USD 2,50 USD
Anthropic Claude Sonnet 4.6 3,00 USD 15,00 USD
Anthropic Claude Opus 4.6 5,00 USD 25,00 USD

Composer 2 kostet damit etwa ein Zehntel von Claude Opus 4.6 und rund ein Sechstel von Claude Sonnet 4.6, jeweils bezogen auf Input- und Output-Token.

Reaktionen und Kritik

Die Reaktionen in der Tech-Community fielen gemischt aus. Einige Nutzer zeigten sich beeindruckt von der Leistung des Kimi-Modells, nachdem bekannt wurde, dass Composer 2 darauf aufbaut. Andere kritisierten Cursor für den fehlenden Hinweis bei der Erstankündigung.

  • Mehrere Nutzer lobten die Qualität von Kimi K2.5 und bezeichneten es als bemerkenswert, dass ein Open-Source-Modell eines chinesischen Startups führende kommerzielle Modelle bei Coding-Benchmarks übertreffe.
  • Kritiker warfen Cursor vor, sich als Modell-Routing-Schicht zu positionieren, die günstige Basismodelle mit eigener Benutzeroberfläche kombiniere, anstatt eigenständige KI-Forschung zu betreiben.
  • Im politischen Kontext des als Wettbewerb zwischen den USA und China gerahmten KI-Wettrüstens könnte die Nutzung eines chinesischen Modells durch ein hochbewertetes US-Unternehmen als potenziell heikel eingestuft werden.

Hintergrund: Cursor und Moonshot AI

Cursor wurde zuletzt im November mit 29,3 Milliarden US-Dollar bewertet und erzielte zuletzt Berichten zufolge einen annualisierten Umsatz von über 2 Milliarden US-Dollar. Moonshot AI, das Unternehmen hinter Kimi K2.5, ist ein chinesisches Startup, das unter anderem von Alibaba und HongShan (ehemals Sequoia China) unterstützt wird. Kimi K2.5 wurde als Open-Source-Modell veröffentlicht.

Cursor kündigte an, künftig vollständiges Pretraining selbst durchzuführen und bei zukünftigen Modellen transparenter über die verwendeten Basismodelle zu kommunizieren.

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