Ausblick

Google I/O 2026: Neues Gemini-Modell und KI-Videogenerator „Omni“ heiß erwartet

Demis Hassabis, Co-Founder and Chief Executive Officer, Google DeepMind. © 2026 World Economic Forum

Wenn Google am kommenden Dienstag in Mountain View die Entwicklerkonferenz I/O eröffnet, dürfte erneut Künstliche Intelligenz im Zentrum stehen. Erwartet werden eine neue Gemini-Version sowie ein bislang unbestätigter Videogenerator namens „Omni“ – beides Bausteine einer Strategie, mit der Google im Wettlauf gegen OpenAI und Anthropic Boden gutmachen will.

Die Google I/O 2026 findet am 19. und 20. Mai statt, die Keynote ist für 19 Uhr mitteleuropäischer Zeit angesetzt. Es ist der wichtigste Termin im Kalender des Konzerns: Auf der I/O bündelt Google traditionell die Produkt- und Plattformankündigungen für das kommende Jahr – von Android über Chrome bis hin zur Cloud. In den vergangenen drei Jahren wurde die Konferenz allerdings vollständig von der KI-Strategie dominiert, und auch 2026 dürfte daran wenig ändern.

Ein neues Gemini-Modell – aber kein Frontier-Schlag

Laut einem Bericht des Tech-Journalisten Alex Heath plant Google, am Dienstag eine neue Gemini-Version vorzustellen. Sein Eindruck: Das Modell werde sich leistungsseitig etwa auf dem Niveau von OpenAIs jüngst veröffentlichtem GPT-5.5 bewegen – und damit deutlich unter Anthropics Mythos liegen, das sich zuletzt als neuer Referenzpunkt für die Frontier-Modelle etabliert hat, auch wenn es bislang nicht breit verfügbar ist.

Welche Versionsnummer Google wählen wird, ist offen. Analysten halten angesichts des bisherigen Release-Rhythmus von drei bis vier Monaten ein Gemini 3.2 oder 3.5 für am wahrscheinlichsten; ein Sprung auf Gemini 4.0 gilt als möglich, aber weniger wahrscheinlich. Für die Investoren-Seite ist die Frage entscheidend, weil Google nicht nur technologische Fortschritte, sondern zunehmend auch konkrete Monetarisierungsschritte demonstrieren soll. Im ersten Quartal 2026 wuchs das Search-Geschäft des Konzerns um rund 19 Prozent, getragen unter anderem von AI Overviews und dem AI Mode in der Suche.

„Gemini Omni“: Ein Videogenerator, der vorab durchsickerte

Parallel kursieren seit etwa einer Woche Hinweise auf ein neues KI-Modell namens Gemini Omni, das Videos direkt im Gemini-Chat generieren und bearbeiten soll. Erste Nutzer berichteten in den vergangenen Tagen, dass ihnen das Modell kurzzeitig in der Gemini-App vorgeschlagen wurde, gefolgt vom Hinweis: „Meet our new video generation model. Remix your videos, edit directly in chat, try a template, and more.“

Die in den Metadaten hinterlegten Informationen legen nahe, dass Omni auf Veo aufbaut, dem etablierten Videogenerator von Google DeepMind, der zuletzt in der Variante Veo 3.1 Lite als kostengünstigere Version gestartet ist. Unklar ist, wie sich Omni zu Veo positionieren wird. Der Publisher TestingCatalog vermutet, dass Google mit Omni die Fähigkeiten von Veo mit jenen des Bildgenerators Nano Banana 2 zusammenführen könnte – Omni wäre dann weniger ein Veo-Nachfolger als ein eigenständiges, multimodales Gemini-Modell. Erste Tests deuten auf eine hohe Prompt-Treue, eine bessere Audio-Qualität als bei Veo 3.1 sowie eingebettete Hintergrundmusik hin.

Eine offizielle Bestätigung steht aus. Dass die Sichtungen wenige Tage vor der I/O auftauchen, gilt jedoch als deutliches Signal, dass Google das Modell auf der Bühne vorstellen wird.

Was sonst noch erwartet wird

Den größten Teil der Android-Ankündigungen hat Google bereits am 13. Mai auf der vorgelagerten „Android Show: I/O Edition“ abgehandelt. Im Mittelpunkt stand dort „Gemini Intelligence“ – eine Suite proaktiver, agentischer KI-Funktionen, die quer über Smartphones, Wearables, Autos und Laptops hinweg laufen soll. Vorgestellt wurde auch die neue Gerätekategorie „Googlebook“, eine Reihe Gemini-zentrierter Laptops von Acer, ASUS, Dell, HP und Lenovo, die ab Herbst erscheinen sollen. Hinzu kommen Gemini in Chrome mit einer „Auto Browse“-Funktion sowie Material-3-Updates für Android Auto.

Für die Hauptkeynote am Dienstag werden daher vor allem KI- und Entwicklerthemen erwartet: Updates zur Gemini-Familie, neue Tools für agentische KI, Erweiterungen der Generativ-Modelle Veo, Imagen und gegebenenfalls Omni sowie ein Ausblick auf Genie 3, Gemma 4 und das Robotik-Modell Gemini Robotics ER-1.6. Auch ein erster Blick auf die für Ende 2026 geplanten Android-XR-Brillen wurde von Google bereits bestätigt – entwickelt in Partnerschaft mit Samsung, Warby Parker und Gentle Monster.

Warum die I/O zählt

Die I/O ist mehr als eine Produktshow. Für Google ist sie die zentrale Bühne, um das Narrativ der KI-Transformation an Entwickler, Werbekunden und Wall Street zugleich zu adressieren. Das Cloud-Geschäft sitzt nach jüngsten Quartalszahlen auf einem Auftragsbestand von rund 462 Milliarden US-Dollar, getrieben unter anderem vom Verkauf eigener TPU-Chips. Gleichzeitig drängen OpenAI und Anthropic mit eigenen Modell-Releases und Produktinitiativen – von OpenAIs gerüchteweise geplantem KI-Phone bis hin zu Anthropics Mythos – in jene Marktsegmente, die Google bislang über Suche, Android und Workspace dominiert.

Dass die für Dienstag erwartete Gemini-Version vermutlich nicht die absolute Spitze der Leistungsskala markieren wird, ist für Google daher kein triviales Problem: Der Konzern muss zeigen, dass die Verbreitung seiner Modelle über Milliarden Endgeräte und die Integration in seine Werbe- und Cloud-Infrastruktur jenen Vorsprung kompensieren kann, den Wettbewerber an der reinen Modellfront aufgebaut haben. Die I/O 2026 wird zeigen, ob diese Rechnung aufgeht.

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