Belvedere-Aktion

The Kiss NFT: Verkauf der digitalen Kopie ist bereits ein Millionengeschäft

NFT-Präsentation „Der Kuss" von Gustav Klimt im Oberen Belvedere © Ouriel Morgensztern / Belvedere, Wien
NFT-Präsentation „Der Kuss" von Gustav Klimt im Oberen Belvedere © Ouriel Morgensztern / Belvedere, Wien

NFTs scheiden momentan allseits die Geister. Viele sehen in den digitalen Token ein Instrument für Betrügereien, das außerdem durch hohen Energieverbrauch die Klimakrise nur noch schlimmer macht. Fans dagegen sehen sie als die Zukunft von digitaler Kunst und Eigentum – oder einfach nur als wertvolle Sammlerstücke. Fest steht: An ihnen führt kein Weg vorbei. Auch in Österreich ist die Kunstwelt in den NFT-Bann geraten.

So hat das Belvedere Museum das Gustav Klimt-Meisterwerk „Der Kuss“ tokenisiert und bietet es zum Valentinstag zur Versteigerung an. Je Token bezahlt man einen Preis von 1.850 Euro pro Stück. Doch was genau bekommen Käufer:innen hier wirklich? Wir haben uns das Angebot genauer angeschaut.

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„Neue Wege der Teilhabe“

„Was bedeutet der Besitz eines Kunstwerks im digitalen Zeitalter? Der Aufstieg der NFTs, der seit 2020 die Kunstwelt beschäftigt, spitzt diese Frage auf faszinierende Weise zu. So eröffnet die Umwandlung von digitalen Reproduktionen in virtuelle Originale neue Wege der Teilhabe, die finanziell ernst zu nehmen sind und spielerisch gedacht werden dürfen“, so Belvedere-Generaldirektorin Stella Rollig zum NFT-Drop. Besitzer:innen können online eine persönliche Widmung hinzufügen und damit den NFT beim Verschenken personalisieren. Das Museum bezeichnet das als „digitale Liebeserklärung“.

Eine hochaufgelöste digitale Kopie hat das Belvedere in Zusammenarbeit mit dem NFT-Investmentfonds artèQ erstellt. Diese hat das Museum dann in 10.000 Einzelteile aufgeteilt. Technischer Partner der Versteigeurng ist das 2021 gestartete österreichische NFT-Auktionshaus artèQ.

Bereits ein Millionengeschäft

Am heutigen Valentinstag (Hoffentlich hat ihn niemand vergessen!) soll der Drop der Token stattfinden. Schon am 26. Jänner begann die Whitelisting-Phase, in der sich Interessent:innen auf der Plattform thekiss.art zum Kauf anmelden können.

Wie läuft der NFT-Verkauf also bisher? Ein Blick in den Smart Contract (ERC-721-Token sind via Etherscan transparent einsehbar) zeigt, dass das Wallet des Belvedere und artèQ am Montag morgen noch 8.226 NFTs hält. Von den 10.000 wurden also erst 1.774 verkauft. Bei den hohen Preisen ist das aber bereits ein gutes Geschäft. Insgesamt wurden so bereits 3,3 Millionen Euro gemacht.

Der große NFT-Scam

NFT-Kauf macht nicht zum Klimt-Besitzer

Weitere Käufer:innen können heute in dem Prozess, den man auch „Reverse Token Method“ nennt, noch den Kauf online abschließen. Die 10.000 Ausschnitte des Gesamtwerks werden dabei nach dem Zufallsprinzip vergeben. Die NFTs können Interessierte über jede handelsübliche Verkaufsplattform, beispielsweise OpenSea, erstehen und  auch dort weiterverkaufen.

Klingt alles gut soweit, aber es bleibt zu bedenken: Selbst wenn man jedes einzelne der 10.000 Token besitzen würde, kann man sich das berühmte Originalgemälde nicht mit nach Hause nehmen. Aus dem künstlerischen Meisterwerk das perfekte Valentinstagsgeschenk zu machen, ist leider nicht drin. Es herrscht oft Verwirrung darüber, was NFTs eigentlich sind. Zur Erinnerung: Es handelt sich dabei um Krypto-Token, die den Besitz eines Kunstwerk auf eine Blockchain schreiben und somit bestätigen.

Käufer:innen des Klimt-NFTs erhalten demnach nur die Bestätigung, dass ihnen ein Teilchen der digitalen Kopie von „Der Kuss“ gehört. Ob das wirklich 1.850 Euro wert ist, müssen Interessierte für sich selbst entscheiden. „Der Preis ist das Ergebnis einer eingehenden Marktumschau und der Berücksichtigung der Tatsache, dass der Kuss ein außergewöhnliches Werk ist. Die für den Weltmarkt sehr kleine Zahl der Anteile und die Tatsache, dass jeder Teil unverwechselbar ist, macht diese Tokens zusätzlich kostbar“, heißt es vom Belvedere Museum.

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