CO2-neutral

Revoltech: Das Startup, das Lederersatz aus Hanf herstellt

Montgomery Wagner, Lucas Fuhrmann and Julian Mushövel von Revoltech. © Revoltech
Montgomery Wagner, Lucas Fuhrmann and Julian Mushövel von Revoltech. © Revoltech

Von Pilzen, Blumen und Algen, die Pelze und Leder ersetzen können, haben wir schon berichtet. Jetzt kommt eine neue Idee aus dem deutschen Darmstadt daher: Dort hat das Startup Revoltech der Gründer Lucas Fuhrmann, Julian Mushövel and Montgomery Wagner damit begonnen, die gute alte Nutzpflanze Hanf zu künstlichem Leder zu verarbeiten. Die drei haben ein Verfahren entwickelt, um Hanffasern zu einem Lederersatz zu verarbeiten, mit dem wiederum Sofas oder Autositze bezogen werden können. Getauft haben sie ihr Produkt LOVR.

„Wir haben ein Verfahren zur Herstellung eines lederähnlichen Materials aus einer Vielzahl von faserigen landwirtschaftlichen Reststoffen entwickelt. In unserem Produktionsprozess verwenden wir ausschließlich Materialien auf Pflanzenbasis: Keine fossilen Brennstoffe, kein Plastik und keine schädlichen Chemikalien“, heißt es seitens des Unternehmens, an dessen Produkten mittlerweile auch der Autoriese Volkswagen interessiert ist. Kooperiert wird mit der Technischen Universität in Darmstadt. Mit der TU werden die Methoden und Maschinen, die eine Brücke zwischen der Landwirtschaft und der Textilindustrie bilden, entwickelt.

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© Revoltech GmbH
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Von Lederersatz aus pflanzlichen Materialien hat man schon oft gehört. Vor allem aus Mittel- und Südamerika. Dort werden bereits seit längerem Ananas, Apfel oder Kaktusfasern zu einem lederartigen Textil verarbeitet, und das wieder verkaufen Unternehmen und Startups in Europa dann als nachhaltig. Der Tiroler Schuhhersteller Giesswein etwa hat Schuhe aus Kaktusleder aus Mexiko ins Portfolio aufgenommen, und die Jungfirma Botka setzt auf Ananasleder (mehr dazu hier).

Nicht beachtet wird dabei, dass die Logistik aus fernen Ländern und der Anbau der Pflanzen durchaus viel CO2 verursachen. Mit LOVR hingegen wollen die Darmstädter zum einen Rohstoffe aus der Region beziehen und zum anderen nur Abfälle verwenden – es soll nichts extra angebaut werden. So soll Revoltech nur von „vertrauenswürdigen landwirtschaftlichen Partnern“ aus der CBD-Industrie mit deren Nebenerzeugnissen beliefert werden. Zudem sei das Endresultat 100 Prozent biologisch abbaubar und klimaneutral, ganz im Sinne der immer wichtigeren Kreislaufwirtschaft. Gegenüber echtem Leder spart soll es 99,7% CO2 einsparen, da ja die Tierzucht mit allem drum und dran wegfällt. Ach ja, und vegan ist der Lederersatz natürlich auch.

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