Manus wird mit Meta Ads und Instagram verknüpft, eng in Zuckerberg’s Imperium integriert
2 bis 3 Milliarden Dollar hat es sich Meta kosten lassen, um das chinesische KI-Startup Manus zu kaufen. Und verliert keine Zeit damit, es als den neuen KI-Agenten für Unternehmen zu positionieren. Per Mailing werden aktuell Meta-Werbekunden auf Manus hingewiesen; Manus sei ein Tool, mit dem man voll funktionsfähige Webseiten oder ansprechende Anzeigeninhalte erstellen könne, einfach ein Werkzeug dafür, um Geschäftsziele, Wachstum und Umsatz zu erreichen.
Und: Nur wenige Monate nach der angekündigten Übernahme des KI-Startups Manus im Dezember 2025 hat Meta damit begonnen, seine eigenen Werbeplattformen und sozialen Netzwerke direkt in den Manus-Arbeitsbereich zu integrieren. Mit sogenannten „Connectors“ sollen Nutzer künftig ihre Meta-Dienste nahtlos aus dem Manus-Interface heraus steuern und analysieren können. Zwei Integrationen befinden sich bereits in einer frühen Beta-Phase.
Die neuen Meta-Integrationen im Überblick
- Meta Ads Manager Connector: Nutzer können ihren Meta Ads Manager direkt mit dem Manus-Arbeitsbereich verbinden. Der Connector ermöglicht es, Werbedaten in Echtzeit abzufragen, automatisierte Berichte zu erstellen und Kampagnenleistungen per natürlicher Sprache zu analysieren. Manus übersetzt die Rohdaten in Berichte, Präsentationen, Dashboards oder Infografiken. Die Verbindung ist schreibgeschützt, das heißt, Kampagnen können über Manus nicht verändert werden. Auch mehrere Werbekonten lassen sich gleichzeitig verbinden und verwalten.
- Instagram Connector: Der Instagram-Connector erlaubt es Nutzern mit einem professionellen Instagram-Profil, Inhalte direkt aus dem Manus-Arbeitsbereich heraus zu erstellen und zu veröffentlichen. Unterstützt werden Beiträge, Karussells, Stories und Reels inklusive Bildunterschriften. Darüber hinaus können Engagement-Daten wie Reichweite, Likes, Kommentare, Shares und Speichervorgänge abgerufen werden. Manus soll auf Basis dieser Daten auch Strategievorschläge zur Verbesserung der Content-Performance liefern.
Beide Integrationen befinden sich noch in der Beta-Phase und stehen noch nicht allen Nutzern zur Verfügung. Meta und Manus bezeichnen die Connectors als ersten Schritt hin zu einem vollständig integrierten KI-gestützten Arbeitsbereich für Unternehmen und Werbetreibende.
Diese schnelle, enge Integration ist eher ungewöhnlich und zeugt von erheblichem Zeitdruck. Nach den Übernahmen von Instagram oder WhatsApp war Zuckerberg sehr bedacht darin, den zugekauften Diensten nicht sofort Facebook-Logik überzustülpen. Nicht ohne Grund: Als WhatsApp mit Facebook verknüpft werden sollte, war der Backlash für Zuckerberg groß, viele User flüchteten damals zu Alternativen wie Telegram.
Hintergrund: Die Übernahme von Manus durch Meta
Im Dezember 2025 gab Meta bekannt, das chinesische KI-Startup Manus in einem Deal im Wert von über zwei Milliarden US-Dollar zu übernehmen. Manus hatte sich zuvor als Anbieter eines vollautonomen KI-Agenten einen Namen gemacht und wurde in der Tech-Branche als „Chinas nächstes DeepSeek“ gehandelt. Der Agent soll in der Lage sein, komplexe Aufgaben eigenständig zu erledigen, darunter Wettbewerbsanalysen, die Erstellung von Websites sowie die Automatisierung von Geschäftsprozessen. Nach eigenen Angaben hatte Manus seit dem Marktstart mehr als 147 Billionen Tokens verarbeitet und die Erstellung von über 80 Millionen virtuellen Computern ermöglicht.
„Der Beitritt zu Meta ermöglicht es uns, auf einer stärkeren, nachhaltigeren Grundlage aufzubauen, ohne zu ändern, wie Manus funktioniert oder wie Entscheidungen getroffen werden.“ (Xiao Hong, CEO von Manus)
Manus werde weiterhin von Singapur aus operieren und seine Abos unverändert anbieten. Langfristig soll das Angebot auf die Milliarden von Nutzern und Unternehmen auf den Plattformen von Meta ausgeweitet werden.
Chinesische Behörden hindern Manus-Gründer an der Ausreise
Die Übernahme hat jedoch auch politische Konsequenzen. Kurz nach der Bekanntgabe des Deals kündigte Chinas Handelsministerium an, die Transaktion auf ihre Vereinbarkeit mit lokalen Gesetzen und Vorschriften zu prüfen. Laut einem Bericht der Financial Times vom März 2026 wurden Manus-CEO Xiao Hong und Chefwissenschaftler Ji Yichao von den chinesischen Behörden angewiesen, das Land während der laufenden Prüfung nicht zu verlassen. Ein offizielles Ausreiseverbot dieser Art ist ein in China gelegentlich eingesetztes Instrument, um Personen während regulatorischer oder strafrechtlicher Untersuchungen im Land zu halten.
Wie lange die Überprüfung andauern wird und welche konkreten Auswirkungen sie auf den Abschluss der Übernahme haben könnte, ist derzeit noch unklar. Meta und Manus haben sich zu den Berichten über das Ausreiseverbot bislang nicht öffentlich geäußert.


