Finanzierung

MUST Visibility: Neue Investoren und frisches Kapital für Grazer Industry-Startup

Die MUST Visibility-Gründer Abdul Muaaz Hadi und Stefan Trabesinger © SPG/Lueflight
Die MUST Visibility-Gründer Abdul Muaaz Hadi und Stefan Trabesinger © SPG/Lueflight

Was in der Spindel einer Werkzeugmaschine während der Bearbeitung passiert, bleibt für Fertigungsbetriebe meist verborgen – bis Ausschuss entsteht oder die Maschine stillsteht. Das Grazer Startup MUST Visibility hat eine AI-basierte Lösung entwickelt, die Fehler erkennt, bevor sie entstehen. Die Technologie analysiert Spindeldaten direkt aus der Maschinensteuerung und schlägt Alarm, wenn sich Probleme anbahnen. Aktuell hat das Team am Science Park Graz eine halbe Million Euro Förderkapital von der FFG erhalten und prominente Investoren an Bord geholt.

MUST Visibility erkennt Belastung von Spindeln

Die Zerspanung zählt zu den sensibelsten Prozessen in der industriellen Fertigung. Minimale Abweichungen wie ein stumpfes Werkzeug, falsche Parameter oder ungeeignetes Material führen zu Ausschuss oder Maschinenstillstand. Dennoch fehlt bis heute ein durchgängiger Blick in den laufenden Fertigungsprozess. „Man sieht das Ergebnis erst am Ende des Prozesses. Was wirklich in der Spindel während des Prozesses passiert, bleibt verborgen“, erklärt Mitgründer Stefan Trabesinger. Genau dieses Problem will MUST Visibility lösen.

Trabesinger und Co-Founder Muaaz Abdul Hadi haben ein System entwickelt, das die Belastung der Spindel während des Fräs-, Bohr- oder Schleifvorgangs erfasst. Die Antriebsdaten wertet ein Edge-Modul direkt an der Maschine aus. Die eigentliche Intelligenz steckt in der AI-Software „anoMLix“. Sie erkennt in Echtzeit, wenn sich Fehler im Bauteil anbahnen, ein Werkzeug verschleißt oder der Prozess instabil wird.

Startup verspricht sinkende Kosten und reduzierte CO2-Emissionen

„Die Software analysiert, wie sich das Belastungsprofil der sensiblen Spindel während der Bearbeitung verändert – so werden Fehler erkannt, bevor man diese überhaupt sieht“, sagt Hadi. Die Lösung soll ohne zusätzliche Sensoren auf der Maschine auskommen. Das Startup verspricht damit deutlich sinkende Fertigungskosten und reduzierte CO2-Emissionen. Erstmals präsentiert MUST Visibility die Technologie auf der Fachmesse „InterTool x Schweissen“ in Wels, die noch bis 24. April läuft.

Die Technologie richtet sich an drei Märkte. Erstens an Endanwender wie Gießereien, additive Fertiger und Zerspanungsbetriebe. Zweitens Maschinenhersteller, die ihre Anlagen aufwerten wollen. Drittens Steuerungshersteller, die Steuerungsdaten für ihren Wettbewerbsvorteil nutzen möchten.

„Spindeldaten aus dem Steuerungssystem sind unglaublich aussagekräftig. Wir erkennen frühzeitig, wenn die Lebensdauer des Werkzeugs erreicht ist, wenn Materialabweichungen auftreten oder wenn Parameter unpassend gewählt wurden. Damit lässt sich Ausschuss reduzieren, Standzeiten verbessern und Stillstand vermeiden“, erklärt Hadi.

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FFG-Förderung in Höhe einer halben Million

MUST Visibility hat seinen Ursprung an der TU Graz. Erste Experimente führte das Team in der Smart Factory der TU Graz durch. Offiziell an den Start ging die Jungfirma im August als Spin-off von Pro2Future, dem Forschungszentrum für Industrie-4.0-Technologien. Fünf Jahre Entwicklungsarbeit stecken in der Lösung.

„Wir haben jetzt einen funktionierenden Prototypen, der in realen Maschinenumgebungen läuft. Unser Ziel ist klar: Wir wollen noch im kommenden Jahr ein marktreifes Produkt präsentieren“, sagt Trabesinger. Rückenwind kommt von prominenten Investoren: Wolfgang Mraz, CEO von DCCS, Techsoft-Invest-Geschäftsführer Kurt Gürtler und Forscher Markus Brillinger haben sich am Startup beteiligt. Eine halbe Million Euro fließt zudem durch das Basisprogramm der FFG.

Für den Science Park Graz ist MUST Visibility ein Beispiel für die Stärke des steirischen Innovationsraums. Geschäftsführer Martin Mössler erläutert: „Aus Forschung entsteht hier echte Wertschöpfung. MUST Visibility zeigt, wie wissenschaftliche Exzellenz und industrielles Verständnis zu marktfähigen Produkten führen.“

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