OÖ: Neues KI-Zentrum wird mit 2,1 Millionen Euro/Jahr ausgestattet
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Auf dem Campus der Johannes Kepler Universität in Linz entsteht ein „Center of Excellence for Physical and Industrial AI“. Das Land Oberösterreich stellt dafür in den kommenden drei Jahren 2,65 Millionen Euro bereit, fünf heimische Industriebetriebe zahlen je 250.000 Euro pro Jahr. Betrieben wird das Zentrum vom US-Innovationsnetzwerk Plug and Play, der Start ist für Oktober geplant. Vorgestellt wurde das Vorhaben kürzlich bei einer Pressekonferenz in Linz.
Ziel des Zentrums ist es, internationale Innovationen schneller in die oberösterreichische Industrie zu bringen und heimischen Unternehmen Zugänge zu Technologien, Startups und internationalen Partnern zu eröffnen. Im Mittelpunkt stehen KI-Anwendungen in Produktion, Anlagenbau, Logistik, Engineering und Bauwirtschaft, also jene Bereiche, die unter dem Schlagwort „Physical AI“ zusammengefasst werden: KI, die nicht nur Text und Bild verarbeitet, sondern Maschinen, Anlagen und Materialflüsse steuert.
Rund 2,1 Millionen Euro pro Jahr
Als Kooperationspartner mit an Bord sind Keba, Primetals Technologies, Swietelsky, TGW Logistics und voestalpine. Rechnet man die Beiträge zusammen, stehen dem Zentrum jährlich rund 2,13 Millionen Euro zur Verfügung: etwa 883.000 Euro vom Land, das seine 2,65 Millionen Euro über drei Jahre verteilt, und 1,25 Millionen Euro aus den Jahresbeiträgen der fünf Betriebe. Über die gesamte Laufzeit summiert sich das auf rund 6,4 Millionen Euro, wobei knapp 60 Prozent davon aus der Industrie kommen.
Die Aufgabenstellungen der Partnerunternehmen bilden die Grundlage für das Scouting: Plug and Play soll Startups und Technologien identifizieren, die für konkrete industrielle Probleme Lösungen anbieten können. Die Abwicklung für das Land übernimmt der oberösterreichische Startup-Inkubator tech2b, dessen Geschäftsführer Lukas Keplinger zuletzt gegenüber Trending Topics mehr internationale Sichtbarkeit für den Standort eingefordert hatte. Die Partnerschaft ist vorerst auf drei Jahre angelegt.
Plug and Play ist ein 2006 im Silicon Valley gestartetes Accelerator- und Investmentnetzwerk, das nach eigenen Angaben an mehr als 65 Standorten auf fünf Kontinenten aktiv ist, mit über 550 Konzernen zusammenarbeitet und ein Portfolio von mehr als 2.500 Beteiligungen hält. Das Unternehmen investiert jährlich in rund 250 Startups. In Österreich ist Plug and Play seit einigen Jahren präsent, die Landesorganisation wird von Benjamin Kloss geführt. Laut Land Oberösterreich handelt es sich beim Linzer Standort um das erste Center of Excellence dieser Art innerhalb der EU.
„Neue Technologien sollen in OÖ bleiben“
„Neue Technologien sollen nicht irgendwo Wertschöpfung und Arbeitsplätze schaffen, sondern bei uns in Oberösterreich bleiben“, sagte Landeshauptmann Thomas Stelzer (ÖVP) bei der Präsentation. Die Partnerschaft sei ein bedeutender Schritt für den Industrie- und Innovationsstandort, er sprach von einem „Big Bang“ für das Bundesland und von mehr Sichtbarkeit im internationalen Wettbewerb. Zuletzt gab es im Bundesland mit den Exits von Tractive (an Bending Spoons in Italien) und Emmy Ai (an Mistral aus Frankreich) zwei große Deals.
Für Linz ist es nicht die erste Ansiedlung dieser Art: An der JKU forscht das Team rund um Sepp Hochreiter am Institute for Machine Learning, 2023 startete dort mit NXAI ein privat finanziertes KI-Forschungsunternehmen. Ob das neue Zentrum über die Laufzeit von drei Jahren hinaus fortgeführt wird, ist offen.

