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VSE‑Label für Helga Health: Das Startup, das Psychoonkologie zugänglich macht

Philipp Albrecht, CEO und Mitgründer von Helga Health © Helga Health
Philipp Albrecht, CEO und Mitgründer von Helga Health © Helga Health

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Das Wiener Startup Helga Health hat es sich zum Ziel gemacht, Krebspatient:innen bei ihren psychischen und sozialen Bedürfnissen zu unterstützen. Die 2019 gestartete Jungfirma vermittelt ihre Kund:innen an Psychoonkolog:innen, also Expert:innen, die ihnen bei ihren Herausforderungen zur Seite stehen können. In diesem Jahr hat das Jungunternehmen das begehrte Verified Social Enterprise-Label (VSE-Label) erhalten.

Psychoonkologie verbessert die Lebensqualität

“Helga hat das Ziel, allen Menschen dieser Welt die Vorteile der Psychoonkologie zugänglich zu machen, also professionelle Unterstützung bei den seelischen und emotionalen Herausforderungen einer Krebsdiagnose. Und zwar nicht nur für die Betroffenen selbst, sondern auch für ihre Angehörigen”, erklärt Philipp Albrecht, CEO und Mitgründer des Startups.

Laut Albrecht erkrankt jeder zweite Mensch im Laufe seines Lebens an Krebs. Unser Gesundheitssystem kümmere sich dabei vor allem um den Tumor, jedoch weniger um den Menschen und die Familie drumherum. “Genau hier setzt die Psychoonkologie an: Sie verbessert die Lebensqualität und hilft, mit der Situation besser umzugehen. Zahlreiche Studien belegen ihren signifikanten positiven Effekt, weshalb sie auch Teil des nationalen Krebsplans (NKP) ist”, so Albrecht. Helga Health will den Zugang zur Psychoonkologie erleichtern.

Niederschwellige Beratung per Videotelefonie

In Österreich gibt es rund 50 ambulante Psychoonkolog:innen. Dagegen gibt es pro Jahr etwa 50.000 Krebsneuerkrankungen. Dadurch entstehen Wartezeiten von teilweise über einem Jahr. Wer privat zahlt, muss mit rund 120 Euro pro Beratungsstunde rechnen. Außerdem gibt es nicht überall in Österreich eine ausreichende Abdeckung durch entsprechende Angebote. Darum müssen viele Betroffene teils über 100 Kilometer zu Terminen fahren. Dieses Problem will das Wiener Startup bekämpfen.

“Wir machen psychoonkologische Beratung niederschwellig per Videotelefonie zugänglich, bieten einen eigenen Sozialtarif von 50 statt 120 Euro pro Stunde und arbeiten daran, selektive Verträge mit Krankenversicherungen abzuschließen”, erklärt Philipp Albrecht. Auch Unternehmen setzen Helga bereits im betrieblichen Gesundheitsmanagement ein, darunter beispielsweise Coca-Cola. Erkranken dort Mitarbeiter:innen, können die Betroffenen und ihr Team sofort den Service von Helga in Anspruch nehmen.

Helga Health ist eine von 85 Austro-Firmen mit VSE-Label

Philipp Albrecht hat bereits vor der Gründung von Helga Health Erfahrungen mit der Führung von MedTech-Unternehmen gesammelt. Er hat zuvor bereits HappyMed geleitet. Diese Firma hat eine Videobrille entwickelt, die unter anderem während der Chemotherapie zum Einsatz kommt. Daher hatten Albrecht und sein Team bereits viel mit Krebsbetroffenen zu tun. Sie wurden durch die Patient:innen auf die Versorgungslücke in der Psychoonkologie aufmerksam.

Für ein Startup wie Helga ist das VSE-Label ein logischer Schritt nach vorne. Hierbei handelt es sich um eine Auszeichnung, die das Bundesministerium für Wirtschaft, Energie und Tourismus gemeinsam mit der Austria Wirtschaftsservice (aws) an Social Enterprises verleiht. Als Social Enterprises gelten Unternehmen, die verschiedene gesellschaftliche Herausforderungen bewältigen wollen.

Das Spektrum ist hierbei breit und reicht neben MedTech-Anwendungen wie der von Helga von Bildung und digitaler Kompetenz über soziale Inklusion bis hin zu Klimaschutz, nachhaltigem Konsum und der Entwicklung neuer Wirkungsmodelle rund um Daten und Technologie. In diesem Jahr wurde das VSE-Label bereits zum fünften Mal vergeben. Helga Health ist seit diesem Jahr eines von 85 zertifizierten Social Enterprises in Österreich.

„Impact vor Rendite“ in Gesellschaftsvertrag verankert

Dabei hätte das Team von Helga ohne die aws womöglich nie vom VSE-Label erfahren. Laut Albrecht hat das Startup im Newsletter der aws erstmals über die Auszeichnung gelesen. Doch der Mitgründer und sein Team haben schnell den Entschluss gefasst, das Label zu beantragen. “Wir haben den gemeinnützigen Gedanken, ‚Impact vor Rendite‘, in unserem Gesellschaftsvertrag verankert und über die letzten sechs Jahre durch unsere Tätigkeit bewiesen, dass wir ein Social Enterprise sind und auch als solches agieren”, erklärt der CEO.

Die aws hat Helga Health auch im Zuge eines Beratungsgesprächs bei der Antragstellung unterstützt. Hier erhielt die Jungfirma die Bestätigung, dass ihr Konzept gut mit dem Label zusammenpasst. Für Albrecht ist die Auszeichnung wichtig, weil sie die soziale Ausrichtung der Jungfirma unterstreicht. Das Startup konnte seinerseits auch die aws, die die Vergabe des Labels abwickelt, von seinem Social Impact überzeugen.

„VSE-Label ist ein glaubwürdiges Signal nach außen“

“Unsere Vision umzusetzen, ist ein sehr dickes Brett. Ein klassischer Venture-Case ist das Ganze nicht. Wir sind auf Förderungen, Umsätze sowie Philanthrop:innen angewiesen, die dieses Projekt unterstützen. Das VSE-Label ist dafür ein klares, glaubwürdiges Signal nach außen, dass unser gesellschaftlicher Anspruch kein Lippenbekenntnis ist, sondern ein tief verankertes Grundprinzip unseres unternehmerischen Handelns“, so der Helga-Geschäftsführer.

Philipp Albrecht empfiehlt allen österreichischen Startups mit sozialem Anspruch, den Antrag auf das VSE-Label zu stellen, speziell, um zu zeigen, wie ernst sie ihre gesellschaftliche Aufgabe nehmen. “Die Beantragung ist relativ unkompliziert. Entscheidend ist, dass man, auch anhand einer Wirkungskette, sehr klar darlegen kann, welchen gesellschaftlichen Impact das eigene unternehmerische Tun hat.”

Weitere Informationen zum VSE-Label finden sich hier.

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