Fintech

Revolut will 2028 IPO bei Bewertung von bis zu 200 Milliarden Dollar

Revolut HQ in London. © Revolut
Revolut HQ in London. © Revolut

Die britische Digitalbank Revolut plant einen Börsengang mit einer Zielbewertung von 150 bis 200 Milliarden US-Dollar. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf Investoren, die von dem Fintech-Unternehmen über seine Börsenpläne informiert wurden. Ein IPO soll allerdings frühestens 2028 stattfinden.

Ambitionierte Bewertungsziele für den Börsengang

Laut Financial Times haben Revolut-Manager die Zielbewertung intern sowie mit ausgewählten Investoren besprochen. Eine Person aus dem Umfeld des Unternehmens betonte jedoch, dass noch kein formales Bewertungsziel festgelegt worden sei. Revolut selbst wollte sich gegenüber der Zeitung nicht äußern.

„Wir sind eine Bank, und für eine Bank ist Vertrauen extrem wichtig. Börsennotierte Unternehmen genießen mehr Vertrauen als private Unternehmen“, sagte Revolut-Gründer Nik Storonsky in einem Bloomberg-Interview mit David Rubenstein, dem Vorsitzenden der Private-Equity-Gruppe Carlyle.

Die angepeilte Bewertung von 150 bis 200 Milliarden Dollar würde eine erhebliche Steigerung gegenüber der aktuellen Bewertung bedeuten. Die jüngste Finanzierungsrunde im November 2025 hatte Revolut mit 75 Milliarden Dollar bewertet, ein Anstieg gegenüber 45 Milliarden Dollar im Jahr 2024. Zu den neuen Investoren zählt unter anderem der Chiphersteller Nvidia.

Milliardenbetrag für Gründer Storonsky

Ein Erreichen der Bewertungsziele hätte weitreichende Konsequenzen für Firmengründer Nik Storonsky persönlich. Die Financial Times hatte bereits früher berichtet, dass ein solches Ergebnis ein Vergütungspaket nach dem Vorbild von Elon Musk auslösen würde.

Storonsky erklärte in einem russischsprachigen Interview im Dezember, dass sein Incentive-Paket ihm einen Anteil von rund 40 Prozent am Unternehmen sichern würde, sollte Revolut eine Bewertung von 200 Milliarden Dollar erreichen. Das würde seinen Anteil auf etwa 80 Milliarden Dollar beziffern.

Konkret sieht eine seit Langem bestehende Vereinbarung vor, dass Storonskys Anteil am Unternehmen um mehrere Prozentpunkte steigt, sobald Revolut eine Bewertung von 150 Milliarden Dollar erreicht, wie die Financial Times berichtet.

Sekundärverkauf vor dem Börsengang geplant

Vor einem möglichen IPO bereitet Revolut laut Financial Times einen weiteren Sekundärverkauf von Anteilen vor. Dieser soll es bestehenden Investoren ermöglichen, Teile ihrer Beteiligungen zu veräußern. Zu den bisherigen Geldgebern zählen unter anderem die Risikokapitalfirmen Balderton Capital und Index Ventures. Der Sekundärverkauf ist für die zweite Jahreshälfte 2025 geplant, eingeweihte Personen erwarten dabei eine Bewertung von mehr als 100 Milliarden Dollar. Solche Transaktionen treiben in der Regel die Unternehmensbewertung weiter nach oben

Die ambitionierten Bewertungsziele stützen sich auf das anhaltend starke Wachstum des Unternehmens. Laut Financial Times stiegen die Vorsteuergewinne von Revolut im vergangenen Jahr um 57 Prozent auf 1,7 Milliarden Pfund, bei einem Umsatz von 4,5 Milliarden Pfund. Treiber war vor allem ein Umsatzanstieg von 67 Prozent durch Abonnements für Premium-Dienste.

Seit seiner Gründung im Jahr 2015 hat sich Revolut zum wertvollsten Start-up Europas entwickelt. Die Erteilung einer vollständigen britischen Banklizenz im März 2026 gilt als wichtiger Meilenstein: Sie erlaubt es Revolut, Kundeneinlagen direkt entgegenzunehmen und daraus Kredite zu vergeben. Zudem hat das Unternehmen zuletzt eine US-Banklizenz beantragt, um den wichtigen amerikanischen Markt nachhaltig zu erschließen.

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