Wearables

Meta Ray-Ban Display bleibt EU-Markt verwehrt – Batterie- und KI-Vorgaben blockieren Launch

Meta Ray-Ban Display. © Meta
Meta Ray-Ban Display. © Meta

Metas neue Smart Glasses kommen vorerst nicht nach Europa. Die Meta Ray-Ban Display, die seit September 2025 in den USA verkauft wird, scheitert an EU-Regularien zu Batterien und Künstlicher Intelligenz – zusätzlich zu anhaltenden Lieferengpässen. Der US-Konzern führt laut Bloomberg Gespräche mit der EU über eine Ausnahmeregelung für Wearables, bislang ohne Erfolg. Meta hat die ursprünglich für Jänner 2026 geplante Expansion nach Großbritannien, Frankreich, Italien und Kanada aktuell auf Eis gelegt.

Ab dem 18. Februar 2027 müssen Akkus in vielen Geräten innerhalb der EU vom Nutzer entnehmbar und austauschbar sein – das betrifft auch kleine lithiumbasierte Batterien in Wearables wie Smart Glasses, Smartwatches oder Earbuds. Die EU-Batterieverordnung soll Reparaturen erleichtern und Recycling verbessern, stellt Hersteller aber vor massive Herausforderungen.

Eine austauschbare Batterie beansprucht zusätzlichen Platz und führt zu Kompromissen bei Gewicht, Ergonomie und Energieeffizienz – kritische Faktoren bei smarten Brillen. Meta strebt eine Ausnahmeregelung an, die nicht nur eigene Produkte, sondern Smart Glasses aller Hersteller umfassen soll.

Eingeschränkte AI-Features

Auch die KI-Funktionen der Brille kollidieren mit EU-Vorgaben. Meta vermarktet die Ray-Ban Display als KI-Brille – die AI-Features sind zentraler Bestandteil des Produkts. EU-Regulierungen schränken jedoch einige dieser Funktionen ein. Für Meta-Führungskräfte ist es unattraktiv, die Brille ohne vollen Funktionsumfang in Europa zu launchen. Eine Situation, die an Apple erinnert: Der iPhone-Konzern musste die Einführung seiner Apple Intelligence Plattform in der EU um mehrere Monate verschieben, um lokale Gesetze einzuhalten.

Wellenleiter-Display und Supply-Chain-Probleme

Neben regulatorischen Hürden kämpft Meta derzeit weiterhin mit Lieferengpässen. Das neuartige Wellenleiter-Display der Ray-Ban Display ist komplex in der Herstellung – eine Technologie, die Bilder direkt ins Sichtfeld projiziert, ohne klassische Screens zu verwenden. Die Produktionskapazität reicht nicht aus, um die hohe Nachfrage zu decken. Meta und Partner EssilorLuxottica haben zwar über eine Verdoppelung der Produktionskapazität 2026 diskutiert, doch aktuell konzentriert sich der Konzern darauf, US-Bestellungen abzuarbeiten. Die Aktie von EssilorLuxottica verlor 2026 bislang 28 Prozent, Meta-Wertpapiere gaben um 10 Prozent nach.

Wearables-Markt unter Druck – auch Google und Apple betroffen

Meta ist nicht allein mit diesen Problemen. Google und Apple entwickeln ebenfalls Smart Glasses und dürften mit denselben EU-Hürden konfrontiert werden. Die Batterieverordnung betrifft die gesamte Wearables-Kategorie und könnte Innovation in diesem Segment bremsen. Meta hat AI-Wearables zu einer zentralen Säule seiner kostspieligen KI-Strategie gemacht und Ressourcen vom Metaverse-Projekt zu tragbaren Geräten umgeschichtet.

Trotz der Rückschläge verzeichnet Meta Erfolge: Gemeinsam mit EssilorLuxottica hat der Konzern seit Oktober 2023 rund zehn Millionen Smart Glasses verkauft und ist Marktführer im Segment. Neben den Ray-Ban-Modellen produzieren die Partner auch Oakley-Brillen, zudem laufen Gespräche mit Prada über High-End-Smart-Glasses mit Luxus-Branding. Der europäische Markt bleibt jedoch vorerst verschlossen – ein herber Dämpfer für Metas Wearables-Ambitionen und ein Warnsignal für die gesamte Industrie.

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