Social Cooling: Dieses Wiener Startup verspricht die erste Klimaanlage ohne Abluftschlauch
Klimaanlagen sind für einen massiven Teil des weltweiten Energieverbrauchs in Gebäuden verantwortlich. Gleichzeitig ist die Nachrüstung in bestehenden Büros und Gewerbeflächen oft mit teuren und komplexen Installationen von Außeneinheiten verbunden. Das Wiener Startup „Social Cooling“, welches das inzwischen unter dem Markennamen „so.cool“ auftritt, will dieses Problem mit der laut eigenen Angaben weltweit ersten Plug-and-Play-Klimaanlage lösen. In der 7. Folge der Startup-Show „2 Minuten 2 Millionen“ präsentiert Gründer Philippe Schmit sein technisches Konzept der Investoren-Jury.
Thermische Batterie statt Abluftschlauch
Hinter dem Unternehmen steht der gebürtige Luxemburger und dreifache Jus-Absolvent Philippe Schmit, der für die Entwicklung der Hardware seine geplante Rechtskarriere gegen das Unternehmertum tauschte. Der Kern seiner Innovation liegt in einer patentierten thermischen Speichertechnologie. Anstatt die warme Abluft über einen Schlauch oder eine Außeneinheit nach draußen zu leiten, nutzt das Gerät ein Phasenwechselmaterial als „thermische Batterie“. Diese nimmt die Wärme tagsüber im laufenden Betrieb auf und gibt sie zeitversetzt in der Nacht wieder ab.
Dieses System soll den Aufbau klassischer Klimageräte überflüssig machen und den Stromverbrauch um bis zu 40 Prozent senken. Ergänzt wird die Hardware durch KI-gesteuerte Sensoren, die kontinuierlich die Raumtemperatur, Luftfeuchtigkeit sowie Luftqualität überwachen und die Kühlleistung dynamisch anpassen. Mit diesem Ansatz zielt das Startup primär auf ein lukratives B2B-Segment ab und fokussiert sich auf die Ausstattung von Büros, öffentlichen Einrichtungen und Gemeinden.
Der Eintritt in den B2B-Markt als Hürde
Mit der gezielten Ausrichtung auf Büros und öffentliche Einrichtungen wählt Social Cooling einen lukrativen, aber auch anspruchsvollen Markt. Der Vertrieb von Gebäudetechnik im B2B-Sektor erfordert oft lange Verkaufszyklen und eine hohe Überzeugungskraft gegenüber Facility-Managern und Entscheidungsträger:innen. Für das Startup wird es bei Verhandlungen mit Investor:innen entscheidend sein, eine klare und realistische Go-to-Market-Strategie vorzulegen. Das Team muss demonstrieren, wie es gelingen soll, erste Großkunden von der neuen Technologie zu überzeugen und sich gegen etablierte Player in der Klimabranche durchzusetzen.
