Secondary

Vinted: Second-Hand-Marktplatz aus Litauen jetzt bei 8 Milliarden Euro

© Vinted
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Der litauische Second-Hand-Marktplatz Vinted hat eine Secondary-Transaktion im Volumen von 880 Millionen Euro abgeschlossen. Die Bewertung des Unternehmens liegt dabei bei 8 Milliarden Euro. An der Transaktion beteiligten sich sowohl bestehende als auch neue institutionelle Investoren. Das Besondere: Vinted selbst nimmt dabei kein frisches Kapital auf.

Zum Vergleich: willhaben aus Österreich wurde im März 2025 bei einer Transaktion mit etwa 500 Mio. Euro bewertet.

Was ist eine Secondary-Transaktion?

Bei einer Secondary-Transaktion, auch Sekundärtransaktion genannt, werden keine neuen Anteile an einem Unternehmen ausgegeben. Stattdessen verkaufen bestehende Anteilseigner, etwa frühe Investoren oder Mitarbeiter, ihre bereits vorhandenen Aktien an neue oder andere bestehende Investoren. Das Unternehmen selbst erhält dabei keinen Zufluss an frischem Kapital.

Solche Transaktionen erfüllen mehrere Zwecke. Sie ermöglichen es frühen Investoren und Mitarbeitern, ihre Beteiligungen zu Geld zu machen, ohne dass das Unternehmen an die Börse gehen muss. Gleichzeitig wird durch den vereinbarten Kaufpreis eine aktuelle Marktbewertung des Unternehmens festgestellt. Im Fall von Vinted signalisiert die starke Nachfrage, dass die Transaktion deutlich überzeichnet war, also mehr Kaufinteresse bestand als verfügbare Anteile.

Wer hat investiert?

Die Transaktion wurde von drei Hauptinvestoren angeführt. Der bestehende Investor EQT hat seinen Anteil an Vinted weiter ausgebaut. Neu eingestiegen sind Teachers‘ Venture Growth (TVG), die Wachstumsinvestitionsplattform des kanadischen Ontario Teachers‘ Pension Plan, sowie Schroders Capital, der Private-Assets-Arm der britischen Fondsgesellschaft Schroders.

Darüber hinaus beteiligten sich weitere namhafte Finanzinstitutionen an der Transaktion:

  • Fonds und Konten unter Verwaltung von BlackRock
  • Lombard Odier Investment Managers
  • Pinegrove Opportunity Partners
  • Baillie Gifford, das seinen bestehenden Anteil aufgestockt hat

Wie steht Vinted finanziell da?

Die Bewertung von 8 Milliarden Euro spiegelt die aktuelle Geschäftsentwicklung des Unternehmens wider. Im Jahr 2025 steigerte Vinted seinen Bruttowarenwert (GMV) um 47 Prozent auf 10,8 Milliarden Euro. Der Jahresumsatz lag bei 1,1 Milliarden Euro, der Nettogewinn bei 62 Millionen Euro. Das Unternehmen ist in 26 Märkten aktiv.

Vinted ist seit mehreren Jahren operativ profitabel und verfügt nach eigenen Angaben über eine solide Bilanz. Das Unternehmen sieht sich daher in der Lage, weiteres Wachstum aus eigenen Mitteln zu finanzieren, ohne auf externes Kapital angewiesen zu sein.

Was bedeutet die Transaktion für das Unternehmen?

Für Vinted hat die Transaktion mehrere strategische Dimensionen. Zum einen erhalten Mitarbeiter und langjährige Investoren die Möglichkeit, ihre Anteile zu liquidieren, ohne dass ein Börsengang notwendig wäre. Zum anderen verbreitert sich die Investorenbasis um institutionelle Langfristinvestoren, die Beteiligungen sowohl in privaten als auch in börsennotierten Unternehmen halten können.

„Diese Transaktion und Bewertung spiegeln den Fortschritt wider, den wir beim Aufbau von Vinted erzielt haben. Sie erkennt den geschaffenen Wert an und gibt Mitarbeitern die Möglichkeit, daran teilzuhaben“, so Thomas Plantenga, CEO von Vinted Group.

Die Zusammensetzung der neuen Investoren deutet darauf hin, dass Vinted seinen Investorenkreis bewusst in Richtung kapitalmarktnaher institutioneller Anleger entwickelt. Beobachter sehen darin häufig eine Vorbereitung auf einen möglichen späteren Börsengang, auch wenn Vinted dazu bislang keine konkreten Pläne kommuniziert hat.

Das Geschäftsmodell im Überblick

Vinted betreibt einen C2C-Marktplatz (Consumer-to-Consumer) für gebrauchte Waren, mit einem Schwerpunkt auf Kleidung sowie wachsenden Kategorien wie Elektronik. Das Unternehmen hat sein Ökosystem um eigene Versand- und Zahlungsinfrastruktur erweitert, bekannt als Vinted Go und Vinted Pay. Diese vertikale Integration soll Zuverlässigkeit und Kosteneffizienz für die Nutzer sicherstellen.

Goldman Sachs International fungierte als alleiniger Placement Agent für die Transaktion. Die rechtliche Beratung von Vinted übernahm die Kanzlei Cooley.

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