Konflikt

Chinesische Regierung stoppt Manus-Übernahme durch Meta

© Manus AI
© Manus AI

Es ist eigentlich ein wichtiger Baustein für Meta in seiner KI-Strategie, vor allem hinsichtlich Unternehmenskunden: die 2 Milliarden Dollar schwere Übernahme des chinesischen Startups Manus. Doch am Montag hat die chinesische Regierung die geplante Übernahme des KI-Startups durch den US-Technologiekonzern gestoppt. Die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission ordnete am Montag in einer offiziellen Erklärung an, die Transaktion rückgängig zu machen. Begründet wird die Entscheidung mit möglichen Verstößen gegen chinesische Investitionsregeln und dem befürchteten Abfluss strategisch wichtiger Technologie ins Ausland.

Hintergrund: Was ist Manus, und warum ist das Startup so wertvoll?

Manus ist eine KI-Plattform, die Software für sogenannte KI-Agenten entwickelt. Solche Agenten können eigenständig komplexe Aufgaben ausführen, ohne dass ein Mensch jeden einzelnen Schritt steuern muss. Das macht sie zu einem zentralen Baustein moderner KI-Anwendungen und erklärt das große Interesse großer Technologiekonzerne.

Manus wurde ursprünglich in China gegründet, verlegte seinen Hauptsitz und sein Kernteam jedoch im vergangenen Jahr nach Singapur, nachdem eine Finanzierungsrunde von einem US-amerikanischen Risikokapitalunternehmen angeführt worden war. Meta erwarb das Unternehmen anschließend für rund zwei Milliarden US-Dollar. Meta hat Manus bereits in einige seiner eigenen Produkte und Werkzeuge integriert, was eine mögliche Rückabwicklung des Deals erheblich erschwert.

Wie berichtet, wurden bereits erste Meta-Integrationen in Manus vorgenommen:

  • Meta Ads Manager Connector: Nutzer können ihren Meta Ads Manager direkt mit dem Manus-Arbeitsbereich verbinden. Der Connector ermöglicht es, Werbedaten in Echtzeit abzufragen, automatisierte Berichte zu erstellen und Kampagnenleistungen per natürlicher Sprache zu analysieren. Manus übersetzt die Rohdaten in Berichte, Präsentationen, Dashboards oder Infografiken. Die Verbindung ist schreibgeschützt, das heißt, Kampagnen können über Manus nicht verändert werden. Auch mehrere Werbekonten lassen sich gleichzeitig verbinden und verwalten.
  • Instagram Connector: Der Instagram-Connector erlaubt es Nutzern mit einem professionellen Instagram-Profil, Inhalte direkt aus dem Manus-Arbeitsbereich heraus zu erstellen und zu veröffentlichen. Unterstützt werden Beiträge, Karussells, Stories und Reels inklusive Bildunterschriften. Darüber hinaus können Engagement-Daten wie Reichweite, Likes, Kommentare, Shares und Speichervorgänge abgerufen werden. Manus soll auf Basis dieser Daten auch Strategievorschläge zur Verbesserung der Content-Performance liefern.

Pekings Reaktion: Untersuchungen und Ausreisebeschränkungen

Kurz nach der Bekanntgabe der Übernahme im Dezember leitete Peking eine umfangreiche Untersuchung ein. Mehrere chinesische Behörden prüften den Deal gleichzeitig, darunter die Nationale Entwicklungs- und Reformkommission, das Handelsministerium sowie die chinesische Wettbewerbsbehörde. Die Behörden stützten sich dabei auf ein breites Instrumentarium, von Exportkontrollregeln über Investitionsgesetze bis hin zum Wettbewerbsrecht.

Im März eskalierte die Situation deutlich: Zwei Mitgründer von Manus wurden von den chinesischen Behörden an der Ausreise aus dem Land gehindert, während die Prüfung des Deals noch andauerte. Peking bezeichnete die Übernahme öffentlich als „verschwörerischen“ Versuch, Chinas technologische Basis auszuhöhlen.

Metas Position und die geopolitische Dimension

Meta hatte sich bislang zuversichtlich gezeigt: Der Konzern erklärte, die Transaktion entspreche vollständig dem geltenden Recht, und erwartete eine angemessene Lösung der chinesischen Anfragen. Nach der Entscheidung vom Montag äußerte sich Meta zunächst nicht öffentlich.

Die Blockade fällt in eine Zeit erhöhter geopolitischer Spannungen zwischen den USA und China im Bereich Künstliche Intelligenz. Beide Länder konkurrieren um die Vorherrschaft in dieser Schlüsseltechnologie. Die Entscheidung kommt zudem kurz vor einem erwarteten Gipfeltreffen zwischen US-Präsident Donald Trump und dem chinesischen Staatschef Xi Jinping, bei dem beide Seiten versuchen wollen, langjährige Handelsstreitigkeiten beizulegen.

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