Video-Plattform

YouTube setzt jetzt auf automatische AI-Labels für Videos

YouTube © Alexander Shatov on Unsplash
YouTube © Alexander Shatov on Unsplash

YouTube hat laut TechCrunch die Kennzeichnung von AI-generierten Videos verschärft. Die Plattform verlässt sich nicht mehr ausschließlich auf Creator, die ihre AI-Inhalte selbst markieren. Ab sofort erkennen interne Systeme automatisch, wenn „signifikante fotorealistische AI“ zum Einsatz kam, und versehen Videos eigenständig mit entsprechenden Labels. Die Maßnahme greift ab Mai und reagiert auf die zunehmende Leistungsfähigkeit von AI-Videomodellen wie Googles Gemini Omni.

Plattform übernimmt aktivere Rolle bei Überwachung

Die Grundlage für AI-Labels existiert seit über zwei Jahren. YouTube hatte damals seine AI-Richtlinien aktualisiert und im Creator Studio ein Tool ausgerollt, das Creator verpflichtete, AI-Inhalte offenzulegen, wenn diese mit realen Personen, Orten oder Ereignissen verwechselt werden könnten. Offensichtlich animierte oder fantastische Szenarien wie etwa ein Einhorn in einer Fantasiewelt bleiben davon ausgenommen. Die Plattform betont, dass sich die Richtlinien selbst nicht geändert haben, YouTube aber nun eine aktivere Rolle bei der Überwachung übernimmt.

Die neuen internen Signale identifizieren AI-generierte Inhalte und kennzeichnen sie automatisch, auch wenn Creator die Offenlegung vergessen oder verweigern. Creator können zwar falsch markierte Videos korrigieren, doch bei Inhalten, die mit YouTubes eigenen AI-Tools wie Veo oder Dream Screen erstellt wurden, lassen sich die Labels nicht entfernen.

Auch Videos mit C2PA-Metadaten erhalten permanente Kennzeichnungen. Dieser Standard signalisiert vollständig AI-generierte Inhalte und wurde kürzlich von OpenAI, Nvidia, Kakao und ElevenLabs übernommen. Die Automatisierung folgt auf die Ausweitung von YouTubes Deepfake-Erkennung, die nun allen Erwachsenen erlaubt, die Plattform gezielt nach Gesichtsübereinstimmungen zu durchsuchen.

YouTube setzt selbst stark auf AI-Tools

YouTube will die AI-Labels zudem deutlich sichtbarer machen. Bisher erschienen sie in der erweiterten Beschreibung, nur bei sensiblen Themen wie Gesundheit oder News direkt im Video. Jetzt platziert die Plattform die Kennzeichnung bei Langform-Videos direkt unter dem Player über der Beschreibung, bei YouTube Shorts als Overlay im Video selbst. Leicht veränderte, animierte oder unrealistische AI-Inhalte bleiben weiterhin nur in der erweiterten Beschreibung markiert.

Die Plattform versichert, dass AI-Labels weder Empfehlungen noch Monetarisierung beeinflussen. Parallel zur verschärften Kennzeichnungspflicht investiert YouTube weiter in eigene AI-Features. Dazu zählen die interaktive Suchfunktion Ask YouTube, ein Playlist-Generator für YouTube Music, AI-Video-Zusammenfassungen und diverse generative Creation-Tools.

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