Acht Konzerne schmieden Allianz für europäisches Wasserstoff-Tankstellennetz
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Daimler Truck, Volvo, Toyota Motor, Bosch, Air Liquide, Total Energies, Teal Mobility und MB Energy bündeln ihre Kräfte beim Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur für schwere Nutzfahrzeuge in Europa. Die Partner kündigten laut Golem am Standort Leinfelden-Echterdingen an, ein flächendeckendes Tankstellennetz für wasserstoffbetriebene Lastwagen zu errichten und den alternativen Treibstoff wirtschaftlich attraktiv zu gestalten.
Konzerne wollen funktionierendes Wasserstoff-Ökosystem
Die Allianz setzt auf zwei zentrale Hebel: flächendeckende Zapfpunkte und bezahlbare Verkaufspreise. Nach Einschätzung der Kooperation lässt sich ein funktionierendes Wasserstoff-Ökosystem als Ergänzung zu Akku-Lkw nur realisieren, wenn sämtliche Stufen der Erzeugung, Verteilung und Nutzung aufeinander abgestimmt sind. Ausführliche Details wollen die Vorstände am 15. September 2026 im Rahmen einer Pressekonferenz auf der IAA Transportation in Hannover präsentieren.
Neben batterieelektrischen Antrieben gilt Wasserstoff als valide Option für den Fernverkehr. Daimler Truck und Volvo betreiben bereits das Gemeinschaftsunternehmen Cellcentric, das in Kirchheim unter Teck Brennstoffzellensysteme speziell für schwere Lastwagen entwickelt, fertigt und verkauft. Im Juli 2026 hat Toyota eine verbindliche Vereinbarung unterzeichnet, um als gleichberechtigter Miteigentümer einzusteigen.
Marktdurchdringung derzeit noch niedrig
Die Marktdurchdringung umweltfreundlicher Antriebe bleibt im Nutzfahrzeugsektor allerdings bescheiden. Daimler Truck bietet bereits Akku-Lkw an, deren Anteil am Gesamtabsatz im ersten Halbjahr 2026 bei rechnerisch rund 1,4 Prozent liegt. Parallel treibt das Unternehmen die Entwicklung wasserstoffbasierter Antriebe voran. Für Ende dieses Jahres plant der Konzern die Auslieferung einer Kleinserie von 100 Fahrzeugen an Kund:innen.
Der Zulieferer Bosch vertreibt ebenfalls seit geraumer Zeit ein Brennstoffzellensystem für Schwerlaster. Jedoch stößt der Konzern damit bei Käufer jedoch bislang nur auf geringes Interesse. Die Herausforderung zeigt sich exemplarisch am Pilotkunden Nikola: Der US-Lkw-Hersteller, für dessen Fahrzeuge das Bosch-System ursprünglich vorgesehen war, meldete im Februar 2025 Insolvenz an. Dieser Rückschlag gilt als Indiz dafür, dass Technologie allein nicht ausreicht. Die neue Acht-Konzerne-Allianz setzt genau hier an. Sie versucht, durch koordinierte Infrastruktur und Kostenoptimierung die kritische Masse für den Markthochlauf zu erreichen.

