Volkswagen streicht 50.000 Jobs und halbiert Modellpalette
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Der Volkswagen-Konzern fährt laut heise einen radikalen Sparkurs. Der Aufsichtsrat hat am Donnerstag einstimmig dem „Zukunftsplan 2030“ zugestimmt: 50.000 Stellen fallen weg, die Modellpalette schrumpft um die Hälfte. CEO Oliver Blume bewertet die Lage des Konzerns als „mehr als kritisch“. Aktuell beschäftigt der Konzern 629.000 Mitarbeitende (Stand Ende 2025). Der Stellenabbau ist doppelt so viele wie in den vergangenen beiden Jahren zusammen, in denen man bereits 17.000 (2025) und 8.000 (2024) Stellen gestrichen hat.
Volkswagen rüstet sich gegen chinesische Konkurrenz
Vier Werke stehen auf der Kippe: Für Hannover, Emden, Neckarsulm und Zwickau prüft VW „alternative Verwendungsmöglichkeiten“. Man könne gestaffelt zwischen 2031 und 2034 „keine wettbewerbsfähige Folgebelegung“ gewährleisten. Der Konzern strebt an, den weltweiten Fahrzeugabsatz auf dem Niveau von 2024 bei neun Millionen Stück zu stabilisieren. In den fünf Jahren von 2027 bis 2031 plant VW Investitionen von circa 135 Milliarden Euro in Sachanlagen sowie Forschung und Entwicklung.
Das Kernziel lautet Effizienz. VW will gegen internationale Konkurrenz bestehen, vor allem aus China. Die Konzernstruktur wird vereinfacht, die Führungsebene verschlankt. Das Beteiligungsportfolio schrumpft um ein Drittel, um Kapital freizusetzen. „Nicht-strategische Aktivitäten werden veräußert oder neu strukturiert. Auch das Immobilienportfolio wird überprüft“, signalisiert der Autohersteller. Bis 2035 strafft VW die Modellpalette um rund 50 Prozent, die Angebotskomplexität sinkt um rund 75 Prozent. Weniger Modelle in weniger Varianten sollen höhere Stückzahlen je Typ und damit niedrigere Kosten bringen.
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„Konzernweites Programm für operative Exzellenz“
Besonders stark dürfte man die Modellpalette in Nordamerika straffen. In China reduziert der Konzern sein Engagement, dafür setzt er auf Wachstum im „Globalen Süden“. Auch dafür müssen die Gestehungskosten sinken. Ein „konzernweites Programm für operative Exzellenz“ soll die Transformation vorantreiben.
„Der Zukunftsplan ist eine Notwendigkeit, um unseren Konzern erfolgreich ins nächste Jahrzehnt zu führen, ohne dass die damit verbundenen Vorhaben einseitig auf Kosten der Beschäftigten gehen“, erklärt Daniela Cavallo, Vorsitzende des Gesamt- und Konzernbetriebsrats der Volkswagen Group. „Volkswagen wahrt damit einmal mehr die Gleichrangigkeit von Beschäftigungssicherung und Wirtschaftlichkeit als gemeinsame Unternehmensziele. Denn die bilden eben keinen Widerspruch, sondern bedingen sich stattdessen an vielen Stellen gegenseitig.“
Christiane Benner, stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Volkswagen Group und Erste Vorsitzende der IG Metall, verspricht: „Wir werden dabei den Beweis antreten, dass alle Beteiligten genau dann am besten vorankommen, wenn man gerade auch die schwierigen Zukunftsthemen entschieden gemeinsam angeht.“ Manche Branchenexpert:innen halten den Abbau von 50.000 Stellen allerdings für zu zaghaft.

