Amazon generiert 15 Milliarden Dollar mit AI-Diensten
Amazon hat erstmals konkrete Zahlen zum AI-Geschäft seiner Cloud-Sparte AWS veröffentlicht. Die KI-Dienste generieren laut Golem bereits einen Jahresumsatz von über 15 Milliarden US-Dollar. Das erklärte Konzernchef Andy Jassy in seinem jährlichen Aktionärsbrief vom 9. April 2026. Die Angaben basieren auf Hochrechnungen mit den Ergebnissen des ersten Quartals 2026.
Amazon will besorgte Aktionäre beruhigen
Derzeit steht Amazon unter massivem Druck, die gigantischen KI-Investitionen vor den Aktionären zu rechtfertigen. Der Konzern kündigte im Februar 2026 Investitionen in Höhe von 200 Milliarden US-Dollar an, die hauptsächlich in KI-Entwicklung und Infrastruktur fließen sollen. Aktionäre kritisierten diese Summe zum Teil stark. Jassy versuchte zu entkräften: „Für einen erheblichen Teil der AWS-Investitionen, die wir 2026 planen und die sich größtenteils 2027/28 amortisieren werden, liegen uns bereits Kundenzusagen vor.“
Das Unternehmen nehme kurzfristige Schwankungen beim freien Cashflow in Kauf, um mittel- bis langfristig deutliche Überschüsse zu erzielen. „Wir werden hier nicht konservativ vorgehen – wir investieren, um eine führende Rolle einzunehmen, und unser zukünftiges Geschäft, unser operatives Ergebnis und unser freier Cashflow werden dadurch deutlich höher ausfallen“, schrieb Jassy.
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Geschäft mit Chips wächst rasant
Die KI-Umsätze bei AWS steigen rasant. Das Cloudgeschäft würde ohne die aktuellen Kapazitätsengpässe der Zulieferer sogar noch schneller wachsen, erklärte Jassy. Auf einer internen Beschäftigtenversammlung meinte der Konzernchef laut einem Reuters-Bericht, KI könne den Jahresumsatz von AWS auf 600 Milliarden US-Dollar verdoppeln.
Das Geschäft mit kundenspezifischen Chips erwirtschaftet laut Jassy einen Jahresumsatz von über 20 Milliarden US-Dollar und wächst jährlich dreistellig. Amazon setzt auf Graviton-Prozessoren, Trainium-KI-Chips und Nitro-Netzwerkkarten, um gegenüber Nvidia Kosten zu sparen. Trainium ist Amazons spezialisierter Chip für das Training von KI-Modellen, Graviton-Prozessoren basieren auf der ARM-Architektur. Parallel vertiefte Amazon im März 2026 seine Partnerschaft mit Nvidia. Der Deal sieht den Kauf von über einer Million Nvidia-GPUs (Blackwell- und Rubin-Architektur) bis 2027 vor.
Jassy wies auf das rasante Wachstum des Custom-Chip-Geschäfts hin. Er deutete an, dass Amazon die Chips zukünftig auch an externe Kunden verkaufen könnte. „Die Nachfrage nach unseren Chips ist so hoch, dass wir sie in Zukunft wahrscheinlich in großen Mengen an Dritte verkaufen werden“, sagte Jassy.


