OpenAI legt Stargate-Projekt in Großbritannien vorerst auf Eis
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OpenAI pausiert sein ambitioniertes Stargate-Projekt in Großbritannien. Das US-amerikanische KI-Startup verweist auf hohe Energiekosten und das regulatorische Umfeld als Hauptgründe für den Stopp der im September angekündigten Infrastruktur-Initiative. Das Projekt war in Partnerschaft mit Nvidia und Nscale geplant und sollte bis zu 8.000 GPUs bereitstellen.
„Wir prüfen weiterhin das Projekt Stargate UK und werden es vorantreiben, sobald die richtigen Rahmenbedingungen – wie die Regulierung und Energiekosten – langfristige Infrastrukturinvestitionen ermöglichen“, erklärt ein Unternehmenssprecher gegenüber CNBC. Die industriellen Energiepreise in Großbritannien zählen zu den höchsten weltweit. Kritiker:innen der britischen KI-Infrastruktur hatten bereits früher hohe Energiekosten und Verzögerungen beim Zugang zum Stromnetz als zentrale Hindernisse identifiziert.
Copyright-Streit bremst KI-Ambitionen
Neben den hohen Energiekosten sorgt auch die unsichere Copyright-Regulierung für Zurückhaltung. In Großbritannien wird derzeit darüber diskutiert, unter welchen Bedingungen KI-Modelle urheberrechtlich geschütztes Material nutzen dürfen. Laut einem Bericht der Financial Times vom März verzögert die Regierung geplante Anpassungen im Urheberrecht, nachdem es starken Widerstand aus der Kreativbranche gegeben hatte.
Ein ebenfalls im März veröffentlichter Regierungsbericht zeigt, wie deutlich diese Kritik ausfällt: Die Mehrheit der Befragten lehnte den ursprünglich favorisierten Ansatz ab, der eine weitreichende Ausnahme mit Opt-out-Regelung vorsah. Insbesondere Vertreter:innen der Kreativindustrien warnten, dass eine solche Regelung generativer KI erlauben würde, ihre Werke ohne Vergütung zu nutzen – und damit potenziell in direkte Konkurrenz zu treten.
OpenAI sieht weiterhin „enormes Potenzial“
Das ursprüngliche Stargate-UK-Projekt galt als zentraler Baustein der britischen KI-Strategie. Es entstand auf Basis einer im Juli 2025 unterzeichneten Absichtserklärung zwischen OpenAI und der britischen Regierung. Geplant war, im ersten Quartal 2026 mit 8.000 GPUs zu starten und die Kapazität langfristig auf 31.000 GPUs zu erhöhen. Die Infrastruktur sollte sich über mehrere Standorte erstrecken, darunter Cobalt Park in der neu ausgewiesenen AI-Growth-Zone im Nordosten Englands. Damit hätte OpenAI die Modelle lokal für kritische öffentliche Dienste, regulierte Branchen wie das Finanzwesen und nationale Sicherheitsprojekte betreiben können.
Trotz der aktuellen Pause unterstreicht OpenAI sein langfristiges Engagement in Großbritannien. Ein Sprecher erklärte: „Wir sehen enormes Potenzial für die KI-Zukunft des Vereinigten Königreichs.“ London beherbergt bereits das größte internationale Forschungszentrum des Unternehmens. „In der Zwischenzeit investieren wir in Talente und erweitern unsere lokale Präsenz, während wir weiterhin die Verpflichtungen aus unserer Absichtserklärung mit der Regierung erfüllen, um Frontier-KI in öffentlichen Diensten einzusetzen.“
Laut einer mit der Angelegenheit vertrauten Quelle führen OpenAI und das britische KI-Infrastruktur-Unternehmen Nscale weiterhin Gespräche über eine mögliche Wiederaufnahme des Projekts.
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