Gerichtsfall

Anthropic zahlt 1,5 Milliarden Dollar: Höchste Urheberrechts-Entschädigung aller Zeiten

Anthropic © Brecht Corbeel on Unsplash
Anthropic © Brecht Corbeel on Unsplash

Im Urheberrechtsstreit zwischen dem AI-Riesen Anthropic und einer Gruppe von klagenden Autor:innen wurde ein wichtiger Meilenstein erreicht, berichtet heise. Die US-Bundesrichterin Araceli Martínez-Olguín hat in San Francisco die außergerichtliche Einigung zwischen dem Claude-Entwickler und den zahlreichen Autor:innen abgesegnet.

Das Unternehmen zahlt 1,5 Milliarden Dollar für Urheberrechtsverletzungen beim Training seiner KI-Modelle. Pro betroffenem Werk erhalten die Autor:innen rund 3.000 Dollar. Das ist das Vierfache der Mindeststrafe für vorsätzliche Rechtsverletzungen.

Klage wegen Datensatz aus „internet books“

Mehr als 91 Prozent der Betroffenen haben laut Anthropic-Stellungnahme ihren Anspruch geltend gemacht. Die zuständige Anwaltskanzlei bezeichnet die Summe als „die höchste Entschädigungssumme, die je in einem Urheberrechtsverfahren zugesprochen wurde“.

Die Klage reichten drei Autor:innen im August 2024 ein, später erweiterten sie das Verfahren deutlich. Als Beweis diente ein Paper von Anthropic-Angestellten aus dem Dezember 2021, das offenlegte: 32 Prozent eines riesigen Trainingsdatensatzes bestehen aus „internet books“. Das sei ein Codewort für illegal aus dem Internet geladene Bücher. Anthropic legte den milliardenschweren Vergleichsvorschlag im September vor, die Klagenden akzeptierten ihn sofort.

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Anthropic vermeidet astronomische Strafzahlungen

Der zuständige Richter befand zwar, dass die Nutzung urheberrechtlich geschützter Texte durch Anthropic grundsätzlich vom Fair Use-Grundsatz gedeckt sein kann, weil etwas Neues entsteht. Das Herunterladen riesiger Bibliotheken urheberrechtswidrig zusammengestellter Werke fiel jedoch nicht darunter. Zudem stellte das Gericht fest: Anthropic wusste, dass die Datenbanken auf rechtswidrige Art entstanden war.

Diese Erkenntnis setzte den Claude-Entwickler massiv unter Druck. Bei einem Prozess hätte es zu Strafzahlungen von bis zu 150.000 Dollar pro Buch kommen können. Mit hunderttausenden betroffenen Werken wäre die Gesamtsumme astronomisch ausgefallen – deutlich höher als die jetzt vereinbarten 1,5 Milliarden Dollar.

Der Fall reiht sich in eine Serie von Gerichtsverfahren ein, die die Praktiken beim Training von KI-Modellen unter die Lupe nehmen. Für Anthropic endet das Verfahren mit einer Rekordstrafe, die jedoch immer noch günstiger ausfällt als das maximale Risiko eines verlorenen Prozesses.

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