ARX Robotics: Startup mit Militärrobotern expandiert nach Polen und Österreich
Trending Topics auf Google als bevorzugte Nachrichtenquelle festlegen.
Das Münchner Defence-Tech-Unternehmen rückt mit einer eigenen Gesellschaft näher an die polnischen Streitkräfte. Parallel dazu entsteht eine Tochtergesellschaft in Innsbruck, die vorerst der Abwicklung lokaler Geschäftsprozesse dient.
Das europäische Defence-Tech-Unternehmen ARX Robotics baut seine Präsenz an der NATO-Ostflanke aus. Auf der internationalen Verteidigungsmesse MSPO im polnischen Kielce hat das Münchner Unternehmen soeben seine Expansion nach Polen angekündigt. In einem ersten Schritt wurde dafür eine polnische Gesellschaft gegründet, in weiterer Folge sollen ein dauerhafter Hauptsitz sowie eigene Einrichtungen für Ausbildung, Instandhaltung und technische Unterstützung von Einsatzkräften entstehen.
Vorgesehen sind laut Unternehmensangaben Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe sowie die Schaffung hoch qualifizierter Arbeitsplätze bis zum Ende des Jahrzehnts. Ziel ist es, Teil der polnischen verteidigungsindustriellen Basis zu werden: Gemeinsam mit den Streitkräften, der Regierung und lokalen Industriepartnern will ARX Robotics Möglichkeiten für Einsatz, Produktion und langfristige Einsatzunterstützung autonomer Landsysteme ausloten.
Drei der fünf größten Verteidigungsmärkte
Polen ist für das Unternehmen der vierte Markt. Mit dem Schritt ist ARX Robotics nach eigenen Angaben künftig in drei der fünf größten europäischen Verteidigungsmärkte aktiv vertreten, zusätzlich zur Präsenz in der Ukraine. Hintergrund der Expansion sind die zunehmenden russischen Aggressionen und hybriden Aktivitäten in Europa sowie der massive Ausbau der polnischen Streitkräfte und der nationalen Rüstungsindustrie, der Polen zu einem der wichtigsten Beschaffungsmärkte des Kontinents gemacht hat.
„Polen steht an vorderster Front der europäischen Sicherheit und zeigt Entschlossenheit, Geschwindigkeit und den industriepolitischen Anspruch, den Europa jetzt braucht“, sagt Marc Wietfeld, CEO und Mitgründer von ARX Robotics. „Wir wollen hier langfristig Fähigkeiten aufbauen, die polnischen Streitkräfte unterstützen und Teil der polnischen verteidigungsindustriellen Basis werden.“
Das Vorgehen orientiert sich am Modell, das das Unternehmen in der Ukraine etabliert hat. Dort arbeitet ARX Robotics direkt mit militärischen Anwender:innen zusammen, bietet Ausbildung, Wartung und Instandhaltung an und passt die Systeme laufend an operative Rückmeldungen an. „Unsere Erfahrungen in der Ukraine haben gezeigt, wie schnell sich die moderne Kriegsführung weiterentwickelt“, so Wietfeld. Diese Erkenntnisse wolle man mit den polnischen Streitkräften und den NATO-Truppen an der Ostflanke teilen.
Österreich-Tochter für lokale Verwaltungsprozesse
Weit weniger Gewicht misst das Unternehmen einem zweiten organisatorischen Schritt bei, der kürzlich erfolgt ist: der Gründung der ARX Robotics Austria mit Sitz in Innsbruck. Die Gesellschaft dient dazu, lokale Geschäfts- und Verwaltungsprozesse in Österreich abzubilden. Von Produktionsstandorten, Investitionszusagen oder Personalaufbau ist im Zusammenhang mit der österreichischen Tochter keine Rede.
Eine Verbindung nach Österreich besteht ohnehin bereits über die Investor:innenseite: Der Wiener Fonds Speedinvest stieg im Vorjahr als Lead-Investor mit weiteren elf Millionen Euro ein und brachte die Series A des Startups damit auf insgesamt 42 Millionen Euro. Zuvor hatte ARX Robotics 31 Millionen Euro unter der Führung von HV Capital aufgenommen, unter anderem mit dem NATO Innovation Fund und Project A an Bord.
Größte vernetzte UGV-Flotte westlicher Bauart in der Ukraine
Das 2021 gegründete Unternehmen entwickelt softwaredefinierte unbemannte Landsysteme für europäische und verbündete Streitkräfte. Die unbemannten Bodenfahrzeuge (UGVs) der GEREON-Familie sind in der Ukraine in großer Stückzahl im Einsatz und bilden nach Unternehmensangaben die größte vernetzte UGV-Flotte eines westlichen Herstellers im Land. Mit dem KI-gestützten Betriebssystem Mithra OS digitalisiert das Unternehmen zudem bestehende Plattformen.
Die Einsatzbereiche reichen von Aufklärung über Logistik bis zum Verwundetentransport, also Aufgaben, bei denen unbemannte Plattformen das Risiko für Soldat:innen senken und gleichzeitig die verfügbare Masse an Systemen erhöhen sollen. Aktuell beschäftigt ARX Robotics rund 300 Mitarbeiter:innen an Standorten in München, Berlin, London und Kyjiw.

