Biogena: Aktie am ersten Tag 17,7% im Plus, Marktkapitalisierung steigt auf 550 Millionen Euro
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Es ist ein fulminanter Start am Parkett: Die Biogena Good Vibes AG, Konzernholding der Salzburger Biogena-Gruppe, ist am heutigen Donnerstag im Segment direct market plus der Wiener Börse in den Handel gestartet. Die Aktie notiert unter der ISIN AT0000A3VAD4 und dem Kürzel BIOG im Vienna MTF. Den ersten Kurs läutete Gründer und CEO Albert Schmidbauer mit der Börsenglocke ein.
Der Handelsauftakt fiel stark aus. Der Ausgabepreis von 4,803 Euro je Aktie war schnell veraltet, die Aktie schloss den ersten Handelstag mit 5,65 Euro und damit um 17,7 Prozent höher, zwischenzeitlich waren bis zu 6,45 Euro bezahlt worden. Bei 97.353.205 einbezogenen Stücken entspricht das einer Marktkapitalisierung von rund 550 Millionen Euro. Zum Handelsstart hatte die Bewertung noch bei etwa 485 Millionen Euro gelegen (Trending Topics berichtete). Als Market Maker fungiert die Baader Bank, begleitet wurde die Emission vom Bankhaus Martin.
Knapp 18 Millionen Euro frisches Kapital
Dem Listing vorausgegangen war eine außerbörsliche Kapitalerhöhung mit öffentlichem Aktienangebot. Mehr als 2.300 neue Aktionär:innen zeichneten dabei, laut Unternehmen flossen der Gruppe knapp 18 Millionen Euro an frischem Kapital zu. Angepeilt waren ursprünglich bis zu 25 Millionen Euro brutto. Das Konzerneigenkapital steigt damit auf mehr als 300 Millionen Euro.
An den Eigentumsverhältnissen ändert die Öffnung wenig: Gründer Albert Schmidbauer hält weiterhin etwas über 87 Prozent der Anteile, rund neun Prozent liegen bei einem Mitarbeiter- und Managementblock, rund vier Prozent entfallen auf die neu hinzugekommenen Aktionär:innen. Der Streubesitz bleibt damit gering.
Apotheken, PLAZAs und Diagnostik
Das eingesammelte Kapital soll in die nächste Expansionsphase fließen. Als wesentlichen Schritt nennt Biogena die erstmalige systematische Öffnung des Apothekenmarkts in Deutschland, Österreich und Italien. Bisher vertreibt das Unternehmen seine über 400 Präparate vor allem im Direktvertrieb, über Vertriebspartner:innen und über eigene Flagship-Stores.
Parallel dazu wird die stationäre Präsenz ausgebaut. Kommende Woche eröffnet die neue BIOGENA PLAZA am Maximiliansplatz in München, noch vor Weihnachten soll ein weiterer Standort im Frankfurter Hochhausquartier FOUR folgen. Für das erste Quartal 2027 sind PLAZAs in Linz und Graz vorgesehen. Die Standorte kombinieren Mikronährstoffberatung mit Diagnostik, Biohacking-Anwendungen und Longevity-Angeboten.
Investiert werden soll außerdem in das Sortiment, konkret in Produkte in den Bereichen Longevity, Sport, Ästhetik und Tiergesundheit, sowie in den Ausbau der diagnostischen Angebote rund um die sogenannten Wellbeing Checks und zusätzliche Laborparameter.
Im Geschäftsjahr 2024/25 erzielte die Gruppe einen Konzernumsatz von 124,9 Millionen Euro. Rund 85 Prozent davon stammen aus der DACH-Region, vertrieben wird in mehr als 70 Ländern. Produziert wird ausschließlich in Österreich. Mittelfristig peilt das Unternehmen einen Umsatz von 500 Millionen Euro bis 2030 an.
Verschmelzung mit der Biogena Group Invest AG geplant
Mit dem Listing der Holding nimmt auch die Neuordnung der Konzernstruktur Form an. Die bereits seit 2020 börsennotierte Biogena Group Invest AG soll auf die Biogena Good Vibes AG verschmolzen werden. Den Verschmelzungsvertrag haben die beiden Gesellschaften Ende August unterzeichnet (kapitalmarktexperten.de).
Vorgesehen ist, dass Aktionär:innen der Biogena Group Invest AG je Aktie 0,879197 Aktien der Good Vibes AG erhalten, dazu kommt eine Barkomponente von rund 4,99 Euro je getauschter Aktie. Der Verschmelzung liegt eine Bewertung der Biogena Group Invest AG mit 17,5 Millionen Euro und der Biogena Good Vibes AG mit 486 Millionen Euro zugrunde. Die Hauptversammlungen stimmen Ende September darüber ab, wirksam werden soll die Verschmelzung Anfang 2027.
Für die Aktionär:innen der bisherigen Beteiligungsgesellschaft bedeutet der Schritt, dass sie künftig direkt an der gesamten Gruppe beteiligt sind statt nur an einer Zwischenholding. Für Biogena selbst entsteht damit eine einzige börsennotierte Einheit an der Konzernspitze.

