Irankrieg

Bitcoin fällt auf 67.000 Dollar zurück, Wochengewinne wieder weg

Bitcoin. © D koi on Unsplash
Bitcoin. © D koi on Unsplash

Bitcoin konnte den Ausbruch auf 74.000 Dollar nicht halten und fiel innerhalb weniger Tage auf 67.000 Dollar zurück. Trotz einer Welle positiver institutioneller Nachrichten dominieren makroökonomische Faktoren das Marktgeschehen. Analysten warnen: Die Korrektur könnte noch nicht vorbei sein. Damit ist auch klar: Die Zugewinne waren kein anfänglicher neuer Bullenmarkt, auf den viele hofften, sondern ein kurzfristige Sache.

Wale verkaufen in die Erholung hinein

Große Bitcoin-Halter, sogenannte Wale, kauften während des kriegsbedingten Ausverkaufs Ende Februar aggressiv zu. Wallets mit 10 bis 10.000 BTC akkumulierten zwischen dem 23. Februar und 3. März massiv, als Bitcoin zwischen 62.900 und 69.600 Dollar gehandelt wurde. Doch als der Kurs am Donnerstag 74.000 Dollar erreichte, begannen dieselben Wallets, Gewinne mitzunehmen. Laut Santiment haben sie seitdem rund 66 Prozent ihrer zuvor erworbenen Positionen wieder verkauft.

Gleichzeitig kauften Kleinanleger verstärkt, als Bitcoin unter 70.000 Dollar zurückfiel. Wallets mit weniger als 0,01 BTC erhöhten ihre Bestände kontinuierlich. Santiment bezeichnet dieses Muster als klassisches Warnsignal: „Wenn Retail kauft, während Wale verkaufen, signalisiert das typischerweise, dass die Korrektur noch nicht vorbei ist.“

43 Prozent des Bitcoin-Angebots im Verlust

Glassnode-Daten verschärfen das Bild. Rund 43 Prozent des gesamten Bitcoin-Angebots befinden sich derzeit im Verlust. Jeder Kursanstieg trifft auf Verkäufer, die seit Wochen oder Monaten unter Wasser sind und bei Erreichen ihrer Einstandspreise aussteigen möchten. Genau das geschah bei 74.000 Dollar: Die Erholung stieß auf eine Wand aus Angebot, sowohl von gewinnmitnehmenden Walen als auch von Haltern, die ihre Verluste begrenzen wollten.

Der Crypto Fear and Greed Index fiel am Samstag um sechs Punkte auf 12 und signalisiert damit „extreme Angst“. Dies ist einer der niedrigsten Werte seit dem Crash im Oktober.

Institutionelle Nachrichten verpuffen

Die vergangene Woche brachte eine Reihe bullischer Entwicklungen für die Krypto-Branche. Morgan Stanley ernannte die Bank of New York Mellon zum Verwahrer für sein Bitcoin-ETF-Engagement. Die Krypto-Börse Kraken erhielt Zugang zum Zahlungssystem der Federal Reserve. Die Intercontinental Exchange (ICE), Eigentümerin der New York Stock Exchange, investierte in die Krypto-Börse OKX und bewertete diese mit 25 Milliarden Dollar. US-Präsident Donald Trump forderte traditionelle Banken auf, mit der Krypto-Industrie zusammenzuarbeiten.

In früheren Marktzyklen hätte jede dieser Nachrichten eine Rally auslösen können. Doch die institutionelle Adoption, auf die die Branche jahrelang hingearbeitet hat, führt nun dazu, dass Bitcoin eng mit dem Nasdaq und anderen Risiko-Assets korreliert. Als der Dollar-Index stieg und die Zinserwartungen sich verschoben, gerieten globale Aktien unter Druck. Bitcoin folgte diesem Trend.

Wichtigste Krypto-Assets: Gewinne der letzten 7 Tage wieder weg

Insgesamt sieht man, dass der kurze Aufschwung der Vorwoche während der erste Woche des Irankriegs nicht von Dauer ist; die kurzfristigen Zugewinne sind wieder verschwunden, und zwar nicht nur bei BTC, sondern generell bei den größten Kryypto-Assets:

# Name Preis 24h % 7d %
1 Bitcoin (BTC) $66,962.64 -1.41% 0.91%
2 Ethereum (ETH) $1,932.81 -2.40% -2.33%
3 BNB (BNB) $614.74 -1.94% -1.01%
4 XRP (XRP) $1.34 -1.27% -1.33%
5 Solana (SOL) $81.65 -3.17% -3.74%
6 TRON (TRX) $0.2866 -0.82% 1.87%
7 Dogecoin (DOGE) $0.08836 -2.19% -4.70%
8 Cardano (ADA) $0.2517 -2.44% -8.74%
9 Bitcoin Cash (BCH) $446.56 -0.82% 0.06%
10 UNUS SED LEO (LEO) $9.02 -0.31% 0.14%
11 Hyperliquid (HYPE) $30.21 -2.03% -1.58%

Makro-Faktoren dominieren

Der Ausverkauf wurde hauptsächlich durch die Stärkung des US-Dollars ausgelöst, nachdem sich der Konflikt mit dem Iran verschärfte. Präsident Trump schloss eine Verhandlungslösung aus und erklärte: „Es wird keinen Deal mit dem Iran geben.“ Dies ließ die Ölpreise steigen, schürte neue Inflationssorgen und veränderte die Erwartungen an Zinssenkungen, trotz schwacher Arbeitsmarktdaten.

Zusätzlich zeigten sich Risse im globalen Private-Credit-Markt. BlackRock begann Berichten zufolge, Auszahlungen aus seinem 26 Milliarden Dollar schweren Private-Credit-Fonds zu begrenzen, nachdem die Rücknahmeanfragen gestiegen waren. Dies verunsicherte Investoren zusätzlich.

Kurzfristige Halter nehmen Gewinne mit

Kurzfristige Bitcoin-Halter transferierten in den letzten 24 Stunden mehr als 27.000 BTC (1,8 Milliarden Dollar) mit Gewinn an Börsen. Laut CryptoQuant-Analyst Darkfost war dies einer der größten Spitzen der letzten Monate. Diese Gruppe reagiert typischerweise am stärksten auf Marktunsicherheiten und agiert eher wie Trader als wie langfristige Investoren.

Die einzigen kurzfristigen Investoren, die derzeit im Gewinn sind, haben Bitcoin zwischen vor einer Woche und vor einem Monat zu einem realisierten Preis von etwa 68.000 Dollar gekauft. Käufer oberhalb dieses Niveaus sichern ihre Gewinne, anstatt ihre Positionen auszubauen.

Lichtblicke trotz Abwärtstrend

Trotz des negativen Momentums gibt es positive Signale. Laut einem Binance Research-Bericht verzeichneten US-amerikanische Spot-Bitcoin-ETFs in der vergangenen Woche Nettomittelzuflüsse von rund 787 Millionen Dollar. Dies waren die ersten positiven wöchentlichen Zuflüsse seit Mitte Januar und deuten darauf hin, dass institutionelle Investoren nach Wochen anhaltender Abflüsse wieder einsteigen.

Zudem sind die Bitcoin-Finanzierungsraten auf die niedrigsten Werte seit 2023 gefallen. Dies zeigt, dass gehebelte Long-Positionen weitgehend aufgelöst wurden. Historisch gesehen schaffen solche Bedingungen eine sauberere Grundlage für nachhaltigere Rallyes, die eher von Spot-Nachfrage als von kurzfristiger Spekulation getrieben werden.

Ausblick: 60.000 oder 80.000 Dollar?

Der Markt steht an einem Scheideweg. Entweder erschöpft sich der Verkaufsdruck, das unter Wasser liegende Angebot wird absorbiert und Bitcoin bricht mit Überzeugung über 74.000 Dollar aus. Oder die Kaufkraft erschöpft sich, Retail-Investoren geht das Kapital aus und die Unterstützung bei 60.000 Dollar wird ernsthaft getestet.

Das Verhalten der Wale in dieser Woche deutet darauf hin, dass die großen Halter auf Letzteres setzen. Mit dünner Liquidität, einem nervösen Markt und fehlenden klaren Katalysatoren bleibt Bitcoin vorerst in einem volatilen Seitwärtstrend gefangen, bei dem enorme Intra-Wochen-Bewegungen zu keiner nachhaltigen monatlichen Nettobewegung führen.

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