Geopolitik

Bitcoin und Aktien im Plus: 5 Tage Aufschub für Angriffe auf iranische Kraftwerke

© WorldSpectrum auf Pixabay
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Nach tagelanger Eskalationsrhetorik und wachsenden Spannungen im Nahen Osten hat US-Präsident Donald Trump am Montag überraschend von „sehr guten und produktiven Gesprächen“ mit dem Iran gesprochen. Die Ankündigung, Angriffe auf iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen, löste umgehend deutliche Kursgewinne an Aktien- und Kryptomärkten aus, während der Ölpreis stark einbrach.

Trumps Ankündigung und der diplomatische Hintergrund

Trump hatte dem Iran zuvor mit der Zerstörung seiner Energieanlagen gedroht, sollte das Land die für den Welthandel bedeutende Straße von Hormus nicht vollständig und ohne Drohungen öffnen. Eine 48-Stunden-Frist lief in der Nacht zum Dienstag aus. Der Iran hatte seinerseits mit einer vollständigen Schließung der Meerenge im Falle von US-Angriffen gedroht.

Auf seiner Plattform Truth Social schrieb Trump, die Gespräche seien „detailliert, tiefgehend und konstruktiv“ gewesen und würden in dieser Woche fortgesetzt. Er habe das Verteidigungsministerium angewiesen, alle geplanten Militärschläge gegen iranische Kraftwerke und Energieinfrastruktur für fünf Tage auszusetzen. Die Aussetzung stehe jedoch unter dem Vorbehalt weiterer Fortschritte in den Verhandlungen.

Starke Reaktionen an den Finanzmärkten

Die Ankündigung löste unmittelbar deutliche Bewegungen an den globalen Finanzmärkten aus. Aktienindizes drehten ins Plus, während Rohölpreise stark nachgaben und Kryptowährungen spürbar zulegten.

  • DAX: Sprung um bis zu 3,6 Prozent auf 23.178 Punkte
  • EuroStoxx 50: Zeitweises Plus von mehr als drei Prozent
  • Brent-Rohöl: Einbruch von bis zu 14 Prozent auf rund 96 US-Dollar je Barrel
  • WTI-Rohöl: Rückgang von rund 11 Prozent auf unter 88 US-Dollar je Barrel
  • Gold: Erholung nach anfänglichen Verlusten, zuletzt rund ein Prozent im Minus bei etwa 4.440 US-Dollar je Unze
  • US-Dollar-Index (DXY): Rückgang auf 99,3
  • Zehnjährige US-Staatsanleihen: Rendite fiel um 100 Basispunkte auf 4,3 Prozent

Kryptomärkte mit deutlichen Gewinnen

Besonders ausgeprägt fiel die Erholung im Kryptosegment aus. Bitcoin stieg von unter 68.000 US-Dollar auf zeitweise über 71.000 US-Dollar, ein Plus von knapp fünf Prozent innerhalb weniger Stunden. Ethereum legte rund sieben Prozent zu und kletterte von etwa 2.048 auf rund 2.196 US-Dollar. Auch weitere digitale Assets wie Dogecoin, Solana und Chainlink verzeichneten Gewinne von rund fünf Prozent.

Krypto-bezogene Aktien profitierten ebenfalls. Galaxy Digital, Coinbase und IREN legten jeweils rund zwei Prozent zu, während Strategy, der größte börsennotierte Bitcoin-Halter, um mehr als drei Prozent stieg. Im Rohstoffsegment der Krypto-Märkte kam es zu erheblichen Verwerfungen: Tokenisierte Brent-Futures auf der Plattform Hyperliquid verzeichneten Liquidationen in Höhe von rund 62,4 Millionen US-Dollar, davon entfielen 61,7 Millionen auf Long-Positionen.

Vorsicht trotz Erholung: Märkte bleiben angespannt

Trotz der deutlichen Kursgewinne zeigen Marktindikatoren weiterhin eine zurückhaltende Stimmung. Optionen auf Bitcoin an der Derivatebörse Deribit wiesen Put-Optionen mit einem Aufschlag von acht bis zehn Volatilitätspunkten gegenüber Call-Optionen aus, was auf eine anhaltend defensive Positionierung der Händler hindeutet. Analysten warnen, dass die zugrunde liegende Nachfrage schwach bleibe und mögliche Kursgewinne durch Short-Eindeckungen begrenzt sein könnten.

Nic Puckrin, Mitgründer von Coin Bureau, kommentierte die jüngsten Bewegungen mit dem Hinweis, dass Bitcoin sich in der Krise letztlich als risikoreiches Asset verhalten habe und kein verlässlicher geopolitischer Schutzwert sei.

Fünf Tage Aufschub: Kein Ende des Konflikts

Die fünftägige Pause bedeutet keine Beilegung des Konflikts. Der Iran setzt nach Medienberichten weiterhin Angriffe auf Ziele in der Golfregion fort, und auch Israel müsste einer umfassenden Einigung zustimmen. Die Märkte reagieren damit auf eine vorübergehende Deeskalation, während die geopolitische Lage grundlegend fragil bleibt. Weitere Verhandlungsrunden sind für die laufende Woche angekündigt.

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