Open Source

Cloudflare OS: Neue Open Source-Software soll KI-Agenten in Unternehmen bringen

Cloudflare OS. © Cloudflare
Cloudflare OS. © Cloudflare

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Cloudflare will KI-Agenten aus der Rolle des allgemeinen Chatbots holen und zu einem Werkzeug für den Unternehmensalltag machen. Mit Cloudflare OS stellt das US-Unternehmen eine quelloffene Plattform vor, auf der Mitarbeitende mit Agenten arbeiten, interne Daten nutzen, eigene Anwendungen erstellen und Abläufe automatisieren können.

Die Idee dahinter: KI soll nicht nur Texte formulieren oder Informationen aus dem Internet zusammenfassen. Sie soll die Sprache, Prozesse und Daten eines Unternehmens kennen – und damit konkrete Arbeit übernehmen können. Cloudflare beschreibt seine Plattform deshalb als Betriebssystem für die Arbeit mit Agenten.

Im Browser erhalten Beschäftigte dafür einen eigenen Workspace. Dort können sie Fragen stellen, Dateien und Ergebnisse ablegen, auf freigegebene Datenquellen zugreifen und den Agenten Aufgaben erledigen lassen. Aus einer Anfrage kann so ein Dokument, eine Präsentation, eine Tabelle, eine kleine Anwendung oder ein automatisierter Workflow entstehen.

Ein Beispiel: Statt regelmäßig beim Finanzteam nach Umsätzen in einzelnen Regionen zu fragen, könnte ein Mitarbeiter ein Dashboard anfordern. Der Agent greift dabei auf die dafür freigegebenen Daten zu, bereitet sie auf und erstellt eine Oberfläche, die anschließend mit Kolleginnen und Kollegen geteilt werden kann. Insgesamt erinnert Cloudflare OS etwas an OpenClaw, nur eben in einer sichereren, unternehmenstauglichen Variante.

Unternehmenswissen als gemeinsamer Kontext

Der entscheidende Unterschied zu allgemeinen KI-Tools liegt nach Darstellung von Cloudflare im Kontext. Unternehmen können eigene Begriffe, Richtlinien, Arbeitsanweisungen und bewährte Vorgehensweisen hinterlegen. Wenn ein Team einen besseren Weg für eine wiederkehrende Aufgabe findet, soll dieses Wissen als gemeinsame Fähigkeit für weitere Nutzer verfügbar werden.

Damit richtet sich Cloudflare OS nicht nur an Entwickler. Auch Fachabteilungen sollen Arbeitsabläufe beschreiben, Informationen auswerten oder Hilfsmittel für ihr Team erstellen können, ohne dafür selbst eine Software entwickeln zu müssen. Die Agenten können dabei auch Code schreiben und ausführen, etwa um große Datenbestände gezielt zu durchsuchen, zu filtern oder zu verknüpfen. Das soll vermeiden, dass komplette Datenbanken in ein Modell geladen werden müssen.

Neben Recherche und Dokumenterstellung sieht Cloudflare vor allem zwei weitere Anwendungsfälle: interne Apps und automatisierte Prozesse. Eine vom Agenten erzeugte App ist dabei nicht bloß ein klickbarer Entwurf, sondern soll über eine eigene Benutzeroberfläche, Serverlogik und einen separaten Speicher verfügen. Sie kann zunächst privat bleiben, mit anderen geteilt oder als Vorlage weitergegeben werden.

Für wiederkehrende Aufgaben können Unternehmen außerdem Workflows definieren. Planbare Schritte werden per Code ausgeführt, während das KI-Modell nur dort zum Einsatz kommt, wo Einschätzung oder Formulierung gefragt sind. Solche Abläufe lassen sich bei Bedarf, nach Zeitplan oder durch Ereignisse in angebundenen Systemen starten.

KI-Zugriff unter strengen Regeln

Je enger ein KI-Agent mit internen Systemen arbeitet, desto wichtiger wird die Frage, wer welche Daten sehen und verändern darf. Cloudflare OS setzt deshalb auf ein restriktives Berechtigungsmodell: Agenten und Apps beginnen ohne Zugriff auf Unternehmensressourcen. Berechtigungen müssen für konkrete Daten, Systeme oder Aktionen vergeben werden.

Die Verwaltung übernimmt eine Zwischenschicht, die Cloudflare Gatekeepers nennt. Sie bewahrt Zugangsdaten auf, kontrolliert Regeln und dokumentiert, welche Informationen ein Agent gelesen hat. So könnte ein Agent etwa auf die offenen Vorgänge eines bestimmten Projekts zugreifen, ohne zugleich Einblick in den gesamten Quellcode oder andere Bereiche eines GitHub-Kontos zu erhalten. Schreibende Aktionen – etwa das Zusammenführen eines Codes oder das Übermitteln externer Daten – können zusätzlich eine menschliche Freigabe erfordern.

Auch beim Teilen von Ergebnissen soll die ursprüngliche Berechtigung erhalten bleiben. Wenn ein Agent sensible Daten aus einem Data Warehouse für ein Dashboard verwendet, sollen nur Personen das Dashboard öffnen können, die auch Zugriff auf diese Daten haben. Cloudflare will damit verhindern, dass Anwendungen oder Zusammenfassungen zum Umweg für die Weitergabe geschützter Informationen werden.

Offen für Anpassungen und verschiedene Modelle

Cloudflare veröffentlicht Cloudflare OS als Open-Source-Software. Unternehmen können die Plattform im eigenen Cloudflare-Konto bereitstellen und sie an ihre Systeme, Richtlinien und Arbeitsweisen anpassen. Cloudflare trennt dabei den Kern der Software von einer Beispielinstallation, die auf den eigenen internen Einsatz zugeschnitten ist. Eigene Integrationen, Oberflächen und Abläufe sollen damit entwickelt werden können, ohne den Kern der Plattform verändern zu müssen.

Die Entscheidung für Open Source begründet Cloudflare damit, dass keine Organisation genauso arbeitet wie eine andere. Die Plattform soll deshalb nicht als starres Produkt dienen, sondern als anpassbare Grundlage für eigene KI-Arbeitsplätze. Ergänzend verweist das Unternehmen auf Partner, die bei Einführung, Integrationen und Sicherheitskonzepten unterstützen sollen.

Bei den Sprachmodellen setzt Cloudflare OS auf Offenheit. Nach Angaben des Unternehmens kann die Plattform mit beliebigen Modellen arbeiten. Alle Anfragen laufen über Cloudflare AI Gateway, wo Unternehmen festlegen können, welche Modelle für welche Aufgaben verfügbar sind, welche Kostenlimits gelten und wie die Nutzung abgerechnet wird. In der gezeigten Oberfläche erscheint beispielhaft Kimi K2.7; Cloudflare OS ist aber nicht an dieses Modell gebunden.

Als mögliche Anwendungen und Datenquellen nennt Cloudflare unter anderem Gmail, Google Docs, BigQuery, Linear und Notion. Zudem lassen sich bestehende MCP-Server einbinden, über die Agenten weitere Werkzeuge und Dienste nutzen können.

Technisch baut Cloudflare OS auf Cloudflare Workers auf. Agenten und Anwendungen laufen in isolierten Umgebungen, Zugriffe werden über Cloudflare Access und die Gatekeeper kontrolliert. Damit positioniert Cloudflare die Plattform als Verbindung aus KI-Arbeitsplatz, Entwicklungsumgebung und Sicherheitsrahmen – für Unternehmen, die Agenten nicht nur ausprobieren, sondern kontrolliert in ihre tägliche Arbeit integrieren wollen.

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