Entlassungen

Cloudflare streicht 20 Prozent der Stellen

Matthew Prince, CEO von Cloudflare. © Web Summit
Matthew Prince, CEO von Cloudflare. © Web Summit

Cloudflare plant laut Golem einen massiven Personalabbau. Der US-Konzern will rund 1.100 Jobs streichen, was etwa 20 Prozent der Belegschaft entspricht. Aktuell beschäftigt das Unternehmen rund 5.100 Vollzeitmitarbeiter:innen, im Jahr 2024 waren es noch etwas mehr als 4.200. Cloudflare rechnet Berichten zufolge mit Zusatzkosten von bis zu 150 Millionen US-Dollar durch Gerichtsverfahren und Abfindungen. Der Konzern bietet unter anderem CDNs, DDoS-Schutz und DNS-Dienste an.

Cloudflare reformiert sich für „Ära der agentischen KI“

Die Ankündigung trifft die Börse hart. In den vergangenen Monaten hatte Cloudflare stark an Wert gewonnen. Seit Mitte April 2026 stieg der Aktienkurs von 167 auf 256 US-Dollar. Nach Börsenöffnung wird erwartet, dass der Kurs auf etwa 210 US-Dollar fällt. Die zentrale Frage ist, warum ein Unternehmen im Aufschwung einen so großen Teil des Personals entlässt.

Cloudflare folgt dem Trend vieler Tech-Konzerne und setzt auf Automatisierung durch KI-Systeme. Man will interne Prozesse und Teams umstrukturieren. CEO Matthew Prince evaluiert dabei gezielt, wo sich menschliche Arbeit durch AI ergänzen oder ersetzen lässt. Das Unternehmen müsse sich für eine „Ära der agentischen KI“ reformieren, so Prince. Die Entlassungen sind offenbar Teil dieser strategischen Neuausrichtung.

Weiteres Wachstum trotz Personalabbau

Die Zahlen zeigen: Cloudflare wächst weiter. Im zweiten Quartal 2026 rechnen Analysen mit einem Umsatz von etwa 650 Millionen US-Dollar. Im Q4 2025 lag der Umsatz noch bei rund 615 Millionen US-Dollar. Trotz bald fehlender Arbeitskraft soll das Geschäft also effizienter und lukrativer werden.

Der Fall Cloudflare illustriert eine neue Phase der Tech-Industrie. Unternehmen steigern ihre Profitabilität nicht mehr primär durch Wachstum der Belegschaft, sondern durch den gezielten Einsatz von AI-Systemen. Was für Aktionäre kurzfristig schmerzhaft erscheint, könnte mittelfristig zu höheren Margen führen. Für die betroffenen 1.100 Mitarbeiter:innen bleibt die Umstrukturierung dennoch ein harter Einschnitt.

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